10.
2010
Die gloorreiche Premiere
Es ist die Geschichte von einem Traum und einem Albtraum. Der Tag war für Wiler-Ersigen ein spezieller. Zuerst die schlechte Nachricht: Henrik Quist erlitt am letzten Samstag im Spiel gegen Alligator Malans, wie befürchtet, einen Kreuzbandriss. Die Saison ist für den Schweden futsch. Der Traum vom Engagement in der Schweiz entpuppte sich für den Skandinavier als Albtraum. «Jetzt ist Charakter gefragt», sagte Wiler-Sportchef Marcel Siegenthaler.
Es gab aber auch positives. Im Spiel gegen den letztjährigen Playoff-Finalgegner Rychenberg Winterthur gab sich der Serienmeister keine Blösse und gewann souverän mit 7:2. Und dies trotz einer langen Verletztenliste. Wiler zeigte Charakter und schoss sich von der ungewohnten fünften Ranglisten-Position nach vorne auf Platz 2. Nach Verlustpunkten sind die Emmentaler gar Leader. Die Berger-Truppe machte vieles richtig: vorne nutzte sie die Chancen, hinten stand sie mehrheitlich gut und vor allem Keeper Pascal Haab zeigte einige tolle Paraden.
Nun zum Eingangs erwähnten Traum. In der sechsten Minute kam Wilers dritte Linie erstmals aufs Feld. Und nach gut 20 Sekunden schoss sie die Berner 1:0 in Front. Torschütze war ausgerechnet Junior Matthias Gloor, der seine allerste Partie in der Swiss Mobiliar League bestreiten durfte. Der 20-jährige Langenthaler konnte es selbst kaum glauben. Er lächelte, die Mitspieler lächelten und vom Coach gabs einen satten Handschlag. Und exakt drei Minuten später, notabene bei seinem zweiten Einsatz, traf er schon wieder - Staunen und Raunen in der Halle. Und als Bieber in der 12. Minute auf 3:0 erhöhte hatte die dritte Linie die Partie bereits vorentschieden. Die restlichen vier Tore schoss die erste Sturmlinie um die Hofbauer-Brothers und Krähenbühl.
Doppeltorschütze Matthias Gloor schrieb die Geschichte des Spiels. Eine Geschichte wie in einem Hollywood-Streifen. «Ich war vor dem Spiel wirklich extrem nervös. Und dann ging der Ball gleich bei meinem ersten Einsatz irgendwie rein. Ich habe das zu Beginn gar nicht recht begriffen, ich konnte nur noch strahlen», sagte Matthias Gloor, Wiler-Ersigens neuer Stern. Er sprach von einem Traum, der in Erfüllung gegangen sei. «Wer erlebt schon so einen Einstand?», fragte er. Matthias Gloor legte wahrlich eine «gloorreiche» Premiere aufs Parkett.
Wiler-Ersigen - Rychenberg Winterthur 7:2 (4:0, 0:1, 3:1)
Sportzentrum Zuchwil. - 395 Zuschauer. - SR Güpfert/Ziegler.
Tore: 6. Gloor (Bieber) 1:0. 9. Gloor (Zürcher) 2:0. 12. Bieber (Zürcher) 3:0. 14. Krähenbühl 4:0. 37. Skalik (Wolfer) 4:1. 44. C. Hofbauer (Fankhauser) 5:1. 55. (54:04) M. Hofbauer (Ausschluss Schneeberger!) 6:1. 56. (55:49) Grunder (Buff) 6:2. 60. (59:58) C. Hofbauer (Wittwer/Ausschluss Kast) 7:2.
Strafen: je 3-mal 2 Minuten.
Wiler-Ersigen: Haab; Schneeberger, Hirschi; Schmocker, Bichsel; Garnier, Bieber; Krähenbühl, M. Hofbauer, C. Hofbauer; Wittwer, Fankhauser, Zimmermann; Zürcher, Gloor, Mutti; Steffen, S. Garnier.
Rychenberg Winterthur: Meier; Kast, Thomsson; Huber, Kinnunen; Kradolfer, Moschen; Skalik, Eichmann, Wolfer; Buff, Friolet, Schadegg; Weder, Rossier, Grunder.
Bemerkungen: Wiler ohne Quist, Thorsell und Mendelin (alle verletzt), Flury und Meister (beide krank). 8. Pfostenschuss Skalik. 57. Lattenschuss Moschen.