09.
2011
Bergers Rückkehr
Die Geschichte ist bekannt: Sieben Jahre und sieben Monate war Thomas Berger für die erste Mannschaft des SV Wiler-Ersigens verantwortlich. Gewann dabei sechs Mal die Meisterschaft und wurde sogar Europacupsieger. Es folgte ein unrühmlicher Abgang, entstanden aus dem Wunsch des Vereins nach einem Umbruch. Trotz der vielen Erfolge hatte sich Bergers Methode langsam aber sicher abgenutzt. Damit das Kader zusammengehalten werden konnte, musste ein neuer Übungsleiter her. Mit Heikki Luukkonen - mittlerweile sogar Trainer des Jahres - wurde bald ein neuer präsentiert.
Gemischte Gefühle
Mittlerweile ist einiges Wasser die Emme runtergeflossen. Thomas Berger fand einen neuen Job in Chur, beim SVWE wird fleissig an einer zukünftigen Meistermannschaft gebastelt. So weit, so gut. Am Samstag wird für einige Stunden aber auch der Geist früherer Tage wehen. Thomas Berger gastiert mit seiner neuen Mannschaft Chur Unihockey in der Kirchberger Grossmatt. Kein Spiel, wie jedes andere, das gibt auch Berger zu. „Ich freue mich einige Leute wieder zu sehen", sagt der Bündner, ergänzt aber rasch, „gewisse möchte ich aber besser nicht treffen."
„Machen zu viele Fehler"
Sportlich ist Thomas Berger mit seinem neuen Team noch nicht dort, wo er gerne hinmöchte. 8:12 verloren die Churer gegen die Tigers Langnau in einem nur für die Zuschauer attraktiven Offensivspektakel. „Wir machen derzeit noch ganz krasse Fehler, im Angriff, wie in der Verteidigung", ärgert sich Berger. Vier Tore hätten sie den Langnauer praktisch aufgelegt, so der neue Churer Boss. „Vermutlich sind einige Spieler zu verkrampft und wollen es zu gut machen. Vor allem in der Angriffsauslösung ist die Verkrampfung spürbar", hat Berger festgestellt.
Derby am Sonntag
Chur Unihockey kämpft daneben noch mit Verletzungssorgen. Torhüter Patrick Kellenberger fiel seit dem Ustermer Cup aus, nachdem ein eigener Verteidiger ihm auf die Hand stand. Am gleichen Tag erwischte es auch Fernando Jenni mit einer Leistenzerrung. Nun sind auch die Verteidiger Renato Schneider (Fuss vertreten) und Lulzim Kamaj (Schulterprobleme) verletzt. Keine guten Aussichten, auch weil am Sonntag das Derby gegen Alligator Malans ansteht. Für den ehemaligen Malanser-Trainer Berger ist dies mittlerweile ein ganz normales Spiel. Ganz im Gegensatz zu seinen Akteuren. „Diese Derby-Intensität war mir neu. Beim ersten Aufeinandertreffen am Champy-Cup musste ich den Spielern schon sagen, dass es nur um drei Punkte geht", schüttelt Berger etwas verständnislos den Kopf.
Auch Wiler mit Sorgen
Vorerst gilt der Fokus auf die Partie gegen Wiler-Ersigen. Dort misslang Heikki Luukkonen der Start. 6:9 verlor der SVWE gegen die im letzten Drittel entfesselt aufspielenden Zürcher Grasshoppers. Vor allem in der Abwehr hat sich der Meister noch nicht gefunden. So ist die Partie zwischen Wiler-Ersigen (8.) und Chur (9.) überraschenderweise ein „Tabellennachbar-Spiel". „Die Tendenz geht in der SML dahin, dass mehr Tore geschossen werden. Das ist wohl der finnische Einfluss", mutmasst Berger. Sein erstes Ziel ist am Samstag auch kein resultatmässiges: „Wir wollen endlich anständiges Unihockey zeigen." Nette Notiz am Rande: Letztmals verlor Wiler-Ersigen vor acht Jahren ein Startspiel. Es war Thomas Bergers Premiere beim SVWE.