03.
2011
Alligator Malans zieht mit packendem Schlussspurt ins Finale ein
Tief in die Trickkiste griff der Malanser-Trainer Petteri Nykky gestern im Schlussdrittel des vierten Halbfinales. Seine Alligatoren lagen mit 4:7 im Hintertreffen gegen die Zürcher Grasshoppers. Es drohte ein Entscheidungsspiel am nächsten Samstag. Vor allem seine erste Linie mit allen Ausländern, sowie Adrian Capatt, konnte sich gegen die gut gestaffelte Zürcher Hintermannschaft nur selten in Szene setzen. Kurzerhand tauschte Nykky die beiden Flügel in den ersten zwei Linien, sowie liess mit Andrin und Remo Buchli zwei Nachwuchsstürmer wirbeln. Quasi wie die Wieser-Brüder beim HC Davos.
Die Massnahme fruchtete. Vor allem die Zürcher Hintermannschaft liess sich irritieren. Pascal Helfenstein lenkte erst einen verzweifelten Backhand-Schuss von Jami Manninen ins eigene Tor ab (50.) und nur zwei Minuten später kullerte ein Schuss von Martin Joss in Zeitlupentempo zwischen den Beinen von GC-Hüter Beat Bruderer zum 7:6 ins Netz (52.). Den Todesstoss versetzte den Zürchern danach Martin Ostransky, als er mit zwei Treffern innert zehn Sekunden Malans mit 8:7 in Führung schoss (57.). In der hektischen Schlussphase brachten die Malanser den knappen Vorsprung mit vereinten Kräften über die Zeit.
GC kommt im Mitteldrittel auf
"Finale, Finale", skandierten die über 100 mitgereisten Malanser Anhänger nach Spielschluss begeistert und sangen danach Geburtstagskind Michael Pfiffner ein spontanes Ständchen. Ein hartes Stück Arbeit war nötig, um die erste Finalteilnahme seit 2006 zu bewerkstelligen. Im Mitteldrittel sah wenig nach einem Malanser Erfolg aus. Mit drei Toren innert fünf Minuten kehrten die Zürcher eine Malanser 3:2 Führung in ein 6:3 für GC um. Und als Claudio Laely mit seinem Treffer neue Hoffnung für die Bündner schöpfte (37.), erhöhten erst Jonas Thomsson kurz vor der Pause und Nico Scalvinoni auf 7:4 (43.) für die Hoppers. Zuvor starteten die Malanser besser in die Partie und gingen 2:0 in Führung, welche GC bis zur Pause ausglich. Petri Hakonens 3:2 (21.) war aber für lange Zeit der letzte Treffer der Bündner.
Finalstart in zwei Wochen
3:1 gewannen die Malanser eine Serie, welche mit dem 10:4-Startsieg der Grasshoppers unglücklich für die Bündner begann. In den folgenden drei Spielen erhöhten die Alligatoren die Kadenz aber deutlich, während die Hoppers immer mehr nachliessen. Das Meisterstück gelang den Malansern gestern, als sie den Drei-Tore-Rückstand im Schlussabschnitt noch kehrten. Gegen Serienmeister Wiler-Ersigen werden die Malanser sich aber nochmals steigern müssen. Trotz Trainerwechsel verabschiedeten sie Kantonsrivale Langnau mit einem 3:0 "Sweep" in die Ferien. Zunächst steht aber eine zweiwöchige Pause an, erst am 2. April beginnt die Finalserie mit einem Auswärtsspiel beim Meister. Dessen Interimstrainer Thomas von Känel und sein spielender Assistent Olle Thorsell nahmen den Finalgegner Malans gestern schon einmal von der Tribüne aus, gründlich unter die Lupe.
Grasshoppers Zürich - Alligator Malans 7:8 (2:2, 4:2, 1:4)
Hardau Zürich. - 760 Zuschauer. - SR Müller/Ziegler.
Tore: 9. Hakonen (Manninen) 0:1. 13. Ostransky (Jussila) 0:2. 17. Linard Parli (Jakubek) 1:2. 20. (19:37) Thomsson (Scalvinoni) 2:2. 21. (20:43) Hakonen (Jussila) 2:3. 27. Meier (Bodén) 3:3. 31. (30:20) Angst (Meier) 4:3. 32. (31:02) Grüter (Maffioletti) 5:3. 37. Laely (Brunner) 5:4. 39. Thomsson (Jakubek) 6:4. 43. Scalvinoni (Hostettler) 7:4. 50. Eigentor 7:5. 52. Joss 7:6. 57. (56:08) Ostransky (Capatt) 7:7. 57. (56:18) Ostransky (Jussila) 7:8.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen GC Zürich, 2-mal 2 Minuten gegen Malans.
GC Zürich: Bruderer; Helfenstein, Lundström; Jakubek, Hostetler; Kaiser, Mächler; Angst, Bodén, Meier; Thomsson, Parli, Scalvinoni; Grüter, Maffioletti, Zimmermann.
Malans: Hitz; Hakonen, Jussila; Joss, Pfiffner; Eberhard, Berry; Ostransky, Capatt, Manninen; Brunner, Lutz, Laely; Lüthi, Wyder, Andrin Buchli; Remo Buchli.
Bemerkungen: Malans ohne Grass, Vetsch, GC Zürich ohne Korhonen (verletzt). - Pfostenschuss Scalvinoni (26.), Time-out GC Zürich (57.), Bruderer hält Penalty von Capatt (60.)