11.
2014
Piranha schiesst den Aufsteiger ab
Die Unihockeyanerinnen von Piranha Chur zündeten gestern in der GBC ein wahres Torfeuerwerk: Gleich mit 11:1 gewann der NLA-Leader in der neunten Runde gegen Aufsteiger Aergera Giffers.

«Ausser Spesen, nichts gewesen» hiess es gestern für die Spielerinnen von Aergera Giffers. 280 Kilometer nach Chur nahmen die Freiburgerinnen unter die Räder, um dann mit einer 1:11-Niederlage wieder nach Hause zu fahren. Erst seit dieser Saison spielt «Güfersch» - eine 1500-Seelen-Gemeinde im Sensebezirk sechs Kilometer neben Fribourg - in der NLA, gehörte aber bislang zu den positiven Überraschungen. Der Fünftplatzierte profitierte dabei auch vom Spielplan - in sechs der bisher acht Partien spielte er zuhause und gewann insgesamt vier Mal.
Der erste Auftritt in Chur war bereits nach dem ersten Drittel entschieden. 4:0 führten die Churerinnen nach sehenswerten Toren von Katrin Zwinggi (5.), Seraina Ulber (12.), Chantal Paschoud (17.) und Chiara Gredig (20.). Die Churerinnen machten dabei einen von Beginn weg konzentrierten Eindruck, profitieren aber auch davon, dass Aergera Giffers nicht nur simpel mauerte, sondern versuchte mitzuspielen. Das war löblich und für die 175 Zuschauer auch unterhaltsam anzusehen - gegen den Tabellenersten und amtierenden Meister aber augenscheinlich nicht die erfolgsbringende Taktik.
Kurz: Es ging manchmal einfach zu schnell für den Aufsteiger. Erst nach dem 6:0 - zwischenzeitlich trafen für Piranha auch Hanka Lackova (26.) und Manuela Dominioni (27.) - konnten die Freiburgerinnen erstmals jubeln. Topskorerin Caroline Schürch stand in Überzahl nach einem Bandenabpraller am richtigen Ort. Es blieb das einzige Mal, dass Lara Heini im Churer Tor hinter sich greifen musste. Im Schlussdrittel erhöhten Lackova (42./53.) und Isabelle Fausch (46.) auf 10:1. Dies freute beide: Die Tschechin machte ihren Hattrick komplett (und darf gleichzeitig für den «Stängelitreffer» einen Kuchen fürs Team backen), während Fausch nach einer langen Durststrecke erstmals in dieser Saison traf. Den Schlusspunkt zum 11:1 setzte Katrin Zwinggi in der 55. Minute.
Mit dem Sieg verteidigte Piranha Chur seine Tabellenführung souverän. Verfolger Dietlikon liess sich aber auch nicht lumpen und gewann das Zürcher Derby gegen das kriselnde Red Ants Winterthur (6.) gleich mit 14:1. Ein kleiner Trost für Aufsteiger Giffers, dass die Winterthurerinnen noch mehr Gegentore erhielten - in zwei Monaten müssen sie dann nochmals nach Chur reisen. Für Piranha Chur geht es heute Sonntag in Zug (20 Uhr) weiter. Ein Sieg beim sieglosen Tabellenschlusslicht (3:6 am Freitag gegen Bern Burgdorf) ist Pflicht - wahrscheinlich ist auch ein hoher Erfolg. Dass die Churerinnen in Form sind, haben sie gestern eindrücklich bewiesen.
Piranha Chur - Aergera Giffers 11:1 (4:0, 3:1, 4:0)
GBC. - 175 Zuschauer. - SR Brändle/Niedermann.
Tore: 5. Zwinggi (Ulber) 1:0. 12. Ulber (Zwinggi) 2:0. 17. Paschoud (Lackova) 3:0. 20. Gredig (Ukkonen) 4:0. 26. (25:44) Lackova (Sgier) 5:0. 27. (26:17) Dominioni (Gredig) 6:0. 30. Schürch (Ausschluss Marti) 6:1. 33. Sgier (Buchli) 7:1. 42. Lackova (Paschoud) 8:1. 46. Fausch (Dominioni) 9:1. 53. Lackova (Paschoud) 10:1. 55. Zwinggi (Dellagiovanna) 11:1.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Chur, keine gegen Giffers.
Chur: Heini; Marti, Sgier; Ukkonen, Handl; Zwinggi, Ulber, Dellagiovanna; Buchli, Lackova, Paschoud; Fausch, Gredig, Dominioni.
Giffers: Etter; Wyder, Weibel; Wieland, Dietrich; Hirschi, Berti; Feller, Bertolotti, Schürch; Ruffieux, Wohlhauser, Dazio; Beck, Brui, Moser.
Bemerkungen: Chur ohne Putzi, Ludwig, Luomaniemi, Karjalainen. - 52:35 Time-out Aergera Giffers. - Lackova (Chur) und Schürch (Giffers) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.
Zeitungsbericht "Schweiz am Sonntag"