21.
12.
2010
NLA Männer | Autor: Grasshopper Club Zürich

Cepeks Abschied in Winterthur mit zwei Punkten

Das letzte Spiel von Radim Cepek in der Schweiz gestaltete der Tscheche gegen seinen langjährigen Verein siegreich. Er spielte den Pass zum 8:7 in der Verlängerung gegen Rychenberg Winterthur.

Es war einer dieser unberechenbaren Querpässe durch die ganze Abwehr hindurch, die Radim Cepek auszeichnen. Der Adressat war diesmal Manuel Hartmann, der den Ball nach 4:18 in der Overtime in die Maschen drosch. Damit sicherten sich die Stadtzürcher auch im zweiten Derby den Sieg, mussten aber einen Punkt den Winterthurern überlassen. Diesen hatte sich der HCR mit einer starken kämpferischen Leistung auch mindestens verdient.

Gegen das aggressive 2-2-1-System der Gastgeber hatten die Grasshoppers nur selten ein probates Mittel. Schliesslich brachte Winterthurs Nachwuchsspieler Niklaus Gassmann das Heimteam gar in Führung (13.). Wenig später zeigen die Schiedsrichter eine Strafe gegen den HCR an, was Christoph Meier zum Ausgleich nutzte. Und erneut nur kurz danach musste Marc Huber auf die Strafbank, was Nico Scalvinoni, der andere Schweizer Torschütze vom Dienst, im Powerplay mit einer raffinierten Finte zur Führung der Stadtzürcher nutzte. Doch auch diese hielt nicht bis zur ersten Pause. Jukka-Pekka Kinnunen erwischte Fernando Cazzato nach einem Freistoss aus der Ecke zwischen den Beinen.

Als sich zu Beginn des dritten Abschnitts die beiden dritten Formationen gegenüberstanden, luchste Luca Maffioletti dem Winterthurer Abwehrspieler einen Ball ab und brachte GC erneut in Führung. Erneut nur eine Zeigerumdrehung später hatte abermals Gassmann den Gleichstand wieder hergestellt. Es kam für die Winterthurer sogar noch besser. Marc Huber fing einen Ball ab und traf. und der Verteidiger legte eine Minute später wieder mit einem platzierten Distanzschuss sogar noch nach. Erstmals führte in der Eulachhalle ein Team mit zwei Toren Unterschied.

Die Grasshoppers fanden mit einem etwas aggressiverem Forechecking ins Spiel zurück. Die dritte Linie provozierte erneut einen Fehler im Spielaufbau der Winterthurer, den Roland Zimmermann zum Anschlusstreffer nutzte - es war das 100. Saisontor der Zürcher in dieser Saison. Und nur 15 Sekunden später glich Manuel Hartmann nach einer blitzschnellen Kombination über Meier das Spiel wieder aus. Im Schlussabschnitt reduzierte auch GC auf zwei Linien und erzeugte etwas mehr Druck auf den erneut stark spielenden Pascal Meier. Es war aber der eingewechselte Felix Buff, der wieder die Winterthurer in Führung brachte.

Abermals gelang GC in diesem abwechslungsreichen Spiel die Wende. Captain Ales Jakubek hämmerte den Ball nach einem kunstvollen Backhand-Rückpass Meiers den Ball zum 6:6 in die Maschen, und schliesslich traf Radim Cepek bei seinem letzten Spiel auf Schweizer Boden - wenn auch etwas glückhaft - zum 7:6. Die Winterthurer kämpften sich auch diesmal zurück. Im Powerplay zischte ein Scharfschuss von Comebacker Tom Weber zwar weit am Tor vorbei, doch wurde er via Bande auf der anderen Seite des Tors zur idealen Vorlage von Joel Rossier. In der Verlängerung erwies sich GC schliesslich als das etwas glücklichere Team und sicherte sich den Zusatzpunkt 42 Sekunden vor dem Penaltyschiessen.

Nach der Partie wurde der langjährige HCR-Spieler Cepek von Vereinspräsident Willy Albrecht für seine Verdienste mit zwei Trikots mit der Nummer 12 geehrt. Die anschliessende Standing Ovation rührte den 35-jährigen Tschechen, der nach diesem Spiel berufeshalber in seine Heimat kehren wird, sichtlich. «Es waren neun herrliche Jahre in der Schweiz», sagte er mit wässerigen Augen. «Ich wusste, dass es ein spezieller Abend werden würde. Doch dies hier habe ich nicht erwartet. Meistens kommt es eben anders, als man denkt.» Bei GC läuft derzeit die Suche nach einem Ersatz und Cepek macht der Mannschaft Mut: «Im Team steckt so viel Substanz. GC gehört die Zukunft.»

HC Rychenberg Winterthur - Grasshopper Club Zürich 7:8 n.V. (2:2, 3:3, 2:2, 0:1)
Eulachhalle 2, Winterthur. 326 Zuschauer. SR Lehmann/Schorr.
Tore: 13. Gassmann (Friolet) 1:0. 16. Meier (Hartmann/Strafe angezeigt) 1:1. 17. Scalvinoni (Hartmann/Ausschluss Huber) 1:2. 19. Kinnunen (Skalik) 2:2. 22. Maffioletti 2:3. 23. Gassmann (Wolfer) 3:3. 27. Huber 4:3. 28. Huber (Wolfer) 5:3. 34. Zimmermann 5:4. 34. Hartmann (Meier) 5:5. 44. Buff (Kinnunen) 6:5. 45. Jakubek (Meier) 6:6. 52. Cepek (Meier) 6:7. 58. Rossier (Weber/Ausschluss Ladner) 7:7. 65. Hartmann (Cepek) 7:8.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen HC Rychenberg Winterthur. 2mal 2 Minuten gegen Grasshopper Club Zürich.
HCR: Pascal Meier; Thomsson, Moschen; Weber, Huber; Hartmann, Kradolfer; Kinnunen, Rossier, Skalik; Wolfer, Friolet, Gassmann; Schadegg, Dolski, Grunder; Buff.
GC: Cazzato; Jakubek, Ladner; Kaiser, Helfenstein; Korhonen, Nater; Meier, Cepek, Hartmann; Linard Parli, Grüter, Scalvinoni; Maffioletti, Zimmermann, Luraschi.
Bemerkungen: HCR ohne Eichmann (verletzt), GC ohne Bodén, Hostettler, Lundström, Mächler (alle verletzt), Läubli (krank) und Niculin Parli (nicht im Aufgebot). 55. Timeout Winterthur.

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