08.
09.
2021
Nati Frauen A | Autor: Güngerich Etienne

"Es war ein Heimspiel für mich"

Doris Berger hat am 4-Länderturnier in Muri ihre ersten Länderspiele für die Schweiz bestritten. Die Verteidigerin kam in allen drei Partien zum Einsatz und überzeugte mit ihrem defensiven Handwerk. Im Interview spricht die 25-Jährige unter anderem auch über ihren Wechsel nach Chur.

Doris Berger hat in Muri ihre ersten Spiele für die Schweiz bestreiten dürfen. (Bild: swiss unihockey)

Mit dem 6:1-Sieg über Tschechien, hat die Frauen-Nati das 4-Länderturnier in Muri erfolgreich abgeschlossen. War es zugleich auch die beste Leistung von euch?
Doris Berger: Ich hatte das Gefühl, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern konnten. Gegen Tschechien war das erste Drittel noch etwas verhalten. Danach war es aber eine gute Leistung, obwohl wir in der Offensive sicher noch etwas kaltblütiger auftreten dürften. Über das ganze Turnier gesehen, haben wir uns aber auch als Team immer besser gefunden.

Für dich war es ja besonders speziell. Du warst zwar schon einige Male bei Zusammenzügen dabei, hast aber noch nie ein Spiel bestritten.
Dass ich als Bernerin ausgerechnet hier meine ersten Länderspiele bestreiten durfte, war natürlich fantastisch. Viele Bekannte kamen extra in die Halle, um mich zu sehen - es war für mich also fast wie ein Heimspiel. Aber egal wo, es ist sowieso eine Ehre, für die Schweiz zu spielen.

Was musstest du an deinem Spiel umstellen?
Das schwierigste zum Einschätzen war für mich das Tempo. Es ging dann tatsächlich alles ein bisschen schneller, aggressiver und intensiver zu und her. Die Qualität ist allgemein höher. Spannend war auch, dass Körpertäuschungen hier besser funktionierten, als in der Liga, weil die Gegenspielerinnen dort meistens nicht mitmachen.

Du hast das ganze Wochenende in der dritten Linie agiert, in der noch nicht viel Nati-Erfahrung vorhanden ist. Trotzdem habt ihr eure Sache ordentlich erledigt.
Das finde ich auch. Zuerst fokussierten wir uns auf die Defensive und auf das einfache Spiel. Danach trauten wir uns im Spiel mit Ball immer mehr zu und waren mutiger. Dass wir gegen Schweden zwei Tore erzielen konnten, war der Höhepunkt.

Du arbeitest seit zwei Jahren auf der Geschäftsstelle von swiss unihockey und bist dort zuständig für die Administration der Nationalteams. Hast du also dein Aufgebot gleich selber verschickt?
(lacht) Nein, ich trat bei den Frauen quasi in den Ausstand und habe diese Aufgaben abgegeben. Das ist wahrscheinlich besser so für mich. Als ich die Stelle antrat, habe ich eigentlich auch nicht damit gerechnet, dass ich einmal ein Thema für die Nati werde.

Es sind noch etwas mehr als zwei Monate bis zur WM in Schweden. Dort dabei zu sein, ist dein Ziel?
Natürlich. Ich bin froh, dass ich jetzt meine ersten Spiele bestreiten und mich zeigen durfte. Aber ob ich zum WM-Team gehören werde, entscheiden andere Leute. Ich werde einfach weiterhin mein Bestes geben.

Erhoffst du dir durch den Wechsel nach Chur auch für die Nati einen Schub?
Der Wechsel hatte diverse Gründe. Ich habe meine ganze Karriere bei den Skorps verbracht und habe ihnen sehr viel zu verdanken. Aber ich hatte das Gefühl, dass es Zeit für eine Horizonterweiterung ist. Der Wechsel hat mir sehr gut getan. Ich habe eine tolle Rolle erhalten, kann beobachten, was im Bündnerland anders gemacht wird und meine Erfahrungen reinbringen. Wir haben zwar ein junges Team und müssen uns noch etwas finden. Aber das Potential und die Ambitionen sind da.

Hat die ewige Pendlerei zwischen Bern und Chur noch nicht aufs Gemüt geschlagen?
Bis jetzt funktioniert es sehr gut. Ich habe eine Wohnung in Thun und in Chur, womit ich das pendeln ein bisschen reduzieren kann. Es braucht einfach eine sehr gute Planung und Organisiation.

 

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