05.
2006
WM-Splitter 22.5.2006
Solna, ein Stadtteil von Stockholm, Heimat von Meister AIK und vom Überraschungsteam Caperio Rasunda. In der Solnahallen kämpfen u.a. die Finnen, Tschechen und Italiener um Punkte. Ausserhalb der Halle merkt man aber nichts davon. Was wir schon bei der WM in der Schweiz kritisiert hatten – erst nach dem Eintritt in die Halle herrscht WM-Atmosphäre. Der Weg dahin: Von der U-Bahn Station aus dienen einem ein über zwei Meter grosser Russe und ein trotz des 2:7 gegen Lettland gut aufgelegtes Grüppchen italienischer Fans als Wegweiser. Plakate, Fahnen, Schilder – Fehlanzeige. Dafür durchquert man einen kleinen Park, in dem Hasen frei herumtollen und ein ansehnlicher Haufen asiatischen Lehren offensichtlich nicht ganz abgeneigter Stockholmer Tai-Chi praktiziert. Vielleicht erholen sich die Leute auch nur vom hektischen Empfang des Weltmeister-Teams in der Innenstadt am Nachmittag. Die Rede ist natürlich von den schwedischen Eishockey-Weltmeistern.
Finnlands
Powerplay
Der Humor der
Sieger
Den Spruch des Tages lancierte Finnlands
Veteidiger Vesa Punkari bei der Pressekonferenz. Frage der hübschen
Gesprächsleiterin: „Vesa, was denkst du?“ – Punkari unschuldig: „Zum Spiel?“.
Die Finnen können den Halbfinal planen und abwarten, ob sie auf Norwegen oder
die Schweiz treffen.
Nervenaufreibender Trip
Eine beschwerliche Reise nach Schweden hatte die Reisegruppe der Firma Gast. Erst wurde kurzerhand der Flug in Zürich gestrichen, danach mussten sie bei der Zwischenlandung in Kopenhagen eine Stunde auf das Gepäck warten. Knapp auf das Spiel Norwegen-Schweiz schafften sie es nach Helsingborg. Bis sie auf ihren Plätzen das Spiel verfolgen konnten, durften sie aber mit dem Gepäck noch eine kurze Wanderung durch das Idrottens Hus unternehmen. Da passte das verkorkste Spiel der Schweizer Nati genau noch hinein. Reiseleiter David Gast und die Schweizer Fans brauchte einige Nerven an diesem Abend.
Friss für die Stars
Zwei der grössten Sportvereine in der Küstenstadt sind der FC Helsingborg und Helsingborgs IF. Um Verwechslungen zu vermeiden: Der FCH ist der Unihockeyverein (Floorball Club) und HIF (Idrottens Föreningen) der Fussballclub. Die Heimstadien sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Einen Zustupf in die Vereinskasse holt sich der Fussballclub im lokalen Mc Donalds: Von jedem HIF-Malet gehen drei Kronen – umgerechnet ca. 50 Rappen – an den Verein. Ob so wohl der Transfer von Champions League Sieger Henrik Larsson finanziert wurde? Jedenfalls eine interessante Finanzierungsmöglichkeit auch für die Schweizer Unihockey Vereine…
„Guld igen“
Floorball ist momentan noch kein grosses Thema in Schweden. Das historische Double im Eishockey – Olympiasieg und WM-Titel – beherrscht die Schlagzeilen. Im Fernsehen werden die Tore des WM-Finals beinahe in der Endlosschlaufe gezeigt, ebenso der Empfang in Stockholm. „Guld igen“ (Wieder Gold) titelte die grösste Zeitung Aftonbladet um dann auf 17 Seiten die Helden von Riga zu feiern. Ebenfalls viel Platz nahm das erste Training von Schwedens Fussballer vor 4'000 Zuschauern ein. Auf Seite 24 wird in einem kurzen Vierzeiler das 11:1 der Unihockey-Nati erwähnt. Hauptthema war aber die Abwesenheit von Conny Westerlund. Wie das wohl nach dem nächsten Wochenende aussieht?
Vom Regen in die Traufe