12.
2010
WM-Splitter Teil 4
Deutschland?
Nach der Partie Schweden gegen Australien wurde Schwedens Stürmer Joel Kanebjörk zum nächsten Gegner Deutschland befragt. So richtig wollte Kanebjörk aber nichts zum Stichwort „Deutschland" einfallen. Der deutsche Pressesprecher Matthias Liebing reagierte sofort und gab dem Stürmer von Storvreta Nachhilfeunterricht. Eine Hilfe hätten wir auch noch: Fredrik Holtz, seinen Linienkollege bei Storvreta, spielt ebenfalls für die deutsche Auswahl.
Kein Kusscomeback
Simon Stucki ist bei den schwedischen Journalisten seit der WM 2006 immer noch als „der Mann, der seine Freundin nach einem Tor küsst" in Erinnerung. Heute traf er noch ohne die Hilfe seiner Karin dreimal. Ab Donnerstag wird sie aber auch vor Ort sein. „Die Zuschauer sitzen aber ein bisschen weiter weg als damals in Malmö", nimmt Stucki aber allen Hoffnungen auf eine Wiederholung Wind aus den Segeln. Den treffenden Kommentar zur tristen Stimmung während der Partie Schweiz gegen Polen hatte Stucki parat. „Wenn's so ruhig ist, verstehen wir uns wenigstens auf dem Feld gut". Positiv denken, einfach gemacht.
Misstöne
Ein Aufreger ist bislang der Mann am DJ-Pult. Bereits werden auf der Pressetribüne erste Unmutsbekundungen laut. In der Tat hat man die drei Songs, welcher er jeweils pro Spiel auflegt, langsam gehört. So wird mittlerweile bei den Presseleuten über eine Spendensammlung für eine vierte und fünfte CD - ja, der Mann arbeitet noch richtig oldschoolmässig mit Silberscheiben - nachgedacht. Mit Wehmut erinnern wir uns an die Schweizer DJ's Sundi, welche vor zwei Jahren in Tschechien jeweils um Welten bessere Musik auflegten.
Weird Florian
Pünktlich zum finnischen Unabhängigkeitstag wurde das ganze Land in einen tiefen Schneemantel gelegt. Der Wetterbericht von heute war kurz: Es schneite den ganzen Tag. Und zur Abwechslung dunkelte es bereits um 14 Uhr ein. Einem war das sehr egal. Die Feierlichkeiten zum Independence Day gingen dem deutschen Fotografen Florian Büchting komplett am A...ch vorbei. Er flog am Montag rasch nach London ans Weird Al Jankovic Konzert. „Der ist erstmals auf Europatournee, das muss man einfach gesehen haben", freute sich Flori wie ein Sonnenkönig.
Neuer Rekordhalter
Bei der Partie Norwegen gegen Tschechien kam erstmals an dieser WM auch in der Schlussphase Spannung auf. Ein Tor fehlte den Norwegern schlussendlich, um die Tschechen noch vom ersten Gruppenrang zu verdrängen. 4:4 endete die spannende Partie. Um ein Haar hätten die Tschechen bereits im Viertelfinale gegen Schweden gespielt. Auf der Tribüne sah sich auch der ausgebootete Radim Cepek das tschechische Beinahe-Debakel an. Er wurde heute von Willy Fauskanger (Norwegen) als Rekordteilnehmer von WM-Spielen abgelöst. Auf 39 Partien kommt der mittlerweile 34-jährige Fauskanger, der vor zwei und vier Jahren schon sagte, dass dies nun die letzte WM für ihn sei. Wir freuen uns, ihn in zwei Jahren in der Schweiz begrüssen zu dürfen.
Zahlenflut
Ein Heer von Statistikern ist an dieser WM im Einsatz. Sehr professionell kommt die Auswertung mittlerweile daher. Heute machten die Schweizer aus 72 Torchancen 12 Tore, während die Polen aus ihren 41 Tormöglichkeiten nur zwei Treffer erzielten. Überraschend der Schweizer Spieler, welcher heute am längsten auf dem Spielfeld stand. Marc Mühlethaler war 21 Minuten und 50 Sekunden im Einsatz. Relativierend kommt aber hinzu, dass jeder Block nur 40 Minuten im Einsatz war. Ins Schwitzen kamen die Statistiker beim gestrigen Spiel Australien gegen Schweden. Unglaubliche 148 Schüsse gaben die Schweden während den 60 Minuten ab. 18 auf der anderen Seiten die Australier ...