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12.
2002
NLA Männer | Autor: UHC Uster

Daniel Brunner - Erfolgstrainer des UHC Uster

Nach dem UHC Thun überrascht in dieser Saison Aufsteiger Uster mit guten Leistungen in der NLB. Die Geheimnisse des Ustemer Offensivspektakel und wie Trainer Brunner die Zukunft des UHC Uster sieht lesen Sie hier ...
Daniel Brunner
Führte den UHC Uster von der 1. Liga an die Spitze der NLB - Daniel Brunner
Dani, macht es Spass, Trainer der offensiv stärksten Mannschaft der NLB zu sein?
Ja, und es macht mich auch stolz. Es zeigt, dass die Spieler die Philosophie von uns Trainern verstanden haben und sie umsetzen. Ein sehr interessanter Faktor ist auch, dass sich die Tore auf 14 Spieler aufteilen. Dies zeigt, dass wir offensiv sehr ausgeglichen und nicht von einzelnen Spielern oder einem einzigen Block abhängig sind.

Als Aufsteiger mischt ihr in der NLB vorne mit. Ist das Niveau so tief oder besteht trotzdem ein grosser Unterschied zur 1. Liga?
Das Niveau ist sicher viel höher als in der 1. Liga. Die NLB ist viel ausgeglichener und oftmals entscheiden kleine Details über Sieg oder Niederlage. Wir müssen in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen um erfolgreich zu sein. Wenn wir dazu nicht bereit sind, erhalten wir postwendend die Quittung in Form einer Niederlage.

Habt ihr gegenüber letzter Saison deutliche Fortschritte erzielt? Welche?
Wir sind offensiv variabler geworden. Dies führe ich vor allem auf das breitere Kader zurück. Auch im Defensiv-Verhalten haben wir Fortschritte erzielt, wobei ich dort durchaus noch weiteres Steigerungspotential sehe. Ganz grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Zeit für Uster spricht. Wir haben eine junge Mannschaft mit enormem Potential, welche weitere Fortschritte machen wird. 

Du bist massgeblich für die Verpflichtung des Söldners Mikael Lundin verantwortlich. Wie sind Deine Erfahrungen mit Micke und wie verlief die Integration?
Die soziale Integration verlief rasch und problemlos. Micke ist ein sehr pflegeleichter und aufgeschlossener Zeitgenosse. Wir haben viel Spass mit und an ihm. Die sportliche Integration brauchte etwas mehr Zeit. Micke musste sich erst an eine komplett neue Art von Unihockey gewöhnen. Mittlerweile kommt er mit unserer Spielweise ganz gut zurecht und hat sich zum besten Punktesammler des Teams entwickelt. Er bringt neue Elemente in unser Spiel ein und macht uns dadurch unberechenbarer.

Was bringt ein Söldner für die Mannschaft? Können diese Aufgaben nicht auch von einem Schweizer Spieler übernommen werden?
Die Integration eines ausländisches Spielers ist für eine Mannschaft eine grosse soziale Aufgabe, welche das Team zusammenschweisst. Ausserdem bringen gerade schwedische Spieler eine ganz andere Sportmentalität und ein weit entwickeltes Winner-Denken in eine Mannschaft. Schweizer Spieler, welche diese zwei Faktoren einbringen können, sind Mangelware und waren für uns im letzten Frühling nicht verfügbar. Daher war für mich früh klar, dass wir mit einem Ausländer arbeiten werden.

Bei einer offensiven Spielweise kann der Schlussmann entscheidend sein. Gehst Du mit mir einig, dass Edi-Marc Schütz der stärkste Torhüter der NLB ist?
Ja, vermutlich ist er der stärkste Keeper der Liga. Er gehörte in der Vorrunde regelmässig zu unseren Schlüsselspielern. Genauso wichtig wie seine sportlichen Leistungen ist für mich seine Persönlichkeit neben Feld. Er ist immer aufgestellt und macht viel für den mannschaftlichen Zusammenhalt. Bei der Integration von Mikael Lundin war er von Beginn weg eine zentrale Figur.

Wenn man die Kaderliste durchgeht stösst man augenfällig darauf, dass es sich vor allem um Spieler handelt, welche in einer Auswahl spielen oder gespielt haben. Ist dies Absicht?
Der UHC Uster hat seit Jahren immer wieder Spieler in der U18-Regionalauswahl gestellt. Diese Spieler sind in den letzten Jahren nach und nach in die 1. Mannschaft aufgerückt. Dass in letzter Zeit auch von auswärts Auswahl-Spieler zu uns gestossen sind, zeigt, dass sich die gute Vereinsarbeit und die gute Stimmung in der Mannschaft herumgesprochen haben. Bei Transfers spielt eine mögliche Auswahlvergangenheit aber nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr müssen die Spieler charakterlich zu uns passen und uns sportlich weiterbringen.

Auch fällt auf, dass der UHC Uster die klar jüngste Mannschaft der NLB stellt. Worin siehst du Vorteile, was sind mögliche Nachteile?
Den Entscheid vermehrt auf junge Spieler zu setzen haben wir bis anhin nicht bereut. Diesen Weg werden wir auch in Zukunft konsequent fortsetzen. Dennoch sind wir aber auch auf der Suche nach etwas erfahreneren Spielern für nächste Saison. Wir müssen aber aufpassen, dass die Altersstruktur nicht durcheinander gerät.
Vor- und Nachteile heben sich in etwa auf. Einerseits können wir mit einer jungen, stürmischen Mannschaft unsere Philosophie vom offensiven und unbeschwerten Unihockey am besten umsetzen, anderseits wären wir natürlich froh, wenn in heiklen Situationen ein paar Routiniers für mehr Ruhe und Sicherheit im Spiel sorgen würden.

Du bist nun die zweite Saison als Trainer beim UHC Uster. Fühlst Du Dich wohl?
Ich fühle mich sehr wohl beim UHC Uster. Wir sind eine grosse Familie und ich habe hier mein Zuhause gefunden. Die Stimmung zwischen den einzelnen Mannschaften ist hervorragend. Wir sind sehr froh über die Unterstützung der übrigen Mannschaften an unseren Heimspielen und wir versuchen in Form von guten Leistungen etwas zurückzugeben.

Wie bist Du mit dem Umfeld des UHC Uster zufrieden?
Es arbeiten sehr viele Leute für den UHC Uster und vor allem für die 1. Herrenmannschaft. Für diese Arbeit sind wir sehr dankbar, denn sie bildet ein wichtiges Fundament für unsere Erfolge in der letzten und in dieser Saison. 
Auf diese Saison hin war es sehr wichtig, dass wir das Umfeld der ersten Mannschaft optimieren konnten. Mit Sascha Fey (Konditionstrainer) haben Nathanael Salzgeber und ich nun einen zusätzlichen Trainer als Ansprech- und Beobachtungsperson. Mit Susanne Wyss und Michael Frey in der Medizinischen Abteilung haben wir die Betreuung unserer Spieler verbessern können. Die Jungs vertrauen den beiden und dies entlastet uns enorm.

Was ist gut und was muss Deiner Meinung nach verändert werden um auch in Zukunft als schlagkräftiger Verein in der Nationalliga bestehen zu können? 
Die Anforderungen ans Umfeld eines Nationalliga-Vereins werden in Zukunft weiter steigen. Ein wichtiges Unterfangen wird das Erschliessen von zusätzlichen Geldquellen sein. Die finanziellen Aufwendungen für eine NLB-Mannschaft werden mittelfristig bei etwa 75'000 Franken pro Saison liegen. Viele unserer Konkurrenten haben bereits heute solche Beträge zur Verfügung. Wir arbeiten hier mit einem Bruchteil davon. Mir ist klar, dass sich sportliche Erfolge nicht kaufen lassen, doch um konkurrenzfähig zu sein, müssen wir dazu stehen, dass die NLB-Mannschaft die oben erwähnte Summe kostet.

Welche Ziele verfolgtst Du als Trainer für diese Saison?
Für den Verein ist es von eminenter Bedeutung, dass wir diese Saison den Klassenerhalt in der NLB schaffen. Wir haben uns in der Vorrunde eine gute Ausgangslage geschaffen. Wenn wir weiter engagiert an unserer Weiterentwicklung arbeiten, dann ist die Qualifikation für die Finalrunde ein realistisches Ziel.

Wie sehen Deine mittelfristigen Pläne/Ziele aus?
Wir wollen uns in der NLB im vorderen Mittelfeld etablieren. Das Kader sollte auf nächste Saison hin nur geringfügige Änderungen erfahren, damit wir auf einem festen Fundament aufbauen können. Wir müssen uns bewusst sein, dass die zweite Saison in der NLB tendenziell schwieriger wird. Ein Absturz nächstes Jahr muss unter allen Umständen vermieden werden.

Wo möchtest Du nach der Rückrunde rangmässig stehen? Und wieso bist Du überzeugt, dieses Ziel zu erreichen?
Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie in jedem Spiel an ihren Grenzen gehen und das Optimum herausholen. Wenn wir das weiterhin umsetzen können, dann werden wir uns in der Spitzengruppe der Tabelle etablieren können. Ob das nun Rang zwei oder vier ist, kann ich heute nicht sagen.

Wo steht ihr Ende Saison?
Darüber kann und will ich derzeit nicht spekulieren und setze daher meinen Joker. 

Dani, ganz herzlichen Dank für das Interview.

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1.Floorball Fribourg+4053.000
2.Ad Astra Obwalden+2950.000
3.Kloten-Dietlikon Jets+6548.000
4.UHC Thun+6247.000
5.Unihockey Limmattal-434.000
6.Ticino Unihockey-1430.000
7.UHC Lok Reinach-1630.000
8.I. M. Davos-Klosters-529.000
9.Regazzi Verbano UH Gordola-2723.000
10.UHC Grünenmatt-3919.000
11.UHT Eggiwil-4617.000
12.UHC Sarganserland-4516.000
1.Waldkirch-St. Gallen+6146.000
2.Unihockey Basel Regio+2338.000
3.UH Lejon Zäziwil+3137.000
4.Nesslau Sharks+734.000
5.UH Appenzell+2229.000
6.Chilis Rümlang-Regensdorf+829.000
7.Floorball Uri+1628.000
8.Visper Lions-5312.000
9.UH Red Lions Frauenfeld-339.000
10.UH Zulgtal Eagles-828.000

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