10.
2014
Champions Cup Splitter Teil 3
Kein Champions Cup Tag ohne Splitter. Keine Splitter ohne Falun. Dies und noch viel mehr im dritten Teil der bunten Randgeschichten aus Zürich.
Bevor wir zu unserem Lieblingsthema #jugigate kommen, etwas vorneweg: Der 3. Oktober 2014 geht in die Geschichte des Schweizer Unihockeys ein. Gleich drei Schweizer Teams beendeten die Gruppenphase des Champions Cups als Sieger und stehen somit im Halbfinal. Rekord - es war auch das erste Mal, dass vier Schweizer Teams an der Europacup-Endrunde teilnehmen durften. Das Turnier ist für uns immer noch so surreal, wie erfreulich. Schön, das alles zu erleben. Hoffentlich hält das Schweizer Hochgefühl bis Sonntag an. Wir drücken allen drei Halbfinalisten die Daumen.
Der nächste Schlag
Nun also zu unserem «Lieblingsteam» Falun. Gestern suchten einige Spieler Faluns einen Tabakwarenladen auf, um ihren geliebten Snus zu kaufen. Wer's nicht kennt: Snus ist der Kautabak, der in loser oder Beutelform unter die Lippe geklaubt wird. Die Sache hatte nur einen kleinen Haken: Snus gibt's nur in Schweden im öffentlichen Verkauf, nicht aber in der Schweiz. Unverrichteter Dinge mussten die Schweden wieder in die ungeliebte Jugi gehen. Und das noch im Tram. Nach dem #jugigate nun also der #snusgate - was müssen die armen Schweden nur alles durchmachen auf ihrem «Psycho-Trip» in der Schweiz. (und ja, das war wieder Ironie.)
Deutschlands Klassenreise
Apropos #jugigate: In Deutschland wird eifrig der Kopf geschüttelt ob der Klagen Faluns. Das deutsche Team lebte während der WM 2012 zwei Wochen in der besagten Jugendherberge und hat nur beste Erinnerungen an die damalige Zeit. «Die Jugendherberge war total nett letztes Mal. Die hatten einen Weihnachtsbaum, eine nette Bar und vorne eine Tafel stehen, wo sie immer den Nationen Grüße drauf geschrieben haben. Beispielsweise ‚Glückwunsch Deutschland zum Viertelfinal‘ oder ‚Lettland Kopf hoch‘ und ‚Yeah Japan schießt auch ein Tor‘. Zur WM kam man da rein und die Holtz Brüder saßen an der Bar, die Japaner hingen an ihren Laptops, die Letten hatten sich nach der Niederlage in die Ecke verdrückt und unser Manni Berzel hat gegen einen Esten Kicker gespielt. Wie auf ner Klassenreise», vernahmen wir von unserem nördlichen Nachbarn. Vielleicht ist es ja auch einfach nur so, dass Faluns Spieler neidisch auf die Unterkunft ihrer Freundinnen sind. Die wohnen nämlich in einem Fünf-Sterne-Hotel in Zürich.
Einmal Stöcke bitte
Keine Reklamationen haben wir dagegen von den Frauen Djurgardens gehört. Böse Zungen behaupteten schon, dass sich die finanziell gar nicht auf Rosen gebetteten Stockholmerinnen gar keine bessere Unterkunft, als eine Jugendherberge hätten leisten können... Der schwedische Meister hatte aber ein ganz anderes Problem. Die ehemalige Nationalspielerin Malin Eriksson konnte erst am Donnerstag nach Zürich reisen und traf erst kurz vor dem ersten Gruppenspiel gegen Zug in der Saalsporthalle ein. Leider ohne ihre Stöcke - die machten im Flughafen Kloten wohl eine Extrarunde. Troubleshooter Rico Polo vom lokalen OK musste wieder einmal ran - mit der Hilfe des Taurus Shops in Kloten hatte Eriksson kurz nach Spielbeginn dann tatsächlich zwei Ersatzstöcke in der Hand.
Mehr als Kim
Apropos Schweden: Das Innebandy Magazinet, das wieder mal mit Abwesenheit glänzt bei einem Anlass ausserhalb Schwedens, titelte vor dem Halbfinal gross auf seiner Page «Falun gegen Kim im Halbfinal». Was Warberg-Legende Kimmo Eskelinen mit dem Tweet «Der arme Kim, er muss wieder allein spielen» kommentierte. Eskelinen spielte darauf an, dass für das Innebandy Magazinet GC gleich bedeutend mit Kim Nilsson ist und schon früher in Überschriften statt GC nur Kim erwähnt wurde. Da die schwedischen Kollegen ja leider kein Turnierheft lesen können, hier der Link zum Kader der Grasshoppers. An dieser Stelle sei auch gleich darauf hingewiesen, dass die Hoppers ein neues Mannschaftsfoto erstellt haben. Mit dem richtigen Kim Nilsson. Bitte für den Hinweis.
Jungtalent
Apropos GC: Dort haben wir auf der IFF-Page ein hoffnungsvolles, 23-jähriges Jungtalent aus dem Tessin gesichtet. Forza Cepe - ist er der Benjamin Button des Unihockeys?
Grosse Namen
Mit gerade mal zwölf Spielerinnen und einer Torhüterin reiste der russische Qualifikant Nauka Severodwinsk nach Zürich. Gegen Piranha wurde ein Debakel erwartet - zu Unrecht: Die Russinnen zeigten erfreulicherweise ganz passables Unihockey. Die Experten auf der Tribüne trauten ihnen gar zu, in der NLA mithalten zu können. Wohl auch ein Werk der Coaches. Kein Wunder, hiessen die doch Lenin und Bykov. Da kann ja nichts schiefgehn.
Namentlich
Apropos Russland: Nicht zum ersten Mal hatte ein russisches Team vergessen, Namen auf die Trikots zu flocken. Aber gut, die Russinnen hatten seit dem Gewinn des EFC auch nur gut ein Jahr Zeit, um sich auf den Champions Cup vorzubereiten... In einer Nacht- und Nebelaktion - inklusive Handwäsche der Trikots durch das OK - wurden die Trikots mit Namen veredelt. Eine andere Variante wählte Zug United. Da der gesamte Verein auf diese Saison hin neue, einheitliche Trikots bekam und der Trikotsatz der NLA-Equipe mehr als eine Saison halten sollte, wurde dort auf einen Namensdruck verzichtet. Mit Namens-Aufklebern aus dem OL wurden die Shirts für den Champions Cup gepimpt.
SRF mit Livestream
Bis jetzt war Unihockey beim Schweizer Fernsehen kein grosses Thema. Nach den drei Gruppensiegen wurde aber heute auf der Website von SRF ein grösserer Artikel geschaltet. Einzig, dass Wiler-Ersigen aus dem Emmental ins Oberaargau disloziert wurde, war etwas unglücklich. Am Samstag werden die Halbfinalspiele auch auf srf.ch live im Webstream übertragen. Eine gute Möglichkeit für alle, welche nicht nach Zürich kommen können, via Einschalten des Webstreams dem Schweizer Fernsehen zu zeigen, wie gross der Bedarf nach Unihockey-Übertragungen ist. Und es sei angemerkt, dass zwei Männer- und ein Frauenteam den Sprung in den Halbfinal geschafft haben. Nicht zwei Frauen- und ein Männerteam, wie in der letzten «Sport Aktuell»-Ausgabe irrtümlich gemeldet wurde...
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