09.
2009
Interview mit Milan Garcar
Milan Garcar kämpfte sich in der Verteidiger-Hierarchie bei Tatran Stresovice Jahr für Jahr nach oben, bis er an der Spitze war. Nach einer starken Weltmeisterschaft folgte die Belohnung in Form eines Transfers zu Falun in die Schwedische Superligan.
Milan, was sind deine ersten Eindrücke nach sechs Wochen in Schweden?
Vieles hat sich für mich verändert. Die Mentalität der Menschen hier ist anders als in Tschechien, das Spiel ist anders - aber der Verein hilft mir, wo er kann. Es gibt einige neue Gesichter im Team, nicht nur meines. Bisher läuft auf und neben dem Feld alles bestens, und ich freue mich auf den Beginn der Meisterschaft.
Was hat sich verändert? Inwiefern ist die Mentalität anders?
Der wichtigste Punkt ist das „Commitment" aller im Verein und im Team. Das Tempo in den Trainings ist auf Matchniveau. Jeder Sprint wird mit 100% Einsatz gemacht, keiner lässt mal eine Minute nach. Das ist der grösste Unterschied zu Tschechien, wo wir es bis jetzt nie geschafft haben, in den Trainings diesen Level zu erreichen. Darum bekunden wir in internationalen Spielen auch häufig Mühe in der Startphase, bis wir uns an das höhere Niveau gewöhnt haben. Bisher war das für mich die grösste „Lektion".
Für welche Rolle bist du vorgesehen?
Falun hat über Jahre aus einer massierten Verteidigung auf Konter gespielt. Coach Thomas Brottman möchte das Team nun aktiver ausrichten, anstatt nur auf Fehler des Gegners zu warten. Darum wurde ich als offensiver Verteidiger geholt, um die Stürmer mit Bällen zu füttern. Ich sehe mich in einer Art Libero-Position zwischen Abwehr und Verteidigung, was eine grosse Herausforderung ist.
Du bist in der Vorbereitung zu viel Spielzeit gekommen und hast in neun Spielen 12 Skorerpunkte (8 + 4) gesammelt. Zufrieden mit dem Auftritt bisher?
Die Freundschaftsspiele verliefen sehr gut. Ich konnte praktisch ohne Einschränkungen einfach spielen, das habe ich sehr genossen. Und wenn ich in der Meisterschaft auch nur annähernd so häufig skore, bin ich sehr zufrieden (lacht). Das wichtigste ist aber, dass die Siege eine gute Stimmung ins Team gebracht haben. Diese müssen wir nun in die Meisterschaft tragen.
Die Länderspiele Tschechiens gegen Deutschland letzte Woche hast du „geschwänzt". Warum das?
Zwischen dem letzten Test mit Falun und dem Beginn der Meisterschaft lagen zwei Wochen intensiver Vorbereitung - und ich habe noch viel zu lernen. Ich wollte nicht eine ganze Woche dieser Zeit verlieren, zumal in Schweden keine Länderspiele stattfanden. Ich habe Nationaltrainer Tomas Trnavsky meine Situation erklärt, und ich hoffe, er bringt Verständnis dafür auf. Er kennt meine Einstellung zum Nationalteam und weiss, was er von mir erwarten kann.