11.
2011
Knapper Schweizer Frauen-Sieg über Tschechien
Die Partie begann rasant. Bereits nach 13 Sekunden markierte Mirca Anderegg, welche gegen Tschechien ihr 100. Länderspiel bestritt, mit einem satten Schuss das Torgehäuse. Die Tschechinnen erholten sich rasch von diesem Schrecken und rissen in der Folge das Spielgeschehen vermehrt an sich. Es schlichen sich bei den Eidgenossinnen zunehmend Unkonzentriertheiten ein. Nach einem Schweizer Abwehrfehler zog Rittmeyer die Notbremse. Steglova verwertete den daraus resultierenden Penalty in sicherer Manier. Da die Schweizerinnen kurz vor Schluss eine Überzahlsituation nicht in Tore umzumünzen vermochten, mussten die Schweizerinnen mit einem 0:1-Rückstand zum Pausentee antreten.
Viele Fehler, viele Chancen
Je länger das Spiel dauerte, desto häufiger schlichen sich auch bei den Tschechinnen Fehler ein. Wiki liess sich nicht zweimal bitten, als sich ihr die Chance zum Ausgleich bot. Sie beförderte den Ball wuchtig ins hohe Eck. Nur wenig später herrschte kurz Aufregung: Die Tschechin Nikola sah die rote Karte, ohne sich eines Vergehens schuldig gemacht zu haben. Ihr Betreuerstab schien seine Hausaufgaben nicht gemacht zu haben und vergass, die Spielerin auf dem Matchrapport aufzuführen. Das fünfminütige Überzahlspiel der Schweizerinnen war zu harmlos, um am Spielstand etwas ändern zu können. Anschliessend tröpfelte das von vielen Fehlern lebende Spiel vor sich hin. Beide Teams kamen zu Chancen, ohne diese verwerten zu können.
Zitterpartie im letzten Abschnitt
Auch der letzte Spielabschnitt begann aus Schweizer Sicht nervös und lebte von Fehlern, wobei die Intensität und damit die Attraktivität des Spiels anstiegen. Den Schweizer Statistikern dürften bei der Betrachtung der Fehlpassquote die Haare zu Berge gestanden haben. Kotikova nutzte einen Ballverlust der unkonzentrierten Schweizerinnen und passte auf die Bocanova, welche zur Führung für die Tschechinnen vollendete. Die Schweizerinnen reagierten postwendend und konnten dank Stadelmann ausgleichen. Und es kam noch besser: In der 11. Minute schnappte Bärtschi einer Tschechin in der gegnerischen Spielhälfte den Ball weg, umlief Tschechien-Hüterin Christianova und schob frech zur erstmaligen Schweizer Führung ein. Von Rickenbach erhöhte nur eine Minute später auf 4:2. Doch die Tschechinnen gaben sich nicht so schnell geschlagen und reagierten sogleich mit dem Anschlusstreffer. Die letzten Minuten wurden zur Zitterpartie, doch letztendlich brachten die Schweizerinnen den Sieg sicher über die Bühne.
Schweiz - Tschechien 4:3 (0:1, 1:0, 3:2)
Helsinki Convention & Exhibition Center - 302 Zuschauer - SR Koskinen/Rannikko (FIN).
Tore: 7. Steglova (Penalty) 0:1. 22. Wiki 1:1. 44. Bocanova (Kotikova) 1:2. 46. Stadelmann (Anderegg) 2:2. 51. (50:03) Bärtschi 3:2. 52. (51:55) von Rickenbach (Vögeli) 4:2. 54. Hasova (Pastuskova) 4:3.
Strafen: keine gegen Schweiz, 1mal 2 Minuten und 1mal 5 Minuten und Matchstrafe (Nikola) gegen Tschechien.
Schweiz: Bircher; Berner, Gabathuler; Arpagaus, Rittmeyer; Zimmermann, Hofstetter; Marti; Anderegg, Rüttimann, Stadelmann; Suter, von Rickenbach, Vögeli; Wiki, Stella, Scheidegger; Bärtschi, Frick.
Tschechien: Christianova; Billa, Cepek-Zizkova; Katikova, Krupnova; Macurova, Pastuskova; Steglova, Zilkova, Urbankova; Lackova, Kojackova, Szotkowska; Bocanova, Bocanova, Hyrslova.
Bemerkungen: 1./57. Pfosten-/Lattenschuss Anderegg, 58. Time-Out Tschechien, anschliessend mehrheitlich ohne Torhüterin. Anderegg (Schweiz) und Kotikova (Tschechien) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.