06.
2011
Leiden in Sölden
„Was ich mit Finnland in sechs Jahren erreicht habe, muss ich mit der Schweiz in 18 Monaten schaffen", sagte Petteri Nykky nach Amtsantritt im April. Er meinte damit natürlich die Vorbereitung auf den WM-Titel. Nachdem Ende April beim World Cup in Karlstad vor allem Spieler berücksichtigt wurden, welche lange mit ihren Vereinen spielten, ging das Projekt „WM 2012 im eigenen Land" am vergangenen Wochenende nun richtig los. Nach Sölden luden Nykky und seine Crew 31 potenzielle Nationalspieler ein. Stürmer Linard Parli musste kurzfristig verletzungsbedingt absagen, für die restlichen Spieler wurden die drei Tage im österreichischen Skiparadies zur „Hölle" - oder jedenfalls sehr intensiv. Für Après-Ski an der Hotelbar blieb jedenfalls keine Zeit mehr.
Später Feierabend
„Wir haben in der Nationalmannschaft immer extrem hart trainiert", sagte beispielsweise Esa Jussila, einer von Nykkys Zöglingen in der finnischen National-mannschaft, nach dem Titel im Dezember. Die Schweizer Nationalspieler haben nun einen Vorgeschmack erhalten, was sie in den nächsten 18 Monaten erwartet. „Die drei Tage kamen uns allen sehr lang vor", waren denn auch die ersten Worte von Torhüter Samuel Thut. Er und seine fünf Torhüterkollegen mussten sich schon zu Trainingsbeginn die komplette Goalieausrüstung anziehen, „auch wenn wir nur 20 Minuten am Schluss spielten", so Thut. Feierabend war jeweils erst um 23 Uhr. So blieb für Regeneration wenig Zeit, das Morgenessen wurde bereits um 7.30 Uhr aufgetischt. So gab es dann den einen oder anderen Akteur, welcher noch mit Taschenlampe zur medizinischen Betreuung schlich.
Harte Trainings
Acht Trainings in drei Tagen setzte Pettei Nykky ab. Sprints, Sprünge und Kraftelemente waren Hauptbestandteile der Trainings. Spielsequenzen wurden „nur" zur Auflockerung eingesetzt. „Fünf gegen Fünf" liess Nykky, wie bereits im Training von Alligator Malans die letzten beiden Jahre, aber nur selten spielen. Zur Krönung wurden die Akteure am Sonntag-Nachmittag nach einem Liegestütztest noch achtmal einen 60 Meter hohen Hang (Thut: „mit gefühlten 90 Grad Steigung") hinaufsprinten. Dazwischen mussten die Spieler auch einen „Individual Letter" und ein „Stärken/Schwächen-Profil" anlegen, damit der neue Trainerstaff sie besser kennenlernt. Ein sehr ähnliches Programm hat Nykky auch immer wieder mit der finnischen Nationalmannschaft vor der erfolgreichen Weltmeisterschaft. Dort mussten die Spieler jeweils vor Spielen auch Essays vortragen.
„Mannschaft hat positiv reagiert"
„Wir verabschiedeten uns mit einem gequälten Lächeln aus Sölden", sagt Torhüter Thut. Doch der Könizer ist auch überzeugt, dass das Wochenende sehr viel gebracht hat. „Der neue Trainerstaff hat es geschafft, das Team mit der Vision WM 2012 für harte Arbeit zu motivieren". So kam auch der Spass nicht zu kurz und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschat wurde nochmals gestärkt. „Die Mannschaft hat sehr positiv auf das harte Programm reagiert. Das Vertrauen in den Staff ist gross und jeder war motiviert das Wochenende so durchzuziehen", so Thut. Denn eines ist ihm und den weiteren Nationalspielern klar: „Wir müssen mehr machen, wenn wir Weltmeister werden wollen".