05.
2006
Rekordsieg als Antwort
Er wolle den weiteren Turnierverlauf nicht auf ein blosses Toresammeln zu reduzieren, teilte der Schweizer Nationaltrainer Markus Wolf nach dem schwachen Start – nur 6:6 Unentschieden gegen Norwegen – den Medienvertretern am Sonntag mit. Gegen Deutschland war aber trotzdem eine Reaktion erwartet worden. Und sie kam. „Ich habe noch selten ein Team gesehen, dass das Tempo über 60 Minuten so hoch halten kann“ wand der unterlegene Deutsche Nationatrainer Renato Wyss der Schweizer Nati ein Kränzchen. Wolf kommentierte die Torejagd nüchtern: „Wir haben zwei Möglichkeiten für die Halbfinalqualifikation: Einerseits die Tordifferenz und andererseits das Spiel gegen Schweden.“ Schritt eins ist gut angelaufen: Das 22:5 war der höchste Sieg der Schweizer Nati an einem WM-Turnier. Beinahe 60 Minuten zogen die Eidgenossen ein Powerplay bei Gleichstand auf. Nach einem harzigen Beginn – nur ein Tor bis zur 16. Minute – glich das Gebotene gegen Ende eher einem Handballspiel: Beinahe im Minutentakt musste der deutsche Torhüter Jochen Schilling hinter sich greifen. Selbst 23 Sekunden vor Schluss war der Schweizer Torhunger nicht gestillt: nicht beendet: Nach dem Bullygewinn verliess Torhüter Mark Wolf seinen Kasten – der als sechster Spieler eingewechselte Andreas Cadisch stocherte den Ball kurz vor der Sirene zum 22:5 über die Linie. „Jedes Tor zählt in der Schlussabrechnung“ kommentierte Markus Wolf die kuriose Szene.
„Zuviele Gegentore“
Eitel Sonnenschein herrschte aber trotzdem nicht. „Fünf Gegentore sind zuviel“ musste auch der Natitrainer eingestehen. Jubilar Mark Wolf hatte bei seinem 100. Länderspiel wenig zu tun, bei den Gegentoren hatte er aber wenig Abwehrchancen. „Für uns Verteidiger war es schwer, den Rhythmus zu finden“ sagte Captain Marcel Kaltenbrunner „darum haben wir versucht ab dem zweiten Drittel mit zwei Verteidigungspaaren zu spielen.“ Drei der fünf Gegentore fielen in Unterzahl, vor allem die Zwillinge Manuel und Dominic Mucha wirbelten sich einige Male durch die Schweizer Abwehr. Die beiden ehemaligen Wiler-Junioren, die nächste Saison bei Basel Magic unter Vertrag stehen, waren klar die besten Akteure im DUB-Dress. Der Neo-Ustermer Andreas Gahlert musste im zweiten Drittel auf der Ersatzbank Platz nehmen. Für Missstimmung im deutschen Lager sorgte die rote Karte eine Sekunde vor Schluss. Wyss kündigte einen Protest an („Frederik Holtz hat den Schiedsrichter nicht absichtlich angeschossen“) und war auch sonst sehr unzufrieden mit den dänischen Schiedsrichtern: „Sie hatten keine Linie, ich hoffe sie machen sich noch Gedanken über ihre Leistung.“
Schweiz – Deutschland 22:5 (4:1, 8:0, 10:4)
Baltisk Hallen Malmö (SWE) – 413 Zuschauer
SR: Toftelund/Bilde (DEN)
Tore: 3. Matthias Hofbauer (Dysli) 1:0, 16. Markus Gerber (Zimmermann/Ausschluss Mallwitz) 2:0, 18. (17.46) Christoph Hofbauer (Matthias Hofbauer/Ausschluss Frederik Holtz) 3:0, 19. (18.14) Fritsche (Gahlert) 3:1, 19. (18.39) Bill (Penalty) 4:1, 21. Zimmermann (Krähenbühl) 5:1, 24. (23:37) Zürcher (Markus Gerber) 6:1, 25. (24:03) Bachmann (Dysli) 7:1, 28. Krähenbühl (Markus Gerber) 8:1, 33. Bachmann 9:1, 36. Markus Gerber (Zimmermann) 10:1, 40. (39:14) Stucki (Dysli) 11:1, 40. (39:59) Stucki (Bill) 12:1, 44. Zimmermann (Matthias Hofbauer/Ausschluss Frederik Holtz) 13:1, 47. (46:01) Krähenbühl 14:1, 47. (46:29) Roger Gerber II (Markus Gerber) 15:1, 48. (47:22) Dominic Mucha (Winkler) 15:2, 50. (49:46) Dominic Mucha (Frederik Holtz/Ausschluss Kaltenbrunner) 15:3, 52. (51:04) Zürcher 16:3, 53. (52:38) Fritsche (Robert Müller) 16:4, 53. (52:57) Christoph Hofbauer (Dysli) 17:4, 55. Stucki (Markus Gerber) 18:4, 57. (56:32) Roger Gerber II (Christoph Hofbauer/Ausschluss Manuel Mucha) 19:4, 58. (57:53) Dominic Mucha (Manuel Mucha/Ausschluss Aeschlimann) 19:5, 59. (58:44) Stucki (Markus Gerber) 20:5, 60. (59:37) Christoph Hofbauer (Zürcher) 21:5, 60. (59:59) Cadisch (Matthias Hofbauer/Schweiz mit sechs Feldspielern) 22:5
Strafen: Schweiz 4x2', Deutschland 6x2' plus 1x5' (Frederik Holtz)
Schweiz: Wolf; Dysli, Bill; Markus Gerber, Kaltenbrunner; Roger Gerber I, Rohner; Matthias Hofbauer, Christoph Hofbauer, Zürcher; Roger Gerber II, Krähenbühl, Zimmermann; Bachmann, Cadisch (ab 34. Stucki), Weingart (ab 34. Aeschlimann)
Deutschland: Schmidt (ab 31. Schilling); Mallwitz, Lisiecki; Hartwig, Ziehe; Bastian Müller, Winkler; Fritsche, Robert Müller, Gahlert; Frederik Holtz, Kristian Holtz, Kickuth; Dominic Mucha, Manuel Mucha, Hühler
Bemerkungen: Schweiz ohne Flury (verletzt), Kellenberger, Schneeberger (überzählig); 100. Länderspiel von Mark Wolf; Pfostenschüsse: 9. Christoph Hofbauer, 13. Dominic Mucha, 13. Zimmermann, 25. Christoph Hofbauer; 48. Time-out Deutschland, 60. Time-out Schweiz, 60. Rote Karte gegen Fredrik Holtz
Beste Spieler: Gerber / D. Mucha (Deutschland)