03.
2011
Alligator Malans holt sich den Heimvorteil zurück
"Time To Say Goodbye" liess der Zürcher Stadion-DJ bereits in der 30. Minute laufen, als der Malanser Claudio Laely erstmals auf die Strafbank verwiesen wurde. Der gute Mann am Mischpult musste eine dunkle Vorahnung gehabt haben. 6:2 führten die Malanser Alligatoren auch nach dieser Zürcher Überzahl-Möglichkeit und die Grasshoppers mussten Abschied nehmen von der erhofften 2:0-Führung in der Serie, sondern nach dem Break vom Samstag das direkte Re-Break entgegennehmen. Denn auch im Schlussdrittel, als die Zürcher auf 3:6 verkürzen konnten (44.), reagierten die Malanser souverän. Nur 44 Sekunden später bejubelte Jami Manninen seinen Hattrick zum 7:3 (45.). Nico Scalvinonis Überzahltreffer zum 7:4-Schlusstreffer (51.) blieb das letzte Zählbare für die Grasshoppers.
Bereits im zweiten Drittel konnten die Herrschäftler ein Aufkommen der Hoppers mit einem raschen Gegentreffer unterbinden. Nach Nico Scalvinonis 2:3 (25.), dauerte es nur gerade 28 Sekunden, ehe Petri Hakonen das 4:2 für Malans erzielte (26.).Nur kurz später baute Manninen mit einem Doppelpack (29./30.) den Vorsprung gar auf 6:2 aus. Diesen gaben die Malanser vor der ansehnlichen Kulisse von 680 Zuschauern in der Zürcher Hardau nicht mehr aus der Hand.
Konzentrierte Malanser Abwehr
Nach der missglückten Startpartie vom Samstag (10:4 für GC) reagierte der Malanser-Trainer Petteri Nykky. Esa Jussila rückte für Michael Pfiffner in die erste Verteidigung und Adrian Capatt für Jussila in den ersten Angriff. Dies zahlte sich aus. Jussila konnte so das Spiel der Malanser stabilisieren und wie ein Quarterback im American Football dirigieren. Entschieden wurde die Partie auch vornehmlich in der Abwehr. "Zurück", lautete meist die erste Anweisung Jussilas an seine Teamkollegen. Die Malanser überliessen das Spieldiktat den Grasshoppers, was denen augenschienlich wenig lag. Ähnlich blass wie der Malanser Angriff in der ersten Partie, blieb gestern die Zürcher Offensivabteilung. Es fehlte die letzte Lockerheit, welche die Hoppers-Stürmer in dieser Saison so oft ausgezeichnet hatte. Dass GC kein Offensiv-Feuerwerk starten konnte, lag aber vor allem auch an der konzentrierten Abwehrleistung der Malanser. Mit Martin Hitz besassen die Herrschäftler auch den etwas sichereren Torhüter als die Stadtzürcher.
"Unterbruch war zu lang"
Mit dem 1:1-Ausgleich beginnt die Serie neu. Zwei Siege sind nun fürs Weiterkommen ins Finale noch nötig. Dass die Malanser erst gestern in den Playoffs ankamen, hatte für Trainer Petteri Nykky einen einfachen Grund. "Der zweiwöchige Unterbruch nach den Viertelfinals war zu lang für uns, unser Spiel am Samstag sah wie eine Trainingspartie im August aus", so der finnische Weltmeistercoach. Erfreut war Nykky vor allem über das gestrige Resultat, doch das Spiel seiner Schützlinge überzeugte ihn noch nicht ganz. "Wir machen immer noch zu viele Fehler, zum Glück im zweiten Spiel etwas weniger als in der ersten Partie." Am Samstag gingen alle drei Linien mit einer Minus-Bilanz vom Feld. Mit einer harten Trainingswoche will Nykky seine Mannen nun auf die dritte Partie vorbereiten. Vor allem das Spiel ohne Ball will der Finne verbessern. Am Samstag wird sich zeigen, ob dies genützt hat.
Grasshoppers Zürich - Alligator Malans 4:7 (1:3, 1:3, 2:1)
Hardau. - 680 Zuschauer. - SR Brechbühler/Gallo.
Tore: 1. Brunner (Laely) 0:1. 3. Meier (Angst) 1:1. 11. Lutz (Laely) 1:2. 14. Wyder (Buchli) 1:3. 25. (24:34) Scalvinoni (Korhonen) 2:3. 26. (25:02) Hakonen (Capatt) 2:4. 29. (28:20) Manninen (Jussila) 2:5. 30. (29:04) Manninen (Jussila) 2:6. 44. (43:41) Scalvinoni (Thomsson) 3:6. 45. (44:15) Manninen (Capatt) 3:7. 51. Scalvinoni (Meier/Ausschluss Laely) 4:7.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Zürich, 3-mal 2 Minuten gegen Malans.
Zürich: Bruderer; Helfenstein, Lundström; Korhonen, Jakubek; Hostettler, Mächler; Meier, Angst, Bodén; Parli, Thomsson, Scalvinoni; Zimmermann, Grütter, Hartmann; Maffioletti.
Malans: Hitz; Hakonen, Jussila; Pfiffner, Joss; Berry, Eberhard; Ostransky, Manninen, Capatt; Brunner, Laely, Lutz; Lüthi, Wyder, Buchli;
Bemerkungen: Zürich komplett, Malans ohne Riederer, Vetsch (verletzt). - Timeout Zürich (29.), Pfostenschuss Lutz (29.), Pfostenschuss Thomsson (37.), Lattenschuss Laely (41.).