28.
05.
2006
Nati Männer A | Autor: Voneschen Reto

Kleiner WM-Titel

Minimalziel erreicht: Die Schweiz gewinnt das kleine Finale gegen Tschechien mit 9:4. Die Revanche des letzten WM-Halbfinal war ausser zwei Minuten eine klare Sache.
Kleiner WM-Titel

Mit einem Strahlen durfte das Schweizer IFF-Mitglied Renato Orlando dem Schweizer Captain Marcel Kaltenbrunner den kleinen Pokal für den dritten Rang überreichen. Zuvor versammelten sich die Spieler in einem Kreis und sangen lautstark „Alles geili Sieche!“. Als Einheit präsentierten sie sich auch in ihrem letzten Spiel an dieser Weltmeisterschaft. „Auch wenn wir die letzten vier Spiele gegen Tschechien verloren, wussten wir gewinnen können, wenn wir die Zweikämpfe annehmen und auf jeden Ball gehen“ erklärte Matthias Hofbauer das Schweizer Erfolgsrezept. So starteten die Schweizer auch deutlich besser als die Tschechen – nach vier Minuten führten sie nach Toren von Michael Zürcher und Adrian Zimmermann bereits mit 2:0. Zu „relaxed“ sei die Stimmung im Team gewesen, sagte Torhüter Tomas Kafka. Eine nette Umschreibung – Tschechiens Trainer Zdenek Skruzny wurde deutlicher: „Die Spieler dachten wohl, es wäre ein Freundschaftsspiel.“ Bis zur Pause hatten sie dann auch begriffen, dass sie um den dritten Rang spielten. Petr Kozusnik traf in der 20. Minute zum 2:1 Anschlusstreffer.

Kurzes Nachlassen nach grossem Vorsprung

Kaltenbrunner
Beirren liessen sich die Eidgenossen dadurch nicht. Die Gebrüder Hofbauer und Verteidiger Jonas Schneeberger erhöhten das Skore bis zur 32. Minute vorentscheidend auf 5:1. Gegner und Partie hatten die Schweizer souverän im Griff. Praktisch in allen Belangen waren sie den Osteuropäern überlegen, auch im physischen Bereich – sonst meist ein Vorteil der Tschechen – waren die Wolf-Schützlinge dominant. Nach Zürchers 6:1 waren sie sich wohl etwas zu sicher und für kurze Zeit hielt Bruder Schlendrian Einzug. Bis zur 49. Minute fielen die Tore praktisch im Halbminutentakt – nach dem 8:4 und dem letzten Powerbreak, konzentrierten sich die Schweizer wieder besser, auch wenn die Tschechen Aufwind witterten. Nach Roger Gerbers 9:4 in Überzahl war aber auch den letzten Pessimisten klar: Die Schweiz ist wieder die Nr. 3. Zu Recht und absolut verdient – für mehr hat es gestern knapp nicht gereicht. Der finnische Wechseltrick – beim 4:2 tricksten die Finnen mit einem Wechsel die Schweizer Manndeckung aus – war eine äusserst cleverer taktischer Kniff. Manchmal entscheiden solche Sachen Spiele. Für 2006 sind wir aber gerüstet – Best of the rest is never enough.

Anruf vom Bundesrat

Nach der Partie meldete sich sogar Sportminister Samuel Schmid und gratulierte der Mannschaft zur Bronzemedaille. Er hoffe, dass der Geist von Magglingen ihnen auch in Schweden geholfen habe. Der Unihockey-WK war mit Sicherheit ein sehr guter Grundstein, auf dem Weg in den Globen. Die Schweizer demonstrierten eine grosse taktische Vielfalt. So überraschten sie erst Schweden im letzten Gruppenspiel und dann Finnland im Halbfinale. Was wohl passiert wäre, wenn die Schweizer Gruppensieger geworden wären? Man mag irgendwie gar nicht daran denken…


Schweiz – Tschechien 9:4 (2:1, 3:0, 4:3)
Globen Stockholm (SWE) – 8'231 Zuschauer
SR: Riihimäki/Sirkka (FIN)
Tore: 2. Zürcher (Zimmermann) 1:0, 4. Zimmermann (Zürcher) 2:0, 19. Petr Kozusnik (Pavel Kozusnik) 2:1, 22. Chr. Hofbauer (M. Hofbauer) 3:1, 25. M. Hofbauer (Zimmermann) 4:1, 32. Schneeberger 5:1, 42. Zürcher (Zimmermann) 6:1, 46. Petr Kozusnik (Pavel Kozusnik) 6:2, 47. (46.56) Pavel Kozusnik 6:3, 48. (47.07) Zimmermann (Zürcher) 7:3, 49. (48.03) M. Hofbauer (Chr. Hofbauer) 8:3, 49. (48.21) Cepek (Pavel Kozusnik) 8:4, 59. R. Gerber II (Ausschluss Pavel Kozusnik) 9:4
Strafen: Schweiz 1x2', Tschechien 2x2'
Schweiz: Tönz; Bill, Schneeberger; Kaltenbrunner, Dysli; Rohner, R. Gerber I; M. Gerber; M. Hofbauer, Stucki, Chr. Hofbauer; R. Gerber II, Zimmermann, Zürcher; Bachmann, Weingart, Cadisch
Tschechien: Kafka (ab 49. Rytych); Hanzlik, Jakubek; Brus, Folta; Cepek, Pavel Kozusnik, Petr Kozusnik; Ostransky, Sikora, Zalesny; Freund, Skalik, Richter; Sladky
Bemerkungen: Schweiz ohne Wolf, Flury, Aeschlimann (alle überzählig); 49. Time-out Tschechien
Beste Spieler: Zimmermann / Ostransky

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