06.
2009
„Die Weltmeisterschaften werden in der Schweiz stattfinden!“
Renato, gemäss unseren Informationen wurdest du von Swiss Unihockey über die Probleme (Hallenkapazität, Fernsehabdeckung) bei der Organisation der Heim-WM informiert, der Antrag zur WM-Verschiebung erfolgte aber ohne deine Kenntnis. Ist dies korrekt?
Ich wurde anlässlich der ZV-Sitzung vom 27. Januar 2009 dahingehend informiert, dass Swiss Unihockey aus den bekannten Gründen eine Verschiebung der WM vom Dezember in den Mai wünscht. Gespräche verliefen dann auf präsidialer Ebene (IFF - Swiss Unihockey). Ich war nicht involviert. Ich erhielt dann eine Kopie des Briefes von Swiss Unihockey an den IFF. Selbstverständlich habe ich als Schweizer Vertreter versucht die Möglichkeit einer Verschiebung auszuloten. Die Zeiten aber, wo die drei Gründernationen alles bestimmt haben sind vorbei.
Laut CB-Protokoll vertrittst du die Meinung, das der IFF erst nach den Erfahrungen einiger WM's im Dezember wieder über den Kalender diskutieren sollte. Macht es überhaupt Sinn einen Antrag einzureichen, wenn nicht mal der nationale Vertreter diesen unterstützt?
An der Sitzung habe ich klar und deutlich erwähnt, dass ich den Vorstoss verstehe und eine entsprechende Diskussion stattfinden muss. Nun besteht der IFF aus 49 Nationen und es sind 7 CB Mitglieder die oft verschiedener Meinung sind. Kernpunkt der Diskussionen war, dass die WM in Prag bewies, dass der Dezember "voll" eingeschlagen hat und es unklug wäre, bereits jetzt auf den damaligen Entscheid zurückzukommen. Es geht in dieser Frage nicht um die Meinung des nationalen Vertreters, sondern um den Antrag eines Verbandes, der intensiv diskutiert und in einer Meinungsbildung entschieden wurde.
Natürlich unterstütze ich den Ansatz, dass zuerst eine vertiefte Analyse über die letzte WM gemacht werden muss. Das Resultat wird zeigen, ob die IFF auf den Antrag von Swiss Unihockey zurückkommt, was ich nicht ausschliesse.
Wie beurteilst du die momentane Situation? Hat das Ansehen der Schweiz im internationalen Verband gelitten? Droht gar ein Entzug der WM 2011 und 2012, falls sich ein Ersatzorganisator findet?
Nein das Ansehen hat nicht gelitten. Es ist legitim, dass ein Verband sich einbringt und für sich und die IFF die besten Voraussetzungen schaffen will. Die Verbände sind die IFF, wie die Schweizer Vereine Swiss Unihockey bilden.
Ich bin sicher, dass die Weltmeisterschaften 2011 und 2012 in der Schweiz stattfinden werden!
Nachdem Swiss Unihockey auf eine Wiederwahl von Thomas Gilardi als CB-Mitglied verzichtet hat, bist du seit 2006 der einzige Schweizer Vertreter in diesem Gremium. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen dir und Swiss Unihockey?
In den letzten vier Jahren hat sich die IFF strategisch neu ausgerichtet und die drei Bereiche Entwicklung, Marketing und politische Arbeit (IOC, Weltsportverband, etc.) forciert. Die Wettbewerbe sind gut organisiert und benötigten keine spezielle Aufmerksamkeit. Die grossen Anlässe finden ja zu 80% in den vier grossen Verbänden statt und diese sind hervorragende Organisatoren. Die Zusammenarbeit erfolgt mehr und mehr zwischen den Profis (Geschäftsführer zu Geschäftsführer). Somit hat sich der Kontakt minimiert - die nötigen Gespräche laufen oft bilateral.
Du bist als neuer Präsident von Schweizermeister Wiler-Ersigen vorgeschlagen. Befürchtest du keine Interessenskonflikte mit deiner Rolle als Verbandsfunktionär?
Ich habe diese Situation natürlich geklärt. Es besteht kein Interessenkonflikt. Ich werde am Europacup nicht dabei sein. Im IFF sitzen viele Verbandspräsidenten die ja Chefs der Nationalmannschaften sind. Thomas Gilardi als Vizepräsident des SUHV war ja lange Vorsitzender der Schiedsrichterkommission der IFF und war immer unparteiisch. Da gab es keine Probleme. Der Geschäftsführer der IFF ist Finne, war lange Vizepräsident des Finnischen Verbandes und der IFF. Seine Aufgabe ist nun eine andere, die er neutral ausfüllen muss. Es gäbe noch viele solcher Beispiele.
Unter Andreas Iseli war Wiler ausserordentlich erfolgreich. Eine Steigerung ist fast nicht mehr möglich. Welches sind deine Ziele/Visionen als Präsident von Wiler-Ersigen?
Wichtig ist sicher die Konsolidierung. Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Die bisherige Crew bleibt ja im Amt und hat hervorragende Arbeit geleistet. Zusammen mit den anderen Vereinen ist es die Aufgabe eines Spitzenvereins jede Initiative zur Förderung von Unihockey aktiv zu unterstützen. Die Ziele und Visionen sind formuliert. Es gilt, für eine nachhaltige Entwicklung die Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen und daraus die "richtigen" Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.