10.
Unnötige Niederlage in Chur
Die Red Ants schlagen aus der anfänglichen Überlegenheit gegen Floorball Chur United kein Kapital und mussten letztlich mit einer 2:3-Niederlage vom Feld. Ein Aufwärtstrend ist trotzdem erkennbar.
Ein hohes Pressing mit zuweilen vier Spielerinnen in der Nähe des Bündner Tores, viele Ballgewinne, Druck und Abschlüsse - so starteten die Winterthurerinnen in die Partie in Chur. Alleine Esther Juul Thomsen hatte in den ersten sechs Minuten dreimal die Führung auf dem Stock, auch Marcia Wick und Lea Suter verpassten nur knapp. In der 10. Minute scheiterte Thomsen am Pfosten. Von Chur war nichts zu sehen - bis in der 12. Minute auch den Gästen der Pfosten half, ehe die Finnin Kiia Kokko wenig später das 1:0 erzielte. Die Winterthurerinnen powerten weiter und kamen nach einer Traumkombination über Sundberg, Brunner, Thomsen, Piispa und wieder Brunner zum Ausgleich. „Wir liessen uns vom Rückstand nicht beirren und powerten einfach weiter", sagte Melea Brunner im Pauseninterview. Dass ihr Tor in der 16. Minute für die nächsten 40 Minuten der letzte Treffer der Red Ants sein würde, war da nicht absehbar. Das 1:1 nach dem Startdrittel war ein extrem schlechter Lohn für die Bemühungen in der Offensive.
Im zweiten Abschnitt schien alles im gleichen Takt weiterzugehen. Suter, Siedenberg und Wick mit drei Chancen in den ersten 30 Sekunden. Erst danach begann sich Chur besser auf das Pressing einzustellen und vermochte den Ball länger zu halten. In der eigenen Hälfte gegen die nun etwas tiefer stehenden Red Ants manchmal sogar sehr lange. „Das schleppend langsame und langweilige Spiel machte mich fast wahnsinnig", gab Marcia Wick nach der Partie zu Protokoll. Es passierte das, was nicht hätte passieren sollen. Die Partie plätscherte nun mehr vor sich hin, bis zur zweiten Sirene hielten sich die Höhepunkte in Grenzen. Tore fielen keine.
Besserer Auftritt
Umso explosiver dafür der Start in den Schlussabschnitt. Die frisch eingewechselte Eliska Trojankova überlief am Flügel Gentiana Behluli und fand vor dem Tor Rahel Wyss - nach 36 Sekunden lagen die Bündnerinnen wieder vorne. In der 46. Minute unterlief Janine Hohl ein Fehlpass, Madlena Rozite bedankte sich mit dem 3:1, indem sie den Abpraller ihres eigenen Schusses hinter Marion Steiger versenkte. Nun rannten die Red Ants einem Zweitore-Rückstand nach, der in keinster Weise den Spielanteilen entsprach. Sie taten das eifrig, aber weniger konsequent als im Startdrittel. Eine fragwürdige Strafe gegen Wick wurde problemlos überstanden, aber in der Offensive fehlten die klaren Möglichkeiten. Erst in der 58. Minute traf Behluli im Powerplay bei 6-gegen-4-Feldspielerinnen mit einem präzisen Schuss unter die Latte zum 3:2. Mehr gelang in der Schlussphase nicht mehr, die dritte Niederlage in Folge war Tatsache.
Die Leistung stimmte über weite Strecken, der Auftritt war insgesamt besser als zuletzt gegen BEO und davor gegen die Jets - nur das Ergebnis war letztlich dasselbe. „Neue Trainer und Spielerinnen, neue Kultur, viele Prozesse laufen noch - wir sind noch nicht dort, wo man normalerweise zu diesem Zeitpunkt der Saison zu sein hat", mahnt Wick weiter zu Geduld. Die Red Ants können jetzt zwei Wochen lang in Trainings an den Prozessen feilen, ehe es am 24. Oktober in Laupen weitergeht.
Floorball Chur United - Red Ants Winterthur 3:2 (1:1, 0:0, 2:1)
Sporthalle Fortuna, Chur. Zuschauer: k.A. SR Haueter/Lehmann.
Tore: 13. K. Kokko (M. Rozïte) 1:0. 16. M. Brunner (S. Piispa) 1:1. 41. R. Wyss (E. Trojankova) 2:1. 46. M. Rozïte 3:1. 58. G. Behluli (I. Sundberg; Ausschluss N. Anderegg) 3:2.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Floorball Chur United. 1mal 2 Minuten gegen Red Ants Winterthur.
Chur: Florin; Jakob, Anderegg; Weis, Gansner; Stieger, Schmid; Vaerini, Capatt, Wyss; Kokko, J. Rozite, M. Rozite; Keel, Hartmann, Koch; Trojankova.
Red Ants: Steiger; Odermatt, Behluli; Hohl, Sundberg; Habersatter, Überschlag; Stadelmann; Suter, Wick, Siedenberg; Piispa, Brunner, Thomsen; Kläy, Hangartner, Fleischlin; Nussbaumer.