06.
04.
2014
NLA Männer | Autor: "Nordwestschweiz"

UM: Kapitale Demontage gut verdaut

Mittelland Olten Zofingen gleich die Auf-/Abstiegs-Serie gegen Thun (NLB) dank eines 4:3-Siegs in Spiel 4 wieder aus.

UM: Kapitale Demontage gut verdaut Alter Schwede: Olle Thorsell sorgte mit seinem unerwarteten Comeback in Spiel 4 für Aufsehen (Bild Adrian Rieben)

Besondere Spiele machen besondere Massnahmen nötig, dachte sich wohl Mittelland-Trainer Olle Thorsell nach der 0:10-Klatsche im dritten Spiel der Auf-/Abstiegsrunden-Serie gegen Thun am Samstag. Nach über drei Jahren ohne Ernstkampf auf Toplevel gab Thorsell gestern sein Comeback auf dem Feld. «Ich wollte ein Impuls geben und dem Team mit meiner Erfahrung den Druck von den Schultern nehmen», umschrieb der langjährige Wiler-Ersigen-Akteur seine Beweggründe. Thorsell merkte man die lange Abwesenheit nicht an. Sofort wurde klar: Dieser Mann kann es immer noch. Die Ruhe am Ball und das Auge für ein brillantes Zuspiel, welches den 34-Jährigen immer auszeichnete, hat er auch heute noch. Nach dem Abfangen eines Thuner Konters machte Thorsell mit dem ersten Abschluss der Partie nach eineinhalb Minuten gleich richtig auf sich aufmerksam. Der UM-Auftritt in den Startminuten liess ohnehin einen Zuschauer zurück, der sich nur schwer vorstellen konnte, wie diese Equipe noch am Vortag derart demontiert wurde. Das Spiel verlief äusserst hektisch und war wahrlich nichts für den Unihockey-Feinschmecker. Viel Kampf und Krampf dominierte das Geschehen. Noch blieben die Abschlüsse aber Mangelware, da sich die Akteure immer wieder in beinharten Zweikämpfen verloren.

Die Führung der Thuner, welche es unbedingt zu vermeiden galt, verhinderte UM-Torhüter Binder in extremis, als er einen Abschluss im Liegen noch von der Linie kratzte. Die angestrebte Führung gelang hingegen den Platzherren früh im zweiten Abschnitt. Milos Tyl verwertete im Slot ein weites Zuspiel von Rafael Wolf. Mittelland, das nun deutlich dominanter auftrat, vergab durch Baumann drei Zeigerumdrehungen später eine nächste Grosschance. Dem Gastgeber gelang es in der Folge nicht, die optischen Vorteile in Tore umzumünzen. Die Thuner eroberten ab Spielhälfte das Zepter zurück und drehten nun auf. Immer wieder geriet die UM-Defensive in Bedrängnis und musste sich einer Regelwidrigkeit bedienen, um die anstürmenden Gäste zu stoppen. In Unterzahl ging es noch gut, doch wenig später schlug es doch hinter Jan Binder ein. Nach einem Querpass über die gesamte Spielfeldbreite zielte Akermann hoch und genau.

Der Kampf auf Biegen und Brechen verhinderte klare Chancen. Vermehrt wurde daher zum Mittel der Distanzschüsse gegriffen. Einen solchen gab Schneeberger nach 50 Minuten ab. Baumann drückte den Abpraller mit letztem Einsatz über die Linie. Keine zwei Minuten später erhöhte Mittelland auf 3:1. Simon Stettler hatte einen Thuner Gegenstoss abgefangen und Wolf bedient, der präzis in die weite Ecke zielte.

Thun zeigte sich hartnäckig
Die hartnäckigen Gäste gaben auch nach diesem Rückschlag aber nicht auf und konnten sich in der gegnerischen Ecke festsetzen. Nun revanchierte sich Thun für den «hässlichen» Treffer Mittellands. Ähnlich unschön drücken die Berner den Ball zum Anschluss ins Tor (53. Minute). Zweieinhalb Minuten vor Schluss vergab Mittelland beste Möglichkeiten gleich im Doppelpack. Deshalb erfolgte nun das bekannte Spiel: Thun ersetzte seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Mit Erfolg, denn schon zehn Sekunden später (59.) lag die Kugel im UM-Tor.

Dies sollte jedoch noch nicht der Schlusspunkt sein. Denn passend zum chaotischen Spiel nutzniesste Maurice Thomas 29 Sekunden vor der Sirene die nicht mehr vorhandene Deckung. Der Lucky-Punch bewahrte Thorsell und seine Akteure vor dem Gang in die Verlängerung. Damit steht die Serie 2:2. Thorsell zeigte sich erleichtert über die späte, aber nicht unverdiente Siegsicherung: «Es war wichtig für uns, sofort auf die Kanterniederlage zu antworten. Auch ein knapper Sieg tut gut.»


Mittelland - Thun 4:3 (0:0, 1:1, 3:2)
Giroud-Olma. - 306 Zuschauer. - SR: Scherrer/Zähnler.
Tore: 22. Tyl (Wolf) 1:0. 38. Akermann (M. Fankhauser) 1:1. 50. Baumann (Schneeberger) 2:1. 52. Wolf (Stettler) 3:1. 53. Saurer (Rothen) 3:2. 59. Akermann (Wettstein) 3:3. 60. (59:31) Thomas (Von Arx) 4:3.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Mittelland: Binder; Pass, Schaufelberger; Thorsell, Schneeberger; Ottiker, Häfeli; Wolf, Tyl, Stettler; Kasper, Baumann, Thomas; Rösch, Schmid, Von Arx.
Thun: Th. Fankhauser; Nobs, S. Stauffer; M. Fankhauser, Graf; R. Stauffer, Saurer; Zaugg, Kramer, Wettstein; Rothen, Obi, Kneer; Winkler, Frey, Haueter; Akermann, Fröhlich.
Bemerkungen: Mittelland ohne Infanger, Kofmel, Nyffenegger, Stegl (alle verletzt) sowie Hug (krank). - 52. Timeout Thun. Thun ab 58:28 bis 58:38 und ab 59:31 bis Ende ohne Torhüter, dafür mit sechstem Feldspieler. - Rafael Wolf (Mittelland) und Lukas Akermann (Thun) als beste Spieler ihrer Teams ausgezeichnet.

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