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Nati Frauen U19 | Autor: Streiter Constantin

Schweiz verliert Halbfinal und spielt um Bronze

Das Schweizer U19-Nationalteam der Frauen verpasst den Final an der WM in Norditalien. In einem lange ausgeglichenen Spiel gegen Schweden kassieren die Schweizerinnen in der letzten Viertelstunde die zwei entscheidenden Tore und können darauf nicht mehr reagieren.

Schweiz verliert Halbfinal und spielt um Bronze In einer engen und spannenden Partie konnte sich Schweden am Ende durchsetzen. (Bild: IFF Floorball)

Die Schwedinnen starteten am Samstagabend etwas besser in den Halbfinal. Sie hatten zwar mehr Ballbesitz, konnten daraus aber keine nennenswerten Top-Chancen kreieren. Dann sorgte die Schweiz für ein erstes Ausrufezeichen, als Anja Gross den Ball an die Latte schoss. Zwei Minuten später wurde Livia Kurz von Lina Meier mit einem hohen Pass angespielt und traf sehenswert mit einer Volley-Direktabnahme. Beinahe hätten die Schweizerinnen im nächsten Einsatz nachgedoppelt, doch die Schwedinnen übernahmen nun wieder die Spielkontrolle und hatten mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse. Die Schweizerinnen vermochten aber die gefährliche Zone vor ihrer Torhüterin gut abzuriegeln und Aline Joye konnte sich ebenfalls mit einigen starken Paraden auszeichnen. Nachdem Norina Reusser mit einem Konter knapp scheiterte, versuchten es kurz vor der Pause noch einmal die Schwedinnen. Der Ball prallte vom Pfosten ab und von dort direkt auf die Schaufel von Jonna Lindgren, die nur noch zum 1:1 abstauben musste.

Schweiz mit Reaktion auf Rückstand
Die Spielanlage veränderte sich nach dem ersten Seitenwechsel nur wenig. Zwar hatte Schweden öfter den Ball, richtig gefährlich wurde es vor dem Schweizer Tor aber selten. Dann konnte sich die Schwedin Emellie Gharaei im hohen Slot lösen und nutzte diesen kurzen Moment, um sehenswert ins Lattenkreuz zum 2:1 zu versenken. Erstmals in Rückstand liegend, reagierten die Schweizerinnen sofort und versuchten das Spieldiktat an sich zu reissen. Tatsächlich konnten sie den Ball nun einige Male gut laufen lassen und erspielten sich gute Abschlüsse. Vorerst blieb es aber bei der knappen schwedischen Führung, bis die Schweiz in der 39. Minute das erste Powerplay der Partie bestreiten durfte. Wenige Sekunden vor der Pause fasste sich Livia Kurz ein Herz und beförderte den Ball aus der Halbdistanz unter die Latte, wobei der Schuss noch vom Kopf einer Teamkollegin abgelenkt wurde. Dank diesem Treffer war die Partie vor dem letzten Drittel wieder völlig offen.

Schweden kaltblütiger
In den letzten 20 Minuten waren beide Teams darauf bedacht, defensiv nicht zu viel zu riskieren. In der 43. Minute musste erstmals eine Schweizerin auf die Strafbank, doch das Boxplay konnte schadlos überstanden werden. Es folgten zwei fatale Momente in der 47. Spielminute: Erst scheiterte Norina Reusser nach einem schnellen Konter mit einer absoluten Top-Chance, im direkten Gegenzug machten es die Schwedinnen besser und beförderten den Ball zum 2:3 in die weite obere Ecke des Tors. Die Schweiz versuchte, zurück ins Spiel zu finden, musste dem Ball aber viel hinterherrennen. Die Energietanks schienen sich allmählich zu leeren, was auch die nächste Schweizer Strafe sieben Minuten vor Spielende erklärt. Diesmal konnten die Schwedinnen in Überzahl reüssieren und die Schweizerinnen rannten zu fünft weiter an. Es folgte, wie so oft in solchen Situationen, ein Timeout und der Versuch mit einer zusätzlichen Feldspielerin anstelle des Goalies. Die Schweiz konnte ihre Gegnerinnen nun einschnüren, viele gefährliche Abschlüsse gab es aber nicht mehr und so fiel mit dem 5:2 wenige Sekunden vor Schluss die definitive Entscheidung.

Die Schweiz verpasst den Final nach einem lange ausgeglichenen Spiel gegen Titelverteidiger Schweden und trifft nun im Spiel um die Bronzemedaille am Sonntag um 13 Uhr auf Tschechien, das am Donnerstag im Gruppenspiel knapp mit 6:5 besiegt wurde. Im Final spielen Schweden und Finnland um den U19-Weltmeistertitel der Frauen.

 

U19-WM Frauen 2026, Halbfinal

Schweiz - Schweden 2:5 (1:1, 1:1, 0:3)
Bella Italia, Lignano Sabbiadoro (ITA). 415 Zuschauer. SR De Conno Bobitzer/Coduto.
Tore: 8. Kurz (Meier) 1:0. 20. Lindgren (Karlsson Johansson) 1:1. 25. Gharaei (Aberg) 1:2. 40. Kurz (Härtsch) 2:2 (Ausschluss Schweden). 47. A. Petersson (Lindvall) 2:3. 55. Karlsson Johansson 2:4 (Ausschluss Schweiz). 60. Gharaei 2:5 (ins leere Tor). 
Strafen: 2x2 Minuten gegen die Schweiz. 1x2 Minuten gegen Schweden.
Schweiz: Joye; Härtsch, Stoll; Schilliger, Meier; Oertle, O‘Grady; Odermatt; Kläy, Oehri, Pleisch; Kurz, Hürlimann, Reusser; Haldemann, Gross, Meryem; Christen, Bertsch
Schweden: Hellström; Aberg, Gunnarsson; Johansson, Nassen; Thorsell, Lindgren Gustavsson; Hultsved, Hagström, Gharaei; Holdt, Vadell, Lindvall; Hedberg, M. Petersson, Karlsson Johansson; A. Petersson, Andersson, Persson Lindeborg
Bemerkungen: 57. Timeout Schweiz. Ida Hultsved und Livia Kurz als beste Spielerinnen ausgezeichnet.

 

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