11.
2011
Churer gewinnen verloren geglaubtes Derby
Was für ein verrücktes Unihockey-Derby. Da führte Alligator Malans seinen Gegner Chur Unihockey während der ersten 20 Minuten vor und lag völlig verdient mit 3:0 vorne - «nur», muss man sagen -, und schliesslich entwickelte sich dennoch ein unglaublich enges Spiel, das Chur tatsächlich noch mit 7:6 für sich entscheiden konnte.
Sechs Punkte trennten Gastgeber Malans und Chur in der Nationalliga-A-Tabelle vor der Partie. Im ersten Drittel war die Kluft zwischen dem aktuell Vierten Malans und dem Achten Chur sogar noch grösser. Diesmal, so dachte man nach den ersten 20 Minuten, war der Niveau-Unterschied riesig. Kaum einer der 762 Zuschauer glaubte, dass sich dies in der Folge im geschehenen Ausmass ändern könnte. Doch genau das passierte. Wie schon so oft in dieser Saison verschliefen die Churer das Startdrittel. Sie wurden vom letztjährigen Vizemeister Malans dermassen dominiert, dass Trainer Thomas Berger Angst und Bange werden musste. Über 15 gefährliche Abschlüsse musste Chur-Goalie Patrick Kellenberger im ersten Spielabschnitt parieren. Dreimal, nur dreimal, musste er dennoch hinter sich greifen. Die Churer erspielten sich höchstens eine halbe Chance.
«Das Spiel beginnt von vorn»
In der ersten Pause forderte Trainer Berger von seinen Schützlingen eine Steigerung. «Das Spiel beginnt von vorne», gab er ihnen mit auf den Weg. Ganz offensichtlich waren es die richtigen Worte. Nach einem zwischenzeitlichen 1:5-Rückstand stand es nach 60 Minuten 6:6. Zu verdanken hatten die Churer dies ihrer markanten Leistungssteigerung und andererseits der im Vergleich mit den Malansern beachtlichen Effizienz vor dem Tor. Zudem hatten die Churer nicht weniger als viermal grosses Glück, indem die Torumrandung sie vor Gegentreffern rettete. In ähnlichem Masse wie die Malanser sündigte auf Churer Seite bis Spielmitte allerhöchstens Kari Koskelainen. Der Finne, der sich in den letzten Wochen einer blendenden Form erfreute und zahlreiche Glanzpunkte setzte, vergab im Mitteldrittel zweimal aus Situationen, die sich der Supertechniker ansonsten nicht entgehen lässt. Doch am Schluss, als es wirklich darauf an kam, war er zur Stelle. Er verkürzte in der 42. zum 4:5, und er erzielte in der dritten Minute der Verlängerung den goldenen Treffer.
Dominionis vermeintlicher Siegtreffer
Vor diesem Schlusspunkt hatte auch der Malanser Topskorer Sandro Dominioni der Partie seinen Stempel aufgedrückt. In Minute 10 schoss der 25-Jährige Trimmiser seine Farben in Führung, in der 21. traf er im Powerplay zum 4:0. Dazwischen verschoss er auch noch einen Penalty. In der 56. Minute gelang ihm dann das 6:5. Es sollte dies nur der vermeintliche Siegtreffer gewesen sein.
Alligator Malans - Chur Unihockey (3:0, 2:3, 1:3, 0:1) n.V.
Lust Maienfeld. - 762 Zuschauer - SR Güpfert/Ziegler.
Tore: 10. Dominioni 1:0. 17. Braillard (Remo Buchli) 2:0. 19. (18:38) Lutz (Friolet) 3:0. 21. (20:22) Dominioni (Wardi; Ausschluss Darms) 4:0. 22. (21:32) Putzi (Cavelti) 4:1. 25. Remo Buchli (Braillard) 5:1. 26. Riedi 5:2. 37. Cavelti (Schneider) 5:3. 42. Koskelainen (Helenius) 5:4. 47. Cavelti (Putzi) 5:5. 56. (55:08) Dominioni (Ostransky) 6:5. 57. (56:07) Riedi (Putzi) 6:6. 63. Koskelainen (Jenni) 6:7.
Strafen: Je 2-mal 2 Minuten.
Alligator Malans: Hitz; Berry, Eberhard; Wardi, Gartmann; Vetsch, Joss; Ostransky, Dominioni, Andrin Buchli; Olkkonen, Friolet, Lutz; Laely, Remo Buchli, Braillard; Weber.
Chur Unihockey: Kellenberger; Darms, Kamaj; Schneider, Kivilehto; Bernieck, Frigg; Jenni, Helenius, Koskelainen; Putzi, Riedi, Cavelti; Engel, Fauser, Studer.
Bemerkungen: Malans ohne Pfiffner (abwesend) und Brunner, Chur Unihockey ohne Bürer, Meuli (alle verletzt). - Pfosten-/Lattenschüsse: 14. Joss. 15. Lutz. 45. Berry. 54. Wardi (alle Malans). 60. (59:53) Helenius (Chur). - 19. (18:45) Dominioni verschiesst Penalty.