22.
05.
2006
Nati Männer A | Autor: Keller Damian

WM-Splitter 22.5.2006

Finnland schlug Tschechien mit 6:3, brauchte dafür aber ein starkes Powerplay. Weiter: Hoppelnde Hasen, Spassiges von der Pressekonferenz und die beschwerliche Anreise einiger Schweizer Fans.
WM-Splitter 22.5.2006

Solna, ein Stadtteil von Stockholm, Heimat von Meister AIK und vom Überraschungsteam Caperio Rasunda. In der Solnahallen kämpfen u.a. die Finnen, Tschechen und Italiener um Punkte. Ausserhalb der Halle merkt man aber nichts davon. Was wir schon bei der WM in der Schweiz kritisiert hatten – erst nach dem Eintritt in die Halle herrscht WM-Atmosphäre. Der Weg dahin: Von der U-Bahn Station aus dienen einem ein über zwei Meter grosser Russe und ein trotz des 2:7 gegen Lettland gut aufgelegtes Grüppchen italienischer Fans als Wegweiser. Plakate, Fahnen, Schilder – Fehlanzeige. Dafür durchquert man einen kleinen Park, in dem Hasen frei herumtollen und ein ansehnlicher Haufen asiatischen Lehren offensichtlich nicht ganz abgeneigter Stockholmer Tai-Chi praktiziert. Vielleicht erholen sich die Leute auch nur vom hektischen Empfang des Weltmeister-Teams in der Innenstadt am Nachmittag. Die Rede ist natürlich von den schwedischen Eishockey-Weltmeistern.

Finnlands Powerplay

Endlich in der Halle, entschädigen Finnland und Tschechien mit einer packenden Partie für den Anmarsch. Finnland führte schnell 2:0, die Tschechen glichen ebenso schnell aus. Im Mitteldrittel hatten die Tschechen sogar eher die besseren Chancen und präsentierten sich dabei spritzig und giftig. Es sei das beste Spiel der Tschechen seit der WM 2004 gewesen, sollte später Trainer Zdenek Skruzny sagen. Das 3:2 durch Pavel Kozusnik (Daniel Folta sass dabei auf der Strafbank) war alles andere als unverdient. Als sich aber auch noch Jan Freund zu Folta gesellte, glich Mika Kohonen postwendend wieder aus. Und nachdem Salminen die Finnen wieder in Führung gebracht hatte, war es Tero Tiitu, der mit einem weiteren Powerplay-Treffer die Vorentscheidung herbeiführte. „Die Strafen waren matchentscheidend – und ich war mit den Schiedsrichtern nicht immer einer Meinung“ gab Daniel „Basil“ Folta von den Jona-Uznach Flames zu Protokoll. Auch die anderen waren sich einig, dass das Powerplay den Unterschied gemacht hatte. „Tschechien hat seine Hausaufaben gemacht, wir aber auch – es war ein ausgeglichenes Spiel, das durchaus auch anders hätte ausgehen können“ befand Tiitu. Er war es auch, der mit seinem zweiten Treffer zum 6:3 das Schlussresultat herstellte, nachdem wenige Sekunden zuvor Radim Cepek mit einem vergebenen Penalty die letzte Aufholmöglichkeit vergeigt hatte.

Der Humor der Sieger
Den Spruch des Tages lancierte Finnlands Veteidiger Vesa Punkari bei der Pressekonferenz. Frage der hübschen Gesprächsleiterin: „Vesa, was denkst du?“ – Punkari unschuldig: „Zum Spiel?“. Die Finnen können den Halbfinal planen und abwarten, ob sie auf Norwegen oder die Schweiz treffen.

Nervenaufreibender Trip
Eine beschwerliche Reise nach Schweden hatte die Reisegruppe der Firma Gast. Erst wurde kurzerhand der Flug in Zürich gestrichen, danach mussten sie bei der Zwischenlandung in Kopenhagen eine Stunde auf das Gepäck warten. Knapp auf das Spiel Norwegen-Schweiz schafften sie es nach Helsingborg. Bis sie auf ihren Plätzen das Spiel verfolgen konnten, durften sie aber mit dem Gepäck noch eine kurze Wanderung durch das Idrottens Hus unternehmen. Da passte das verkorkste Spiel der Schweizer Nati genau noch hinein. Reiseleiter David Gast und die Schweizer Fans brauchte einige Nerven an diesem Abend.

Friss für die Stars
Zwei der grössten Sportvereine in der Küstenstadt sind der FC Helsingborg und Helsingborgs IF. Um Verwechslungen zu vermeiden: Der FCH ist der Unihockeyverein (Floorball Club) und HIF (Idrottens Föreningen) der Fussballclub. Die Heimstadien sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Einen Zustupf in die Vereinskasse holt sich der Fussballclub im lokalen Mc Donalds: Von jedem HIF-Malet gehen drei Kronen – umgerechnet ca. 50 Rappen – an den Verein. Ob so wohl der Transfer von Champions League Sieger Henrik Larsson finanziert wurde? Jedenfalls eine interessante Finanzierungsmöglichkeit auch für die Schweizer Unihockey Vereine…

„Guld igen“
Floorball ist momentan noch kein grosses Thema in Schweden. Das historische Double im Eishockey – Olympiasieg und WM-Titel – beherrscht die Schlagzeilen. Im Fernsehen werden die Tore des WM-Finals beinahe in der Endlosschlaufe gezeigt, ebenso der Empfang in Stockholm. „Guld igen“ (Wieder Gold) titelte die grösste Zeitung Aftonbladet um dann auf 17 Seiten die Helden von Riga zu feiern. Ebenfalls viel Platz nahm das erste Training von Schwedens Fussballer vor 4'000 Zuschauern ein. Auf Seite 24 wird in einem kurzen Vierzeiler das 11:1 der Unihockey-Nati erwähnt. Hauptthema war aber die Abwesenheit von Conny Westerlund. Wie das wohl nach dem nächsten Wochenende aussieht?

Vom Regen in die Traufe

In Malmö ist das Wetter ähnlich wechselhaft wie in Helsingborg. Zwischen strömendem Regen und strahlendem Sonnenschein liegen immer noch nur Minuten. Als die Sonne dann während einiger Stunden schien, war plötzlich auch Leben in der Hauptstadt der Provinz Skane. Unter Wärmestrahlern – man fühlte sich beinahe an die Zuchwiler Eishalle erinnert – konnte auch ein kleines Bierchen im Freien genossen werden. Vom Unihockey WM-Fieber ist die Stadt aber noch nicht befallen. Immerhin betrieben fünf junge Mädchen etwas Werbung für den Ballsport, als sie mitten im Stadtzentrum Zeit für ein kurzes Spielchen unter freiem Himmel fanden.

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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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