05.
2014
Neues vom IFF
Der Zentralvorstand des internationalen Unihockeyverbands IFF, das Central Board, traf sich kürzlich zu einer Sitzung im finnischen Espoo. Vergeben wurden unter anderem die Austragungsorte für die Weltmeisterschaften 2017 und 2018. Wie dies über die Bühne ging, ist durchaus speziell.
Während Vergaben von Weltmeisterschaften im Fussball mittlerweile eine riesige Sache sind und sich Kandidaten, Delegierte und Sponsoren an den Fifa-Kongressen mit Versprechungen und weiterem überbieten, geht es im Unihockeysport «etwas» gemächlicher zu und her. In der beschaulichen finnischen Idylle Espoos wurden am letzten Wochenende die Weltmeisterschaften der Jahre 2017 und 2018 vom Central Board des IFF vergeben. Im Mittelpunkt stand dabei die elfte Frauen-Weltmeisterschaft 2017. Einziger Bewerber dafür war die Slowakei. Nur: Der slowakische Verband hat seit Jahren massive Schulden beim IFF. Mittlerweile belaufen sich diese auf 22‘363 Franken.
WM-Zusage mit Auflagen
Unter Vorbehalt der Lösung seiner finanziellen Probleme bis Ende August erhielt die Slowakei mangels Konkurrenz den Zuschlag. Im Falle einer Rückgabe stände mittlerweile Schweden als Ersatz bereit. Die Slowaken hatten zuvor die U19-WM (2012) und die WM-Quali in diesem Frühling organisiert. «Eine perfekte Möglichkeit für den slowakischen Verband der Welt zu zeigen, was sie für eine aufstrebende Unihockey-Nation sind», kommentierte IFF-Generalsekretär John Liljelund. Über die Stärken der slowakischen Organisatoren lässt sich streiten, die Schweizer Teams haben zumindest gute Erinnerungen an die Slowakei. Die U19-Girls holten in Nitra damals Silber, die A-Nati der Männer gewann die WM-Quali in Bratislava souverän.
Zweimal Schweden
Dass die Schweiz den Zuschlag für die Frauen-U19-Weltmeisterschaft 2018 bekam, haben wir bereits mitgeteilt. Ein Jahr zuvor wird die U19-WM der Männer in Schweden ausgetragen. Wieder, muss dabei gesagt werden. Bereits 2015 wird im schwedischen Helsingborg die U19-WM der Männer ausgetragen. Bewerber neben Schweden war die Schweiz, welche aber zum vornherein sagte, dass sie nur eine U19-WM übernehmen kann und wieder die finanziell angeschlagene Slowakei. Da sich für die U19-WM 2018 niemand ausser der Schweiz bewarb, ging 2017 halt wieder nach Schweden.
Teure Absage
Finanzielle Probleme plagen übrigens nicht nur die Slowakei, sondern auch Deutschland (16‘576 Franken Schulden) und Russland (15‘500 Franken). Wie die Slowakei mussten auch diese beiden Verbände dem IFF-CB einen Plan zur Lösung der Ausstände vorlegen. Geplant ist, dass zukünftig Verbände mit offenen Beträgen nicht mehr zur WM-Qualifikation zugelassen werden. Derzeit wartet der IFF auf 90‘000 Franken, die Hälfte davon sind alte Ausstände. Apropos Finanzen: Teuer zu stehen, bekommt Jamaika die kurzfristige Absage an der U19-WM in Polen vor einigen Wochen. Neben den Hotelkosten von 5‘250 Franken erhält der jamaikanische Verband eine Busse von 4750 Franken für die Abmeldung.
Mit dabei in Espoo war auch Athleten-Kommission des IFF, der unter anderem auch der Schweizer Nationalspieler Emanuel Antener angehört. Wie es ihm ergangen ist und was die Athleten an ihrer ersten Sitzung diskutierten, gibt es in Bälde bei unihockey.ch nachzulesen.
Nächste internationale Anlässe:
Studenten-Weltmeisterschaft 2014 in Singapur (18. bis 22. Juni 2014)
Champions Cup 2014 in Zürich/Saalsporthalle (1. bis 5. Oktober 2014)
Euro Floorball Cup 2014 in Norwegen/Frederikstad (8. bis 12. Oktober 2014)
Männer Weltmeisterschaft 2014 in Schweden/Göteborg (5. bis 14. Dezember 2014)