12.
2025
Berger: «Möchte nicht gegen unsere 3. Linie spielen»
Doris Berger hat emotionale Tage vor sich. Am Donnerstag wird sie 29 Jahre jung, am Sonntag geht ihre letzte WM zu Ende. Danach steht noch ein letztes Spiel mit Skorpion Emmental auf dem Programm, bevor sie zu Thorengruppen in die SSL wechselt.
Was kann aus einseitigen Partien wie gegen Lettland und heute Dänemark ins weitere WM-Turnier mitgenommen werden?
Doris Berger: Diese Aufgaben in der Favoritenrolle sind nicht einfach. Es braucht Qualität - wenn diese fehlt, baut das die Gegnerinnen auf. Plötzlich gehen sie voll in die Zweikämpfe wenn sie eine Chance wittern. Das war heute im zweiten Drittel etwas zu sehr der Fall für meinen Geschmack.
Gestern gegen Lettland lief es besser?
Wir hatten auch da gewisse Probleme. Grundsätzlich geht es einfach darum, mit hoher Passqualität ein gutes Gefühl für die wichtigen Spiele zu holen.
Was ist besser - zwei Abtast-Spiele und dann Tschechien oder gleich ein Knüller wie bei Schweden gegen Finnland?
Ich denke, das Tempo zwischen Schweden und Finnland war viel höher bei uns und es wird diesen Nationen helfen, die kleineren Gegner zu überrollen.
Was besser war als gestern, als es zweimal nach vier und acht Sekunden nach einem Schweizer Tor einen Gegentreffer absetzte - heute dauerte es einmal 42 Sekunden. Ein Fortschritt.
Genau (lacht). Nein, das müssen wir abstellen. Nach einem Tor sollte der Flow bei uns sein, nicht beim Gegner.
Müssen wir uns Sorgen machen, dass die dritte Linie in den zwei «einfachen» Spielen keine Tore schoss - oder wird diese in den wichtigen Spielen ohnehin eine andere Aufgabe haben?
Also ich möchte nicht gegen unsere dritte Linie spielen müssen. Sie hat extrem viel Power und kann mit Kontern den Unterschied ausmachen. Das Spiel machen zu müssen ist eher weniger eine Stärke.
![]()
Doris Berger konnte sich gegen Dänemark als Torschützin feiern lassen. (Bild: Dieter Meierhans)
Wir haben schon vor einer Weile gehört, dass dies deine letzte WM wird und dachten, danach folgt bei den Skorps noch ein «lockeres Auslaufen» bis Ende Saison - dann wurde dein Wechsel zu Thorengruppen in die SSL bekannt. Wie kam es dazu?
Ich wurde angefragt, da begann es im Kopf zu rattern. Alles sprach dafür, diese Challenge anzunehmen - bis auf die Loyalität den Skorps gegenüber. Aber ich würde es bereuen, diese Chance nicht wahrzunehmen.
Suchte Thorengruppen Spielerinnen und Linn Larsson meinte, sie kenne da noch eine gute Verteidigerin?
David Jansson kenne ich ja auch. Er arbeitet für Thorengruppen und fragte mich an. Wir haben meine Rolle diskutiert und jetzt freue mich auf die Herausforderung.
Und Skorps-Trainer Benjamin Abplanalp hast du eine Nachricht geschickt, du seist nach der WM dann nicht mehr an Bord?
Ich sagte ihm, dass wir etwas trinken gehen müssen, um eine Angelegenheit zu besprechen.
Hoffentlich in seinem Restaurant, damit er noch etwas Umsatz gemacht hat?
Das müssen wir noch nachholen (lacht). Es war nach einem Training. Ich wollte seine Meinung als Trainer der Skorps und die, wie wenn er nicht mein Trainer wäre. Als Trainer fand er den Wechsel schlecht, als «andere Person» gut.
Fliegst du am Sonntag nach dem WM-Ende direkt nach Umea?
Nein, das letzte Spiel mit den Skorps vor Weihnachten will ich unbedingt noch mitnehmen. Meine Teamkolleginnen haben meinen Entscheid mit viel Verständnis aufgenommen und gönnen mir das Abenteuer, sie hätten auch anders reagieren können. Ich werde nach Weihnachten mit der Familie am 27. Dezember nach Schweden fliegen.