26.
03.
2018
NLA Männer | Autor: HC Rychenberg Winterthur

HCR wieder nur nahe drann

Der HC Rychenberg verliert auch das zweite Spiel seiner Playoff-Halbfinalserie gegen Wiler-Ersigen, diesmal auswärts mit 1:5. Für die Vorentscheidung sorgt in der 44. Minute einer ausgeglichenen Partie eine Doublette zum 3:1.

HCR wieder nur nahe drann Am Boden: Michel Schwerzmann erlitt in Kirchberg die zweite Niederlage im Halbfinal. (Bild: Dieter Meierhans)

Anders als vor einer Woche, als das Publikum lange auf die ersten reellen Torchancen hatte warten müssen, begann die Partie in Kirchberg mit einem Paukenschlag. Nach nur sieben Sekunden tauchte Fredrik Holtz unbedrängt vor dem Wiler Tor auf, sein Schuss strich aber ein paar wenige Zentimeter am Tor vorbei. Gut zehn Minuten später stand Rychenbergs Topskorer erneut im Fokus, als er sich bei einem Zweikampf eine Hirnerschütterung zuzog und das Spiel nicht mehr fortsetzen konnte.

Ausgeglichene erste vierzig Minuten
HCR-Trainer Rolf Kern sah sich zum Handeln gezwungen und brachte fortan Michel Schwerzmann zusätzlich zur angestammten dritten nun auch noch in der ersten Linie. Diese unfreiwillige Umstellung auf nur noch 13 Feldspieler zeitigte in der 18. Minute Erfolg. Eine von Rasmus Sundstedt initiierte raumgreifende Kombination brachte den Ball via Michel Wöcke zu Schwerzmann und der flinke Flügel glich Wilers Führungstor aus der 7. Minute volley aus.

In der Folge hatte der HCR seine offensiv erquicklichste Phase, sorgte bei den Berner verschiedentlich für Irritationen und kam zu ein paar Halbchancen. Er verpasste es aber, dem Spiel die mögliche Wende zu verpassen. «Es wäre schon in Ordnung, könnten wir mal in Führung gehen und damit Wiler etwas aus der Reserve locken», trauerte Kern den verpassten Möglichkeiten nach. «Solange uns dies nicht gelingt, kann Wiler einfach seinen Stiefel herunterspielen.»

Die beste Möglichkeit auf die erstmalige Führung in dieser Serie liess sein Team freilich erst später ungenutzt. In der 37. Minute lag der Ball hinter dem Goalie vor der Torlinie, doch wurden Wöcke und Mikko Hautaniemi geblockt und kamen darum nicht heran. Dass Dave Wittwer allerdings nur mit Hilfe eines Bodenspiels befreien konnte, entging dem ansonsten erneut überzeugenden Schiedsrichterinnenduo Corinne Wehinger und Sandra Zurbuchen.

So blieb das 1:1 in der überaus ausgeglichenen Partie bis ins Schlussdrittel hinein bestehen. Zum einen lag dies daran, dass die beide Mannschaften zwar phasenweise eine Spur offensiver agierten als vor einer Woche, mit ihren nicht allzu häufigen Torchancen aber spendabel umgingen. Zum anderen zeigten aber auch die beiden Torhüter Ruven Gruber und Nicolas Wolf, dass sie ihren Mannschaften ein sicherer Rückhalt sind.

Chancen zur Wende vergeben
Waren die Vorteile in den ersten vierzig Minuten noch von einer zur anderen Seite hin- und hergeschwappt und schien mit dem neuerlichen Patt zur zweiten Pause noch jeder Ausgang möglich, veränderte sich die Gemengelage in der 44. Minute grundlegend. Zuerst nutzte Wilers Leader Matthias Hofbauer Rychenbergs Unachtsamkeit bei einem Freistoss zu einem erfolgreichen Direktschuss und vierzig Sekunden später verwertete Deny Känzig einen Abpraller zum 3:1. Wie bereits beim 1:0 war vor dem Tor zu wenig dezidiert aufgeräumt worden.

Der HCR reagierte emphatisch auf diesen Doppelschlag. Er setzte früher zur Störarbeit an, drückte den Favoriten zuweilen weit in die eigene Hälfte zurück und stand dem Anschlusstreffer ein paar Mal nahe. Moritz Schaub verpasste aber in der 53. Minute einen Flippass vors halbleere Tor. In derselben Minute lag der Ball neben dem am Boden liegenden Wolf und es klaffte ein kleines Loch unter dessen Achselhöhle, das Nachstochern wurde von den Unparteiischen aber als Foul gewertet. Als dann Wiler drei Minuten vor dem Schlusspfiff einen Entlastungsangriff mit dem 4:1 abschlossen, war die Sache gegessen. Lediglich kosmetischer Natur war dann der Befreiungsschlag, der den Weg ins verlassene Gehäuse fand.

Kern wusste, woran es seinem Team auch diesmal gemangelt hatte: «Das Spiel war mit jenem vor einer Woche nahezu identisch. Wieder standen wir hinten gut, waren aber auch diesmal offensiv nicht zwingend genug und kamen zu wenig in die gefährlichen Zonen.» Der Sieg der Berner sei gewiss nicht gestohlen: «Wir hatten ja nicht eben ein Chancenplus. Wiler besass zwar auch nur sehr wenige Chancen, aber zwei, drei Konter, die ihm schon früher das 2:1 hätte bringen können.» Viel zu ändern hat Kern vor dem dritten Spiel nicht, sofern sich die Personalie Holtz in Minne auflöst. Primär ist das fehlende Puzzlestück für Kern eine Kopfsache: «Wir müssen mehr ‹on fire› werden und in unseren ‹Flow› kommen.»


SV Wiler-Ersigen - HC Rychenberg Winterthur 5:1 (1:1, 0:0, 4:0)
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg/BE
Schiedsrichter: Wehinger/Zurbuchen
690 Zuschauer
Wiler: Wolf; Bürki, Wittwer; Väänänen, Bischofberger; Tobias Känzig, Sesulka; Krähenbühl, Hofbauer, Louis; Deny Känzig, Mutter, Johnsson; Rentsch, Laubscher, Pritzbuer.
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Gutknecht, Aeschimann; Huser; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schaub; Schwerzmann, Grunder, Studer.
Tore: 7. Johnsson (Bischofberger) 1:0. 18. Schwerzmann (Wöcke) 1:1. 44. (43:17) Hofbauer 2:1. 44. (43:57) Deny Känzig (Johnsson) 3:1. 57. Johnsson (Deny Känzig) 4:1. 59. Deny Känzig (ins leere Tor) 5:1.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Wiler (33. Bischofberger), 2x2 Minuten gegen Rychenberg (49. Schaub, 59. Koskelainen).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (auf Reisen), Baumer, Niiranen (verletzt), Weder (abwesend), Haag, Lutz und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Wiler ohne Mendelin (abwesend), Affolter, Alder, Hollenstein, Meister, Moser und Reich (Ersatz). Rychenberg mit drei Linien (Doppeleinsätze Sundstedts), ab der 41. Minute mit zwei Linien. Wiler mit drei Linien. 12. Holtz verletzt ausgeschieden. Rychenberg danach mit Doppeleinsätzen Schwerzmanns. 56:55 Time-out Rychenberg. Rychenberg von 56:53 bis 58:32 in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Bischofberger und Kern als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

 

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