08.
2009
Interview mit Nati-Trainer René Berliat
Die Saisonvorbereitung für die SML-Teams ist happig. Oft gönnten die Trainer ihren Spielern am letzten Wochenende vor Meisterschaftsbeginn ein Time-Out, um die Batterien wieder etwas aufzuladen. In diesem Jahr kommen zumindest die Internationalen nicht in den Genuss dieser Pause. Die Schweiz spielt vom 11. bis 13. September in Valmiera (Lettland) gegen den Gastgeber, Weltmeister Finnland und Norwegen.
René Berliat, wie sinnvoll sind solche Länderspiele noch vor Saisonbeginn?
Der Sinn ist wie bei jedem Zusammenzug die Vorbereitung auf die nächste WM. Wir erhielten die Anfrage der Letten für dieses Turnier recht kurzfristig im Juni. Für uns ist es die letzte Gelegenheit, vor der WM gegen Gruppengegner Lettland zu spielen. Es ist uns sehr wichtig, diesen Gegner nochmals auf dem Spielfeld zu "spüren". Auch gegen die Norweger spielen wir selten. Die meisten unserer anderen Nationalmannschaftsdaten sind durch die Euro-Floorball-Tour-Termine belegt, es ist also gar nicht so einfach einen Termin für Spiele gegen andere Nationen zu finden.
Was wird gegen diese Gegner speziell getestet? Und wie wird das Kader aussehen?
Das Kader geben wir nächste Woche bekannt. Wir legen den Fokus immer wieder auf ähnliche Punkte, die uns wichtig sind. Man kann nicht sagen, dass etwas Spezielles getestet wird. Sicher werden wir gegen Lettland und Norwegen mehr Ballbesitz haben als gegen die Top-4-Nationen und werden uns mehr in der Spielgestaltung üben können.
Wie glücklich sind die Vereine, die ein Wochenende vor Saisonbeginn ihre Spieler abzustellen haben? Werden gewisse Spieler geschont? Die Tigers etwa hatten zuvor mit der EFC-Quali ja bereits einen wichtigen Fixtermin.
Gegenfrage: Wie glücklich wären die Vereine, wenn wir den Nationalmannschaftstermin eine Woche vor Playoff-Beginn wahrnehmen würden? Diesen lassen wir nun aus, damit sich die Vereine an einem Wochenende optimal auf die Playoffs einstellen können. Überhaupt gibt es heutzutage weniger Nationalmannschaftstermine als noch vor ein paar Jahren. Nicht nur die Tigers-Spieler, auch die Spieler anderer Vereine haben happige Vorbereitungsprogramme zu absolvieren, so gesehen wollen und können wir da bei den Tigers nicht gross Rücksicht nehmen.
Im Gegensatz zu den letzten Jahren startet die Meisterschaft dieses Jahr auch nicht mit einer Doppelrunde, was die Belastungslage bei Saisonstart zusätzlich etwas entschärft.
Du fragst nach eventuellen negativen Auswirkungen dieses 3-Länderturniers - dabei gibt es aber viel mehr positive. Die Spieler können von diesen internationalen Einsätzen profitieren und bereits mit einem hohen Rhythmus in die Meisterschaft steigen. Davon profitieren schlussendlich auch die Vereine.
Was für Kenntnisse hat man nach der Sommerpause bezüglich Formstand der Nati-Spieler? Sind die Nati-Trainer in die Sommertrainings der Vereine involviert oder gibt es spezielle Trainingsprogramme für die Internationalen, die von den Nati-Trainern verfolgt werden?
Man ist gar nicht in die Sommertrainings involviert, was sich momentan aber auch nicht aufdrängt, da sich die Vereine mit potentiellen Nationalmannschaftsspielern sehr seriös vorbereiten. Da wird von unseren SML-Teams sehr gute Arbeit geleistet. Zudem suchen Peter Düggeli und ich diese Tage noch das Gespräch mit einigen Vereinstrainern, um die Lage bei den Spielern abzuchecken.