12.
2017
Das Gastspiel des Seeland-Gretzky
Zug United konnte beim 7:2-Sieg gegen Vizemeister Alligator Malans auf prominente Unterstützung zählen. Unspunnen-Sieger Christian Stucki gab, wenn auch nur ein ganz kurzes, Gastspiel als Unihockeyspieler. Wohlgemerkt mit Wayne Gretzkys Nummer 99.
650 Zuschauer fanden sich am Sonntagnachmittag in der Zuger Stadhalle beim Spiel zwischen Zug United und Alligator Malans ein. So viele wie noch nie in dieser Saison beim Verein, der im Schnitt um die 250 Fans begrüssen darf. Der ungewohnte Aufmarsch hatte einen besonderen Grund: im Vorfeld wurde das Erscheinen von Christian Stucki, einer der bekanntesten Schwinger des Landes, angekündigt.
Patrick Trachsel, Präsident von Zug United und mit seiner Firma Sponsor von Stucki, fädelte den Deal ein. Er kündigte sogar an, dass für den Unspunnen-Sieger eigens für diesen Auftritt eine Lizenz gelöst wird und er für ein paar Sekunden auf dem Feld stehen werde. So weit kam es dann aber doch nicht. «Eine Lizenz stand nie zur Debatte. Ich bin nicht so der Läufertyp und hätte deshalb nichts zum Erfolg der Mannschaft beitragen können», erklärt Stucki der Luzerner Zeitung (siehe Interview unten).
Doch immerhin «zwängte», wie es der Seeländer selber formulierte, er sich vor dem Anpfiff in die Matchbekleidung von Zug United. Stucki erhielt von den Verantwortlichen ein Trikot mit der Nummer 99 - derjenigen des legendären Eishockeyspielers Wayne Gretzky. Und er lief mit der Mannschaft aufs Spielfeld, durfte als Center der «Starting-Six» das Spielfeld betreten und das erste Bully spielen. Dieses gewann der Schwinger mit gütiger Mithilfe von Joel Friolet, dessen Gegenwehr nicht besonders gross war. Nach dem Bully machte der 198cm grosse und rund 140kg schwere Stucki jedoch wieder den «Profis» Platz. Seine Anwesenheit schien die Zuger, die Malans ziemlich deutlich mit 7:2 bezwangen, zu beflügeln.
Ein Video von Stuckis Auftritt im Dress von Zug United findet ihr auf unserer Facebook-Seite.
Die Luzerner-Zeitung hat Christian Stucki in der Ausgabe vom Montag zu seinem Gastspiel bei den Zugern befragt.
Luzerner Zeitung: Christian Stucki. Ihr Einsatz im Unihockey-Dress war eine kurze Angelegenheit ...
Stucki (schmunzelt): Ja, tatsächlich. Ich bin Schwinger und weniger der Läufertyp. Zwei, drei Minuten hätte ich vielleicht mithalten können. Aber, es war ein Spass. Und den Zuschauern hats glaub auch gefallen.
Sie standen in der Starting Six und durften das erste Bully der Partie spielen.
Das war eine Ehre für mich.
In den Tagen vor der Partie wurde gemunkelt, dass Sie für den Verein Zug United offiziell lizenziert werden. War dies wirklich ein Thema?
Nein, das stand nie zur Debatte. Ich hätte kaum etwas beitragen können zum Erfolg der Mannschaft (schmunzelt). Zudem war ich die letzten vier Wochen krank (Stucki las sich in den Ferien das Denguefieber auf, Anm. d. Red.) und konnte deswegen kein Training mit der Mannschaft absolvieren. Ich habe erst letzte Woche wieder mit Arbeiten begonnen.
Waren Sie vor dem Spiel in der Kabine beim Team in der Besprechung?
Da konnte ich leider nicht dabei sein. Ich musste mich umziehen und ins Unihockeydress zwängen ...
Verraten Sie uns bitte ein Geheimnis.
Jetzt bin ich aber gespannt.
Vor dem Anpfiff versammelt sich das Team für ein paar Sekunden beim eigenen Tor und rückt nochmals eng zusammen. Sie waren auch dabei. Was wird in diesen letzten Augenblicken vor dem Start besprochen?
Es wurde Englisch gesprochen. Ich bin nicht so der Englisch-Held und habe nicht viel verstanden. Aber es ging darum, Vollgas zu geben und mit Freude ins Spiel zu steigen.
Apropos Vollgas. Wann stehen Sie wieder auf dem Schwingplatz?
Durch meine Krankheit ist der Fahrplan schon ein wenig durcheinandergeraten. Letzte Woche war ich erstmals wieder im Training und stand auf wackeligen Beinen. Aber ich bin optimistisch, im Frühling wieder in Form zu sein. Nächste Saison steht kein eidgenössischer Anlass auf dem Programm. Ich konzentriere mich auf das Schwägalp-Schwinget im August, das einzige Bergkranzfest, welches ich noch nie gewinnen konnte.
Schwingen und Unihockey haben eine gemeinsame Komponente: Im Winter werden beide Sportarten in der Halle ausgetragen. Sind Sie ein Freund von Schwingfesten unter Dach?
Als Vorbereitung auf die Saison schwinge ich gerne in der Halle. Da kann man auch einmal etwas Neues ausprobieren und wenn es einen dann auf den «Sack» haut, ist das nicht tragisch.
Interviewaufzeichnung: Ruedi Burkhart, Luzerner-Zeitung
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Ein sichtlich zufriedener Christian Stucki. (Bild: Ruedi Burkhart)