01.
2011
Wiler zeigt Malans den Meister
Mit Spannung wurde der Spitzenkampf zwischen Leader Wiler-Ersigen und Verfolger Alligator Malans erwartet. Nicht wenige sprachen sogar vom vorgezogenen Finale. 621 Zuschauer lockte die Affiche in die Maienfelder Lusthalle. Zu sehen bekamen sie eine attraktive Partie, auch wenn die Mehrzahl der Schaulustigen auf einen Sieg der Einheimischen gehofft hatte. Diese mussten aber anerkennen, dass Wiler-Ersigen gestern zu abgebrüht war. Besonders erstaunlich: Der Meister musste auf sechs Stammspieler verzichten und trat - im Gegensatz zum Malans - gar ohne ausländische Verstärkung an. Sechs Nationalspieler liefen aber trotzdem für Wiler-Ersigen auf, der siebte, Michael Zürcher, verletzte sich kurz nach Spielbeginn.
Malans erwacht zu spät
Wiler-Ersigen war aber eine Nummer zu gross für Malans. Nur einmal lagen die Alligatoren in Führung. Petri Hakonens 1:0 in der 25. Minute lancierte den anfangs noch etwas gehemmten Spitenkampf so richtig. Mit drei Toren in sechs Minuten legten die Berner danach den ersten Grundstein für den späteren Sieg. Dank einem Überzahltor von Jami Manninen (36.) kamen die Malanser nochmals heran, zwei weitere Überzahlmöglichkeiten liessen sie in der Folge aber aus. Dies sollte sich in der Endabrechnung rächen.
In der 49. Minute schien die Partie nach Fabio Muttis 5:2 bereits entschieden. Wiler-Ersigen war stets einen Tick schneller, zielstrebiger und vor allem effizienter als ihre Malanser Kontrahenten. Erst in der Schlussphase erwachten die Herrschäftler. Nach zwei Toren von Manninen und Martin Ostransky stand es plötzlich nur noch 6:5 für Wiler-Ersigen. Das Feuer war zurück bei Malans, doch die Berner reagierten souverän - Captain Matthias Hofbauer machte mit einem Lupfer in der 57. Minute mit dem 7:5 alles klar.
"Zu ungeduldig"
"Wir waren zu ungeduldig", musste der Malanser Verteidiger Michael Pfiffner nach Spielschluss eingestehen. Die Abgeklärtheit sah Pfiffner als grössten Unterschied zu Wiler-Ersigen. "Wir suchten zu oft den Angriff, statt den sicheren Pass zu spielen", ärgerte er sich. In der Tat kamen die Berner sehr einfach zu ihren Toren, während Malans einen ungleich grösseren Aufwand betreiben musste, um zu einem Tor zu kommen. Langweilig wird es den Malansern vor den Playoffs sicher nicht. Wollen sie den Meister dann wirklich fordern, ist noch ein gerütteltes Mass an Arbeit erforderlich.
Alligator Malans - Wiler-Ersigen 5:7 (0:0, 2:3, 3:4)
Lust, Maienfeld. - 621 Zuschauer. - SR Güpfert/Ziegler.
Tore: 25. (24:27) Hakonen (Manninen) 1:0. 26. (25:54) Steffen (Zimmermann) 1:1. 28. Zimmermann (Flury/Ausschluss Pfiffner) 1:2. 32. Flury (Matthias Hofbauer) 1:3. 36. Manninen (Jussila/Ausschluss Fankhauser) 2:3. 46. Matthias Hofbauer (Krähenbühl) 2:4. 49. Mutti (Hirschi) 2:5. 52. (51:16) Jussila (Ostransky) 3:5. 53. (52:20) Meister (Schneeberger) 3:6. 54. (53:22) Manninen (Jussila) 4:6. 55. (54:09) Ostransky (Manninen) 5:6. 57. Matthias Hofbauer (Krähenbühl) 5:7.
Strafen: Je 4-mal 2 Minuten.
Alligator Malans: Hitz; Hakonen, Pfiffner; Joss, Vetsch; Eberhard, Zurflüh; Laely, Jussila, Manninen; Capatt, Brunner, Ostransky; Lutz, Lüthi, Wyder.
SV Wiler-Ersigen: Haab; Bichsel, Flury; Schmocker, Schneeberger; Bieber, Hirschi; Fankhauser, Matthias Hofbauer, Krähenbühl; Zürcher (4. Wittwer), Meister, Mutti; Zimmermann, Gloor, Steffen.
Bemerkungen: Alligator Malans komplett, Wiler-Ersigen ohne Gerber, Christoph Hofbauer, Mendelin, Quist, Streit, Thorsell (alle verletzt). - 4. Zürcher verletzt ausgeschieden, 11. Pfostenschuss Krähenbühl, 20. Lattenschuss Hakonen, 59. Timeout Alligator Malans.