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Schweiz unterliegt Lettland im Penaltyschiessen
Das Schweizer A-Nationalteam der Männer beendet das WM-Qualifikationsturnier in Lettland mit einer 3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen die baltischen Gastgeber. Dabei verspielt das Schweizer Team im Schlussdrittel innert 67 Sekunden eine Zwei-Tore-Führung.
Die Schweiz und Lettland standen schon vor der Partie vom Samstagabend als WM-Teilnehmer fest und spielten nun vor über 1200 mehrheitlich lettischen Fans um den Turniersieg. Bei der Schweiz wurde der leicht angeschlagene Matteo Steiner nicht eingesetzt, dafür rückte Niklas Graf an seinen Platz in der dritten Schweizer Sturmformation.
In den ersten zehn Minuten gab es von beiden Teams nur wenige gefährliche Offensivaktionen zu sehen. Die Letten schafften es, die Schweiz aus den gefährlichen Räumen im Slot fernzuhalten. Nach einem Konter schoss Jamie Britt an die Torumrandung. Beide Teams verzeichneten einige Ballverluste in der Mittelzone, die Letten zeigten sich ebenfalls im Kontern gefährlich. Usters Stürmer Daniels Anis vergab jedoch vor Zug-Goalie Nils Schälin. Gespielt war eine Viertelstunde, als Ralfs Balodis aus einer vermeintlich ungefährlichen Position von der Bande aus abschloss. Da vor dem Schweizer Tor mehrere Spieler die Sicht einschränkten, flog der Ball zum 1:0 für die Letten ins Netz. Nach einem Querpass in der 18. Minute vergab Anis die Chance, die Führung auszubauen, und so ging es mit dem Zwischenstand von 1:0 in die Pause.
Verdiente Wende
Im Mitteldrittel bekamen die Schweizer früh die Möglichkeit, in Überzahl zu spielen. Das Powerplay war nicht besonders gefährlich und zweimal bot sich den Letten gar die Chance auf ein Unterzahltor. Kurz nach Ablauf der Strafe traf Pascal Schmuki für die Schweiz dann aber doch zum Ausgleich. Auch er zog aus einer vermeintlich nicht sehr gefährlichen Position ab und schoss halbhoch an zwei Gegenspielern vorbei. Keine zwei Minuten später legte Graf auf Lauber zurück und dieser traf mit einem sehr präzisen Schuss in die nahe obere Ecke zum 2:1.
Die Schweiz zeigte nun mehr Vorwärtsdrang als im Startdrittel und war mit Ball das aktivere Team. Lettland hatte im Mitteldrittel kaum einen gefährlichen Abschluss, insgesamt gab es dafür mehr Zweikämpfe und es waren mehr Emotionen im Spiel. Louis und Lauber nach einer guten Balleroberung sowie Siegenthaler und Persici nach einer schönen Kombination hätten die Führung für das Team von Johan Schönbeck sogar noch ausbauen können, ein dritter Schweizer Treffer wäre nicht unverdient gewesen.
Führung zweimal verspielt
In der 46. Minute traf Steiner-Ersatz Niklas Graf nach einem Konter zum 3:1. Marco Louis hatte ihn mit einem schönen Flip-Pass bedient und der Thurgauer schob aus kürzester Distanz ein. Die Letten wollten sich jedoch nicht geschlagen geben und reagierten 72 Sekunden später ebenfalls mit einem Konter. Ragovskis umkurvte Nils Schälin und schob ins leere Tor zum 3:2-Anschlusstreffer ein. Doch es kam noch schlimmer für das Schweiz Team: Nach toller Vorarbeit von Trekse konnte Anis den Ball zum Ausgleich ins Netz befördern.
Die Schweiz übernahm nun wieder die Kontrolle über das Spiel und liess defensiv nicht mehr viel zu. Janis Lauber hatte eine weitere gute Möglichkeit, doch es blieb auch nach 60 Minuten beim Unentschieden. In der Verlängerung agierten beide Teams lange ziemlich verhalten, ehe Lettland kurz vor Schluss mit einem Pfostenschuss noch einmal dem Siegtreffer nahe stand. Auf der Gegenseite musste der lettische Goalie kurz vor der Sirene sein ganzes Können zeigen. Die Entscheidung fiel schliesslich im Penaltyschiessen, in dem die Schweizer wie schon im Spiel einen 3:1-Vorsprung aus der Hand. Nach insgesamt zwölf Schützen stand Lettland als Sieger der Partie und des Turniers fest.
Aus Schweizer Sicht war es eindeutig eine vermeidbare Niederlage, da man mit Ball insgesamt aktiver spielte und die Partie in 60 Minuten hätte entscheiden können. Ein kurzes Nachlassen nach dem 3:1 und der Biss der Letten, sich nie geschlagen geben zu wollen, sorgten schliesslich für die Wende. Damit reisst die Serie von drei Siegen in Folge gegen Lettland aus dem Jahr 2025.
WM-Qualifikation Männer
Schweiz - Lettland 3:4 (0:1, 2:0, 1:2, 0:0) n.P.
Liepajas Olimpiskais Centrs, Liepāja (LAT), 1273 Zuschauer. SR Ahnonen/Rissanen (FIN).
Tore: 16. Balodis (Krumins) 0:1. 24. (23:02) Schmuki (Zaugg) 1:1. 25. (24:48) Lauber (Graf) 2:1. 46. (45:23) Graf (Louis) 3:1. 47. (46:35) Ragovskis 3:2. 48. (47:42) Anis (Trekse) 3:3.
Penaltyschiessen: Ruh 1:0. Tiltins 1:1. Hutzli 2:1. Trekse -. Louis 3:1. Balodis 3:2. Seiler -. Savins -. Hasenböhler -. Keiss 3:3. Ruh -. Tiltins 3:4.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Lettland.
Schweiz: Schälin; Seiler, Ziehli; Ruh, Bürki; Hasenböhler, Schmuki; Zenger; Schmid, Siegenthaler, Persici; Britt, Hutzli, Zaugg; Graf, Lauber, Louis; Fitzi, Steiner.
Lettland: Zarins (Silins); Griezitis, Bitmanis; Balodis, Krumins; Raitums, Sillanpaa; Stukans, Trekse, Anis; Keiss, Ragovskis, Tiltins; Trofimenko, Malkavs, Celms; Savins, Lapins, Vilmanis.
Bemerkungen: Janis Ragovskis und Niklas Graf als beste Spieler ausgezeichnet.