12.
2010
Keine Medaille für die Schweiz
Bereits in der 48. Minute ersetzten die Schweizer Trainer ihren Torhüter Philipp Gerber erstmals durch einen sechsten Feldspieler. 2:6 lag die Schweizer Nationalmannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits zurück, als der Tscheche Ales Zalesny auf der Strafbank
sass. Doch auch mit sechs gegen vier Feldspielern wollte der Schweiz kein Tor gelingen.
Es war eine sympthomatische Aktion. Die Schweizer Auswahl war bemüht, doch fehlte der letzte Funken Entschlossenheit, um David Rytych im Tschechischen Tor nochmals zu bezwingen. Erst in der 52. Minute verkürzte Matthias Hofbauer auf Zuspiel seines Bruders
Christoph auf 6:3. Keine drei Minuten später machte Milan Tomasik nach einem weiteren Konter mit dem 8:3 alles klar. Da nützte auch das erneute Ersetzen Gerbers in den Schlussminuten nichts mehr. Zweimal trafen die Tschechen noch ins verwaiste Schweizer Tor.
Tschechien ab der 30. Minute tonangebend
Bis Spielhälfte verlief die Partie nach dem Gusto der Schweizer Equipe. Simon Stucki im Nachsetzen (25.) und Matthias Hofbauer mit einer Volleyabnahme (28.) kehrten die
Tschechische Führung (22.) in ein 2:1. Doch mit einem Überzahltor (30.), einem perfekt gezielten Weitschuss (34.) und einem souverän verwandelten Strafstoss (40.) von Tomas Chrapek kehrte die Tschechische Mannschaft die Partie erneut auf eine 4:2-Pausenführung.
Beiden Mannschaften war die Müdigkeit nach den zwei intensiven Spielen von gestern zu Beginn noch anzumerken. Die Schweizer Auswahl bestimmte zwar Tempo und Spiel, doch blieben Torchancen meist Mangelware. Das Tschechische Team setzte auf seine altbekannte Konterstärke und kam so einige Male gefährlich vor das Tor von Philipp
Gerber.
Energie fehlte
Der Schweizer Nationaltrainer René Berliat beklagte vor allem, dass seiner Mannschaft nach dem unglücklichen Halbfinale etwas die Energie gefehlt habe. "Wir waren gestern gegen Schweden so überzeugt, dass wir gewinnen werden, das kostete uns heute wohl zu viel Kraft", so der tief enttäuschte Berliat. Bis auf dieses Spiel sei er sehr zufrieden mit der Vorstellung seiner Equipe an dieser WM. "Wir haben eigentlich ein sehr gutes Turnier
gespielt, doch jetzt ohne Medaille nach Hause zu kehren, ist sehr bitter".
Captain Matthias Hofbauer blies ins gleiche Horn. "Wir sind sehr souverän aufgetreten während der ganzen Weltmeisterschaft. Es ist nun sehr verwirrend, dass wir
nun für diese eigentlich gute Vorstellung keine Medaille gewonnen haben". Der Tschechische Nationaltrainer Tomas Trnavsky war natürlich sehr stolz auf seine Mannschaft. "Wir haben offensiv wie defensiv sehr gut gespielt. Ich bin natürlich überglücklich, dass wir endlich die Bronzemedaille gewonnen haben".
Tschechien - Schweiz 9:3 (0:0, 4:2, 5:1)
Hartwall Areena Helsinki (FIN) - 10875 Zuschauer - SR Skoog, Pettersson
(SWE).
Tore: 22. Fridrich (Fojta) 1:0. 25. Stucki (Antener) 1:1. 28. Matthias Hofbauer (Christoph Hofbauer) 1:2. 30. Garcar (Zalesny/Ausschluss Brunner) 2:2. 34. Chrapek (Tomasik) 3:2. 40. (39.16) Chrapek 4:2 (Penalty). 41. (40.58) Richter (Fridrich) 5:2. 46. Ostransky (Chrapek) 6:2. 52. Matthias Hofbauer (Christoph Hofbauer) 6:3. 55. Tomasik (Brus) 7:3. 58. (57.18) Richter 8:3 (ins leere Tor). 59. (58.27) Sladky 9:3 (ins leere Tor)
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Tschechien, 1-mal 2 Minuten gegen Schweiz.
Tschechien: Rytych; Slany, Chrapek; Garcar, Jakubek; Brus, Jelinek; Zalesny, Jendrisak, Ostransky; Richter, Fridrich, Fojta; Skalik, Sladky, Tomasik.
Schweiz: Philipp Gerber; Bichsel; Kuchen, Schmocker, Markus Gerber; Schneeberger (21. Schneider), Dysli; Christoph Hofbauer, Matthias Hofbauer, Krähenbühl; Wanner (30. Zürcher), Stucki, Antener; Zimmermann, Brunner, Binggeli; Mühlethaler.
Bemerkungen: Schweiz ohne Hitz (nicht eingesetzt). - 40. Pfostenschuss Zalesny, 56. Timeout Schweiz.