04.
2009
Schweizerinnen zeigten viel Moral
Zum Auftakt des Damen-4-Länderturniers in Chur bekam das Publikum eine sehr animinierte Partie zwischen der aktuellen Weltnummer 2 (Finnland) und 3 (Schweiz) zu sehen. Diese endete mit einem den Spielanteilen gerechten 5:5-Unentschieden. Vor allem kämpferisch konnten die Schweizerinnen überzeugen.
Als Langsamstarterinnen waren die Schweizer Unihockeyfrauen zuletzt bekannt. In den zwei- bis dreimal jährlich ausgetragenen Länderspielen der Euro Floorball Tour gingen die Startpartien in der Vergangenheit verloren. „Bereit von der ersten Sekunde sein" war denn auch das erste Ziel von Nationaltrainer Felix Coray. Ganz erreichten seine Schützlinge ihr Ziel nicht. Bereits in der vierten Minute lagen sie 0:1 in Rückstand. Doch die Antwort folgte sogleich. Nach Toren von Captain Simone Berner (6.) und Andrea Benz (8.) kehrten sie das Resultat. Nach zwei unglücklichen Treffern mussten die Schweizerinnen trotzdem mit einem 2:3-Rückstand in die erste Pause.
Daniela Stettler mit dem späten Ausgleich
Nach dem 2:4 von Minna Korhonen (29.) schien die Partie zu Gunsten der Finninnen zu kippen. Etwas dagegen hatte die Einheimische Sabrina Arpagaus. Mit einem Weitschuss erzielte die Piranha-Chur-Verteidigerin den wichtigen Anschlusstreffer eine Zeigerumdrehung später. Kurz nach Wiederanpfiff glich Simone Berner mittels Penalty dann sogar zum 4:4 aus (42.). Die wirblige Verteidigerin Jenni Morottoja brachte Finnland vier Minuten später zwar wieder 5:4 in Führung. Doch die Schweizerinnen zeigten viel Moral. Die im letzten Drittel eingewechselte Daniela Stettler erzielte in der 55. Minute den vielumjubelten Ausgleich - nur kurz zuvor war sie noch direkt von der Strafbank kommend an der finnischen Torhüterin Laura Still gescheitert.
„Wir wollten natürlich gewinnen, aber mit dem Gezeigten können wir grundsätzlich zufrieden sein", meinte Marco Moser nach seinem Debüt als neuer Assistenztrainer des Schweizer Nationalteams. „Wir liessen anfangs zu viele Konter zu", meinte der Dietliker Meistercoach über die Gegentore im Startdrittel. Dass er und Nationaltrainer Felix Coray während der ganzen Partie mit zwei Linien agierten, erklärte Moser mit dem Vorteil „mehr Druck ausüben zu können". Für die zweite Partie vom Samstag gegen Schweden (19 Uhr) erhofft er sich vor allem eine Steigerung in der Chancenauswertung. Die Schwedinnen gewannen ihre Startpartie gegen Tschechien nach zwei torlosen Dritteln mit 5:0. Dreifache Torschützin war dabei Elin Tjärnström.
Finnland - Schweiz 5:5 ( 3:2, 1:1, 1:2 )
Gewerbeschule Chur - 250 Zuschauer
SR: Fahlberg/Gestrup (SWE)
Tore: 4. Alanko (Merikanto) 1:0. 6. Berner (Hofstetter) 1:1. 8. Benz (Vögeli) 1:2. 11. Vartiainen 2:2. 14. Merikanto 3:2. 29. (28.22) Korhonen (Alanko) 4:2. 30. Arpagaus 4:3. 42. Berner (Penalty) 4:4. 46. Morottoja (Alanko) 5:4. 55. Stettler (Hofstetter) 5:5
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Finnland: Still; Vartainen, Jounten; Morottaja, Kokko; Porjankoski, Karjalainen; Saukko, Elina Kujala, Karoliina Kujala; Ukkonen, Yli-Kojola, Suorelius; Merikanto, Korhonen, Alanko
Schweiz: Tschümperlin; Berner, Hofstetter; Arpagaus, Gabathuler; Nötzli, Klein; Anderegg, Stadelmann, Ulber (41. Stettler); Benz, Rittmeyer (35. Suter), Vögeli
Bemerkungen: 35. Rittmeyer verletzt ausgeschieden