02.
2013
Nati light in Yverdon
Eine komplett neu formierte Männer-Nationalmannschaft wird am Wochenende in Yverdon-les-Bains zweimal gegen Tschechien auflaufen. Nationaltrainer Petteri Nykky testet so viele Nationalspieler wie noch nie zuvor.
Eine hektische Woche erlebte der Schweizer Unihockey-Natistaff. Waren die Natiaufgebote im November noch begehrter als frische Brötchen am Sonntagmorgen, gabs für die Länderspiele in Yverdon am Wochenende eine wahre Absageflut. Abgesagt haben Kevin Steffen (Arbeit), Renato Schneider (Prüfungen), Joel Hirschi (Absage) und die verletzten Nico Scalvinoni, Kaspar Schmocker und Nino Wälti. Neu dazugekommen sind nun Simon Flühmann, Manuel Maurer, Thomas Bieber, Luca Graf, Valentin Ladner und Marc-Oliver Gerber. Erst am Donnerstagabend war klar, welche Spieler alles für die Schweizer Auswahl am Wochenende auflaufen.
Der Grund für die vielen Absagen ist ein einfacher. Nach dem intensiven Januar mit teilweise sieben Spielen in drei Wochen, sind viele Spieler angeschlagen. Eine Woche vor Beginn der Viertelfinal-Playoffs will niemand mehr ein Risiko eingehen. Für Misstöne sorgte zudem, dass zwar die meisten Leistungsträger von Qualisieger Malans und dem Dritten Chur aufgeboten wurden, einige Stammkräfte von Meister Wiler-Ersigen dafür nicht. Diese wurden aber in der strengen WM-Vorbereitung und dem Europacup im Oktober über Bedarf strapaziert.
Vom WM-Kader des letzten Dezemers sind gerade noch Topskorer Emanuel Antener, Youngster Manuel Engel und Ersatzhüter Pascal Meier dabei. Naticoach Petteri Nykky bot alle 25-plus-Akteure der WM gar nicht mehr auf. So kommen 16 Spieler zu ihrem Debüt im Natidress. Mehr Debütanten gabs nur am 14. Februar 1987 beim ersten Länderspiel der Schweiz gegen Schweden. Mit Spannung kann dann verfolgt werden, wie viele der Neulinge beim nächsten Zusammenzug noch dabei sind. Speziell die Geschichte des Churer Verteidigers Lulzim Kamaj. Letztmals bestritt er 2008 internationale Spiele. In dieser, wie in der letzten Saison, spielt der 31-jährige bei Chur aber überragend.
Ob Petteri Nykky beim nächsten Zusammenzug noch Nati-Trainer ist, steht in den Sternen. Bis Ende Februar läuft sein Vertrag bei swiss unihockey. Ein Entscheid ist noch nicht gefallen, obwohl beide Seiten eigentlich Interesse an einer Verlängerung hätten. Ein wichtiger Punkt aus Nykkys Sicht ist auch die Analyse der letzten WM. Zu diesem Zweck traf er sich am Donnerstag mit der WM-Mannschaft. Gemeinsam sollte die WM angeschaut werden. Antworten erhofft sich der Finne vor allem über die Gründe der Passivität im letzten Drittel des Halbfinals gegen Finnland. Ergebnisse sind bislang noch nicht bekannt.
Trotz vielen neuen Spielern treten die Schweizer am Samstag und Sonntag in Yverdon-les-Bains nicht chancenlos an. Auch Gegner Tschechien tritt mit einer runderneuerten Equipe an. Der neue Nationaltrainer Radim Cepek will wie Nykky neuen Leuten eine Chance geben. Erstmals seit vielen Jahren sind keine SML-Söldner im tschechischen Aufgebot zu finden.