10.
2004
Herren NLA: Offensivparty gegen Jets
Die Fans hatten jedenfalls ihren Spass am
Offensivspektakel in den beiden letzten Heimspielen. Und eines steht sowieso
fest: es werden wieder andere Gegner kommen und das Toreschiessen wird nicht
immer so leicht fallen. So genossen Spieler und die rund 600 Zuschauer den
Augenblick.
Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Nach diesem abgedroschenen Motto wickelte
sich dieses einseitige und ungleiche Duell des Tabellenletzten gegen den Leader
ab. Zwar ging Kloten in der 2. Minute in Führung, doch danach ging der Pilot der
Jets wohl von Bord und überliess seine Passagiere auf einem Blindflug zurück.
Wie Passagiere mussten sich die Spieler der Gäste tatsächlich vorkommen, waren
sie auf der Reise zwar auch dabei, doch ins Geschehen konnten sie kaum mehr
eingreifen. Immerhin hatten sie die besten Plätze in Sachen
Anschauungsunterricht. Ob mit Weitschüssen aus der zweiten Reihe, gekonntem
Direktspiel, im Powerplay, oder nach Einzelaktionen, Wiler schoss Tor um Tor und
so ging es über ein 8:1 im Startdrittel zum 17:1 nach 40 Minuten! Kloten
wechselte dabei die bedauernswerten Goalies regelmässig ab.
M. Hofbauer und Kaltenbrunner kongenial
Erfolgreichster Punktesammler beim Meister war Captain Matthias Hofbauer mit 4
Toren und 4 Assists. Stark auch Verteidiger Marcel Kaltenbrunner, der seinen
ersten 3 Toren im Wiler Dress auch noch zwei Assists beifügte. Es wurde
angedeutet, zu was diese Linie mit dem aktuell wohl besten Stürmer und
Verteidiger noch fähig sein könnte. Durch den Wechsel von Kaltenbrunner von Chur
nach Wiler wurde diese Konstellation erst möglich. Aber auch die Formation um
die Achse Thorsell/Gerber/Hedlund brauch sich nicht zu verstecken.
Sowieso konnten sich gegen die Jets auch Spieler ins Szene setzen, welche sonst
eher für die Defensive zuständig sind. Mit Schild (auch er traf erstmals für
seinen neuen Verein), Bichsel, Koch und Thorsell konnten sich weitere
Abwehrspieler in die Torschützenliste einreihen.
Eine Ligareduktion tut Not
Die Berner gehen damit als Leader in die dreiwöchige Natipause und sind derzeit
einzig noch in Reichweite von Alligator Malans, welches der Berger-Truppe auch
die bislang einzige Niederlage beifügte. Die beiden Equipen spielen denn auch
quasi in einer anderen Liga als die übrigen acht Teams. So sehr diese
Kantersiege die Wiler Offensive veredelt und das Heimpublikum (noch) erfreut, so
wenig sprechen diese Resultate für die Qualität der aktuellen Liga. Eigentlich
sind diese Resultate der letzten Wochen, damit sind nicht nur jene des Meisters
gemeint, ein klares Plädoyer für einer 8er Liga. Von der vor der Saison
prophezeiten grössere Ausgeglichenheit der Liga aufgrund der Oeffnung in der
Ausländerfrage ist derzeit jedenfalls nichts zu sehen. (ms)
SV Wiler-Ersigen - Kloten Jets 19:4 (8:1, 9:0, 2:3)
Sportzentrum, Zuchwil - 585 Zuschauer
SR: Schoch/Estermann
Tore: 2. Bürgin (Andres) 0:1, 5. Kaltenbrunner (M. Hofbauer, Ausschluss Angst) 1:1, 8. Thorsell (Hedlund) 2:1, 11. M. Hofbauer (Zurflüh) 3:1, 12. Schild (Kaltenbrunner) 4:1, 15. C. Hofbauer (M. Hofbauer) 5:1, 16. Kaltenbrunner (M. Hofbauer) 6:1, 17. M. Hofbauer 7:1, 18. Bichsel (Gerber) 8:1, 21. Gerber (Krähenbühl) 9:1, 21. Schild (Kaltenbrunner) 10:1, 22. Luginbühl (Laitinen) 11:1, 23. Hedlund (Krähenbühl) 12:1, 28. C. Hofbauer (Zurflüh) 13:1, 31. Zurflüh (M. Hofbauer) 14:1, 37. M. Hofbauer (Kaltenbrunner, Ausschluss Morf) 15:1, 38. Koch 16:1, 39. Kaltenbrunner (M. Hofbauer) 17:1, 46. Neumann (Sigrist) 17:2, 51. Neumann 17:3, 51. Hedlund (Bichsel) 18:3, 57. M. Hofbauer (Zurflüh) 19:3, 59. Neumann 19:4
Strafen: Wiler 1x2', Kloten 4x2'
Wiler-Ersigen: Kellenberger (41. Leisi); Schild, Kaltenbrunner; Bichsel, Thorsell; Koch, D. Zimmermann; C. Hofbauer, M. Hofbauer, Zurflüh; Krähenbühl, Gerber, Hedlund; Rüegsegger, Laitinen, Luginbühl; Mühlethaler, Mühlemann
Bemerkungen: Wiler ohne Streit, Brechbühl und Keller (alle verletzt); Flury nicht im Aufgebot; Schneeberger (Ersatz); 42. Gerber verletzt ausgeschieden; NLA-Debut von Kaspar Mühlemann
Best Players: Kaltenbrunner / Bürgin