12.
06.
2019
International | Autor: Güngerich Etienne

Aufruhr wegen Griffbänder

Ab 2020 muss gemäss einer Regeländerung des IFF das verwendete Griffband vom gleichen Hersteller sein wie vom gebrauchten Stock. Die Unihockeyszene läuft in den sozialen Medienkanälen Sturm.

Aufruhr wegen Griffbänder Griffband und Stock müssen künftig vom selben Hersteller sein. (Bild: Fabian Trees)

Den eigentlich wichtigsten Beschluss, den der IFF anlässlich des Central Board Meetings gefällt hat, teilt der Weltverband auf der Homepage erst ganz am Schluss mit. In der Zusammenfassung wird zuerst darüber berichtet, dass Kuwait mit seinen 40 Unihockeyspielern als 73. IFF-Mitglied aufgenommen wurde. Oder dass in Singapur ein Schiedsrichter-Camp stattfand, sowie dass (unter anderem) im finnischen Cup erstmals die «Olympiaformel» mit 3x15 Minuten Spielzeit und 17 Spielern angewendet wird. Ganz am Schluss kommt dann die Information, die die Unihockey-Community zur Weissglut treibt.

Dem Geld erlegen?
Ab dem 1. Juli 2020 müssen das Griffband und der Stock eines Unihockeyspielers vom selben Hersteller sein. Wer also beispielsweise mit einem Stock von «Fatpipe» spielt, darf künftig nicht mehr ein «Grip» von «Unihoc» oder «Zone» verwenden. Auch sogenannte «Overgrips» von Tennis- oder Badmintonschlägern - sie gewannen in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit - sind demnach verboten. Die Unihockeyszene wittert ab diesem Entscheid einen Komplott der Stockhersteller. Nicht Wenige sind der Meinung, dass es nur um Geldmacherei geht. «Der nächste Sport, der dem Ruhm des Geldes erliegt. Es würde mich interessieren, wieviel Kohle der IFF für diese Regeländerung erhält», schreibt beispielsweise ein User auf dem Facebook-Account des Onlineportals «FloorballToday». Auch Spieler wie Mullsjös Kim Ganevik haben sich zu Wort gemeldet und den Entscheid heftig kritisiert.

IFF-Generalsekretär John Liljelund gibt sich trotz den emotionalen Reaktionen schon fast provokativ gelassen. Gegenüber dem schwedischen Fachportal «Innebandymagazinet» gibt er sogar zu, dass vor allem Geschäftsinteressen der Produkthersteller hinter diesem Entscheid stehen, weil diese ihren Umsatz steigern möchten. «Wir haben den Vorschlag von den Produzenten erhalten und ihn gutgeheissen, weil die Regeländerung das Spiel in keiner Weise beeinflusst», meint der Finne. Kurios mutet aber vor allem seine Aussage an, dass Spieler, die mit dem Griffband nicht zufrieden sind, ja beim Hersteller ihre Wünsche platzieren können. Doch dies dürfte wohl eher nur auf Superstar wie Rasmus Enström, Kim Nilsson oder Peter Kotilainen zutreffen, die alle mit einem persönlichen Vertrag ausgestattet sind.

Die Regel gilt aber für alle Länder und Ligen. Wird ein Spieler mit unkorrekter Ausrüstung erwischt, würde er nach heutigem Regelwerk mit einer Roten Karte bestraft werden. «Wir hoffen, dass die Hersteller und die Spieler in den nächsten zwei Jahren die neue Regel akzeptieren und befolgen, um zusätzliches Drama zu vermeiden», so Liljelund weiter. Interessant dürfte werden, inwiefern die Regel in unteren Ligen umsetzbar und vor allem kontrollierbar sein wird. Das Thema wird auf jeden Fall noch für viel Gesprächsstoff sorgen.

 

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