24.
09.
2015
Nati Männer A | Autor: unihockey.ch

Jansson hofft auf gute Resultate

Das schwedische Innebandy Magazinet sprach kürzlich mit dem Schweizer Nationaltrainer David Jansson über seine erste Zeit in der Schweiz. Hier Auszüge aus dem Interview.

Jansson hofft auf gute Resultate Nicht ganz zufrieden: Janssons Premiere in Schönbühl verlief nicht ganz nach Plan (Bild Fabian Trees)

Bereits bei der EuroFloorball Tour (EFT) im April in Sandviken (Sd) war David Jansson bei der Schweizer Nati dabei, doch noch in einer etwas speziellen Rolle. «Ich war mit auf der Trainerbank, aber ohne Verantwortung, was die Auswahl des Teams oder das Coaching während der Spiele angeht. Dies, weil ich die Spieler vorher zu wenig gesehen habe und trotzdem reinkommen wollte. Während des EFT haben wir viele neue Spieler getestet und trotz den hohen Niederlagen gegen Schweden und Finnland, bezwangen wir Tschechien. Das war ein gutes Resultat. »

Früh im August sammelte Jansson und sein Stab 30 Spieler in einer Art «Auswahllager». Am letzten Wochenende wurde dann das erste offizielle Lager durchgeführt. Dieses fand in Magglingen statt. «Das Lager im August war mehr eine Art Auswahl. Für den letzten Zusammenzug formierten wir ein Team mit 20+ Spielern, mit denen wir während fünf Tagen intensiv arbeiten konnten. Das waren fünf richtig gute Tage. Wir spielten unter anderem ein Tennis-Doppel-Turnier und konnten beginnen klare Formationen zu suchen. Wir hatten sehr gute Trainings- und Hallenmöglichkeiten zur Verfügung», so Jansson.

Der Schwede war zufrieden mit den Antworten, die er aus dem EFT ziehen konnte und den Dingen, auf die in der letzten Zeit der Fokus gelegt worden war. «Wir haben den Fokus auf zwei Dinge gelegt. Das eine war, in der Verteidigung variabler zu werden, da das normale Abwehrspiel gegen Schweden nicht ausreicht. Wir wollen daran arbeiten, neue Wege zu finden und neue Sachen zu testen. In der Offensive habe ich versucht, die Entscheidungskompetenz bei den Spielern zu verbessern. Etwas, von dem ich denke, dass die Schweizer schlechter sind als Schweden, Finnen oder sogar die besten Tschechen. Grundsätzlich gibt es viele gute Spieler in der Schweiz und in der NLA. Aber genau in der Offensive werden oft falsche Entscheide getroffen und ich versuche, dass sich die Spieler in den offensiven Situationen wohler fühlen.»

Jansson und sein Team spielten am 12. September ein Spiel gegen Deutschland, wo die Schweiz mit einer späten Entscheidung mit 6:5 gewinnen konnte. «Ich denke, das Resultat war schlechter als erwartet. Auch wenn das Resultat nicht im Vordergrund stand, wollten wir einen klaren Sieg holen. Wir haben drei verschiedene Verteidigungssysteme und ein Angriffsspiel getestet. Die Analyse werde ich bald den Spielern versenden und wenn man das Video anschaut, sieht man einige gute Sequenzen. Deutschland darf nicht unterschätzt werden. Nun mit Fredrik Holz sowie den Mucha-Brüdern kann es zwei sehr starke Linien aufstellen. Mit etwas mehr Abschlussglück hätten wir klarer gewinnen können, aber es war ein nützliches Spiel für uns.»

Bald steht der EFT in Brünn an. Die Schweiz wird sich bereits einige Tage vorher sammeln, um sich optimal vorzubereiten. Jansson hofft auf starke Resultate in Tschechien, gibt er zu. «Wir werden nun anfangen, gute Resultate zu liefern. Es wäre vermessen zu sagen, Resultate seien uns egal. Wir wollen enge spiele gegen Finnland und Schweden liefern und erneut Tschechien schlagen. Wir werden unsere Ideen durchziehen und arbeiten, um unser Spiel weiterzuentwickeln.»

Seit Jansson am Ruder ist, gibt es eine andere Sicht auf die Art, wie das Spiel gespielt werden soll. Was von den Schweizer Natispielern gut aufgenommen worden zu sein scheint. «Früher lag der Fokus vor allem auf der physischen Arbeit. Ich denke, es gibt andere Teile mit denen man arbeiten muss. Beispielsweise: wann geht man nach vorne, Passwinkel, wann trifft man einen Entscheid usw. Ich versuche den Spielern viel Feedback und Werkzeuge auf den Weg zu geben, mit denen sie in ihren Teams arbeiten können. Die Spieler arbeiten hart und kümmern sich um die Aufgaben, die sie erhalten haben. Ich erlebe, dass die Veränderungen gut aufgenommen worden sind. Das einfachste ist aber, wenn man die Spieler direkt fragt. Ich habe mit dem Spielerrat gesprochen und dieser erlebt, dass es eine Eindeutigkeit gibt, in dem was wir machen wollen. Das ist wichtig für mich als Trainer, das zu spüren.»

Die Schweizer NLA ist eine Liga, welche für viele Schweden relativ unbekannt ist. Dies obwohl immer mehr Spieler ihr Glück dort suchen. Jansson hebt zwei Spieler hervor. «Nico Scalvinoni von den Grasshoppers, der mit Kim Nilsson zusammen spielt. Er hat eine gute Technik, ist unberechenbar und es macht Spass, ihm zuzuschauen. Auch will ich Manuel Maurer von Köniz hervorheben. Ich möchte ihn als eine Mischung aus Isaac Rosén und Mattias Axelsson bezeichnen. Es sieht oft aus, als ob er viel Glück hat, aber er ist unglaublich stark darin, den Ball mitzunehmen obwohl er holpert. Er ist ganz einfach sehr gut darin, die Flugbahn des Balles zu lesen.»

Jansson hat einen Vertrag unterzeichnet, welcher bis Februar 2017, als einige Monate nach der nächsten WM, dauert. Was danach passiert, ist im Moment unklar. «Ich liebe es, nach vorne zu schauen, dann erlebe ich das Jetzt stärker. Ich fühlte mich unglaublich wohl in Göteborg und bei Pixbo und es wäre sicher kein Problem für mich, dort eine Rolle zu erhalten. Ich fand es während des Czech Opens unglaublich schwer, mich nicht für Pixbo zu engagieren, als ich sie spielen sah. Ich hatte eine richtig gute Zeit dort. Aber auch eine Verlängerung mit der Schweiz scheint nicht unmöglich zu sein. Ich fühle mich in der jetzigen Situation unglaublich wohl. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.»

Quelle: Innebandy Magazinet

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