11.
2009
Im Schlussdrittel überrollt worden
Drei Spiele in Folge ohne Niederlage nach 60 Minuten gegen Schweden gab es zuletzt - „eine hervorragende Bilanz für eine im Vergleich zu Schweden sehr kleine Unihockeynation", wie René Berliat im Vorfeld der Partie sagte. Die Schweizer stiegen denn auch ohne Angst vor grossen Namen (wobei diese, wie zum Beispiel Djurling oder Kalle Nilsson, teilweise auch geschont wurden) in die Partie. Christoph Hofbauer, Jan Binggeli und Matthias Hofbauer (der zudem einen Penalty vergab) sorgten bis zur 25. Minute für ein 3:0 zugunsten der Eidgenossen. Nun weiss man, dass dies gegen die Schweden nichts heissen mag - auch Finnland führte 4:1 und verlor noch. Trotzdem schien es, als ob die Schweizer den Mut nach der klaren Führung etwas verloren, offensiv zurückhaltender agierten und sich mehr auf die Defensive konzentrieren wollten. Das ging schief. Nur wenige Sekunden nach dem 3:1 fiel auf glückliche Art und Weise der Anschlusstreffer, und ab diesem Moment hatten die Schweden Blut geleckt.
Nieths Paraden nützten nichts
In der Offensive wollte ab Spielhälfte nicht mehr viel gelingen. Auch Emanuel Antener, auf den die Schweden besonders acht gaben, blieb bis auf einen Lattenschuss ziemlich blass. Der Wille war zweifellos da, aber der Zug aufs Tor war weg. So war es Torhüter Pascal Nieth vorbehalten, mit teilweise spektakulären Paraden eine höhere Niederlage zu verhindern. „Ein paar Mal war auch etwas Glück dabei", sagte Grünenmatts Keeper, der nach dem Spiel zum besten Spieler seines Teams gewählt wurde. „Über das ganze Wochenende gesehen war das wohl unser bestes Spiel, aber es reichte halt trotzdem nicht." In der Tat wirkten die Schweizer im Vergleich zu den Niederlagen gegen Finnland und Tschechien konzentrierter - aber auch gegen Schweden fehlte es ab Spielhälfte am letzten Zwick. Wenn diese Erkenntnis aus Brünn mitgenommen wird, hat das Turnier seinen Zweck trotz drei Niederlagen erfüllt. Und wenn die drei gewonnenen Penaltyschiessen (auch gegen Schweden gewannen die Schweizer dieses Duell zum Abschluss) Selbstvertrauen für künftige Entscheidungen im Schnellverfahren in Ernstkämpfen gibt, wäre das ein Bonus.
Die Schweden holten sich mit dem 8:4 auch den Turniersieg vor Weltmeister Finnland, Tschechien und der sieglosen Schweiz.
Schweden - Schweiz 8:4 (0:1, 3:3, 5:0)
MSH Vodova, Brünn - 441 Zuschauer.
SR: Bartosek / Bartosek (CZE).
Tore: 3. C. Hofbauer (M. Hofbauer) 0:1. 24. Binggeli (Joss) 0:2. 25. M. Hofbauer (Mühlethaler) 0:3. 25. Johnsson (Helgesson) 1:3. 29. Hagberg (Sundstedt) 2:3. 35. Samuelsson (Sundstedt) 3:3. 38. M. Hofbauer (C. Hofbauer) 3:4. 43. Sundstedt (Bron-Sundbom) 4:4. 49. Hagberg (Bron-Sundbom) 5:4. 54. Bron-Sundbom (Hagberg) 6:4. 57. Hagberg (Sundstedt) 7:4. 60. Stenberg (Bron-Sundbom) 8:4.
Strafen: Schweden 4 x 2 Minuten; Schweiz 2 x 2 Minuten.
Schweden: Klintsten; Egebrant, Sundstedt; Wallgren, Mattsson; Fischerström, M. Samuelsson; Bron-Sundbom, Gullstrand, Hagberg; Kim Nilsson, Olofsson, J. Samuelsson; Stenberg, Johnsson, Helgesson.
Schweiz: Nieth; Bichsel, Gerber; Dysli, Kuchen; Schmocker, Joss; Trüssel; C. Hofbauer, M. Hofbauer, Mühlethaler; Antener, Zimmermann, Schneiter; Zürcher, Wanner, Binggeli; Brunner, Rüegsegger.
Bemerkungen: 5. M. Hofbauer verschiesst Penalty.