05.
2004
Die WM-Splitter – Teil III
Hermann Hesse wäre stolz auf Giovanni Marti, den Pressechef von Swiss Unihockey – wie der fastende und nach Weisheit und Erleuchtung strebende Romanheld Siddharta brillierte der sich auf WM-Diät befindende Giovi beim Journalisten-Toto. Er sah den 5:3 Sieg der Schweden gegen Finnland als einziger exakt voraus und kassierte 70 Franken. „Damit lade ich mein Medien-Team ein, die machen hier einen Super-Job“ strahlte Marti.
Etwas arrogant sind sie ja schon, die Finnen. Im Spiel gegen Lettland waren im Mitteldrittel noch 45 Sekunden zu spielen, und dennoch verliessen die meisten Spieler bereits die Bank in Richtung Garderobe. Nur die Spieler auf dem Feld sowie drei weitere Akteure auf der Bank harrten bis Drittelsende aus. Mangelnder Respekt vor dem Gegner oder ein kollektives dringendes Bedürfnis des Teams? Auch vor der Pressekonferenz nach dem Halbfinal gegen Schweden schien es den Finnen in ihrer Garderobe zu gefallen, erschienen sie doch mit einiger Verspätung zu den Interviews. Vielleicht sollten sie sich im Land der Uhren mit entsprechenden Hilfsmitteln eindecken, um künftig einen besseren Eindruck zu erwecken.
Renato Orlando, der Zentralpräsident von Swiss Unihockey, hielt es beim Spiel gegen Tschechien nicht in der Halle aus und begab sich auf einen Spaziergang. „Nach all den Jahren bin ich immer noch unglaublich nervös – ich brauche fast ein Sauerstoffzelt“ outete sich Orlando sympathisch als grosser Fan der Schweizer Nati. Verpasst hat Orlando, wie man nun weiss, bei seinem Spazierganz leider nicht viel.
Esa Jussila hat die Print-Premiere von unihockey.ch offenbar genau gelesen – jedenfalls erkundigte er sich beim Chefredaktor, was denn bitte ein Harfenspieler sei, denn als Spieler mit „Händen wie ein Harfenspieler“ war er im Magazin angepriesen worden. Als ihm die Bedeutung des Vergleichs in „nur keine Hemmungen Manier“ erläutert worden war, hellte sich seine Miene trotz Halbfinal-Niederlage wenigstens etwas auf.