02.
10.
2014
Champions Cup | Autor: Voneschen Reto

Wilers kleine Sensation

Schweizermeister Wiler-Ersigen hat sein Startspiel am Champions Cup in Zürich mit 6:5 gegen Titelverteidiger Falun gewonnen. Nach einer Aufholjagd Wiler-Ersigens im Mitteldrittel behielt Tatu Väänänen 30 Sekunden vor Ende mit einem verwandelten Penalty die Nerven.

Wilers kleine Sensation Einen Schritt schneller: Wiler-Ersigen (links) kann Falun ein Schnäppchen schlagen (Bild Erwin Keller)

Als Christoph Hofbauer kurz vor Ende des ersten Drittels mit einem missglückten Pass den Schweden Alexander Hallén praktisch zum 3:1 einlud, schien eine erste Vorentscheidung gefallen. Doch weit gefehlt: Im Mitteldrittel spielte Wiler-Ersigen ganz gross auf und kehrte durch Tore von Patrick Mendelin (21./33.), Nico Berlinger (32.) und Henrik Olofsson (40.) das Resultat auf 5:3. Während dem Schweizermeister beinahe alles gelang, blieb Falun erstaunlich blass.

Väänänen eiskalt
Dies änderte sich im Schlussabschnitt, als die Schweden ihr Tempo erhöhten. Nach Rasmus Enströms 4:5 (44.) stieg die Spannung beinahe minütlich. Lange hielt das Berner Bollwerk, sogar zwei umstrittene Unterzahlsituationen konnten erfolgreich überstanden werden. Erst als Falun seinen im letzten Drittel eingewechselten Torhüter Mans Parsjö-Tegner durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, kam es 90 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit zum Ausgleich. Dabei blieb es aber nicht. Eine halbe Minute vor der Sirene wurde Wiler-Ersigen nach einem Bodenspiel Faluns ein Strafstoss zugesprochen. Der Finne Tatu Väänänen behielt die Nerven und verwandelte eiskalt zum viel umjubelten 6:5-Siegestreffer.

Enttäuschendes Falun
Vor allem die Reaktion Wiler-Ersigens im Mitteldrittel war grosse Klasse. Mit viel Kampfgeist wurde Tor um Tor aufgeholt. Am Schluss lachte dem Schweizermeister auch ein wenig das Glück, doch auch als das lange Zeit enttäuschende Falun seine beiden Stars Enström und Alexander Galante Carlström forcierte, blieben schwedische Tore Fehlanzeige. Wiler-Ersigen hat nun die Chance im letzten Gruppenspiel gegen Lekrings den Gruppensieg sicher zu stellen. Dies würde voraussichtlich einen Halbfinal gegen den finnischen Meister Happee bedeuten. Diesem wollte Falun möglicherweise aus dem Weg gehen - das würde auch den lange blassen Auftritt der Schweden etwas erklären, soll aber nicht die gute Leistung Wiler-Ersigens schmälern.


Wiler-Ersigen - Falun 6:5 (1:3, 4:0, 1:2)
Saalsporthalle Zürich. - 931 Zuschauer. - SR Burek/Czarnecki (POL).
Tore: 6. Mendelin (Matthias Hofbauer/Ausschluss Fernqvist) 1:0. 13. Johansson (Fahlström) 1:1. 16. Galante Carlström (Enström/Ausschluss Wittwer) 1:2. 19. Hallén (Svahn) 1:3. 21. Mendelin 2:3. 32. Berlinger (Fankhauser) 3:3. 33. Mendelin 4:3. 40. Olofsson (Matthias Hofbauer) 5:3. 44. Enström (Galante Carlström) 5:4. 59. (58:30) Fahlström (Enström) 5:5 (Falun mit sechs Feldspielern). 60. (59:30) Väänänen 6:5 (Penalty).
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen, 1mal 2 Minuten gegen Falun.
Wiler-Ersigen: Samuel Zimmermann; Väänänen, Meister; Wittwer, Hirschi; Olofsson, Gerber; Mendelin, Adrian Zimmermann, Rosén; Sebek, Christoph Hofbauer, Deny Känzig; Berlinger, Matthias Hofbauer, Fankhauser; Stettler.
Falun: Rehn (41. Parsjö-Tegner); Ciya Hajo, Johansson; Kvist, Fernqvist; Enström, Adriansson, Galante Carlström; Skog, Svahn, Hallén; Fahlström, Rokka, Backby.
Bemerkungen: Wiler-Ersigen ohne 57. Pfostenschuss Galante Carlström. - 58. (57:55) Time-out Falun, anschliessend teilweise ohne Torhüter. - Mendelin (Wiler-Ersigen) und Enström (Falun) als beste Spieler ausgezeichnet.

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