29.
03.
2019
NLA Männer | Autor: "Zuger Zeitung"

"Der EVZ soll unser Vorbild sein"

Patrick Trachsel ist seit 2016 Präsident des NLA-Klubs Zug United. Nach dem Out im Playoff-Viertelfinal äussert er sich in der «Zuger Zeitung» zur Zukunft der Männerabteilung des Vereins, spricht über ein mögliches Farmteam - und sagt, wo der Schuh drückt.

In der abgelaufenen Saison spielten mit Petter Nilsson, Carl Kostov-Bredberg, Andreas Dahlqvist, Patrik Rokka und Billy Nilsson fünf Ausländer für Zug. (Bild: Michael Peter)

Zuger Zeitung: Sind Sie ein glücklicher Vereinspräsident?
Patrick Trachsel: Gute Frage. Alles in allem bin ich zufrieden. Ich kann Ihre Frage mit einem Ja beantworten. Ich denke, im Grossen und Ganzen hatten wir eine gute Saison.

«Im Grossen und Ganzen» tönt nach dem einen oder anderen «Aber».
Wir sind seit der Gründung vor 15 Jahren ein immer grösserer Verein geworden. Da gibt es dauernd Sachen, die man verbessern kann.

Konkret?
Es ist uns nur bedingt gelungen, im Männernachwuchs die besten Spieler an die nächsthöhere Mannschaft heranzuführen. Da gibt es noch viel zu tun.

An welche Spieler denken Sie da insbesondere?
Ich denke da vor allem an die Schnittstelle U21-Junioren/NLA-Team. Da ist uns nur bedingt gelungen, so zu arbeiten, wie wir uns das vorstellen.

Mit anderen Worten: Sie wollen künftig mehr eigene Junioren in der ersten Mannschaft spielen sehen.
Definitiv. Wir wollen in zwei, drei Jahren noch viel mehr Zuger Spieler in der NLAMannschaft haben. Das ist unser Weg, darauf arbeiten wir hin.

Wie steht es in Ihren Augen generell um die Qualität des ZU-Nachwuchses?
Ich darf sagen, dass wir schweizweit eines der besten Programme in der Nachwuchs-Förderung auf die Beine gestellt haben. Wir ruhen uns aber natürlich nicht aus, sondern planen mit Vollgas die Zukunft. Eine vertiefte Zusammenarbeit mit Erstligist Zuger Highlands ist eines der vordringlichen Projekte.

Sie möchten die Highlands als Farmteam von Zug United?
Ja, das schwebt uns vor. Wir brauchen ein unterklassiges Partnerteam, in welchem unsere U21-Junioren mit einer Doppellizenz Spielpraxis sammeln und sich für das NLA-Team aufdrängen können. Oder in welchem jene Spieler, die nicht mehr im Juniorenalter sind und denen es noch nicht für die NLA reicht, weiterspielen können. Die wollen wir nicht verlieren.

Wie spruchreif ist das alles?
Es finden in den nächsten Tagen und Wochen viele intensive Gespräche und Meetings statt.

Auch rund um die NLA-Mannschaft geht Ihnen die Arbeit nicht aus. Wer wird in der kommenden Saison Trainer sein? Man hört, Sascha Rhyner soll abgelöst werden.
Wir werden einen neuen Trainer verpflichten, das ist Fakt. Und wir möchten Sascha Rhyner sehr gerne im Verein behalten. Er ist ein ausgewiesener Unihockey-Fachmann und hat viel zum Erfolg von Zug United in den letzten Jahren beigetragen. Aber in den vergangenen Monaten hat die Mannschaft stagniert. Es braucht frischen Wind.

Wer übernimmt?
Wir hoffen, den Namen in dieser Woche bekannt geben zu können. So viel kann ich schon sagen: Es wird ein grosser Name sein, ein rechtes Kaliber. Und er wird den Auftrag haben, mit eigenen jungen Spielern zu arbeiten und diese in die NLA-Mannschaft zu integrieren.

Ist der Mann in der Schweiz bereits aktiv?
Ich will noch nicht zu viel verraten. Was ich schon sagen kann: Es wird mit ziemlicher Sicherheit ein Skandinavier sein. In seiner Heimat ist er einer der Besten seines Fachs. Er muss unsere neue Philosophie mittragen, künftig vermehrt mit eigenen Spielern zu arbeiten. Der EVZ hat es vorgemacht; dort klappte die Integration von eigenen Junioren hervorragend und der Erfolg hat sich eingestellt. Der EVZ soll in dieser Hinsicht unser Vorbild sein.

Zug hatte vergangene Saison bis zu fünf Schweden auf dem Feld. Kommende Saison sollen aufgrund eines Gentlemen-Agreements nur noch maximal vier Ausländer eingesetzt werden, ein Jahr später nur noch deren drei. Wie heissen die Zuger Ausländer in der kommenden Spielzeit?
Goalie Petter Nilsson ist der einzige der Ausländer, der noch einen weiterlaufenden Vertrag hat. Wir werden wohl mit vier Ausländern in die Saison 2019/2020 steigen. Wer das sein wird, ist noch offen.

Wird sich Zug nur noch vier ausländische Spieler leisten? Unter Vertrag nehmen darf man, ja auch nächste Saison, so viele wie man will.
Wie viele Ausländer wir in der nächsten Saison haben werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Allen voran der Tatsache, wie viele Schweizer Spieler wir neu in die Mannschaft integrieren können. Die Förderung von Talenten braucht viel Fingerspitzgefühl und Zeit.

Zu denken geben muss Ihnen vielmehr der beunruhigende Zuschauerschwund. Zu den diesjährigen beiden Playoff-Partien kamen total 750 Zuschauer. Vor einem Jahr waren es über 1000. Ist Unihockey in Zug out?
Out ist Unihockey meiner Meinung nach nicht. Aber dennoch beschäftigt uns dieses Thema im Verein natürlich sehr stark.

Wo sehen Sie die Gründe?
Ein Grund für das mässige Zuschaueraufkommen ist sicher, dass die Highlands in der 1. Liga bis in den Aufstiegs-Halbfinal vorgestossen sind und zur gleichen Zeit gespielt haben wie wir. Das hat uns einige Fans gekostet. Zudem spielten die Hünenberger eine sehr gute 2.-Liga-Saison, auch die hatten ihre Zuschauer. Und nicht vergessen darf man, dass der EV Zug manche Heimspiele am Freitag austrägt. Eine Kombination wie in früheren Jahren, als Fans am Samstag um 17 Uhr an unser Heimspiel in die Sporthalle kamen und danach ans Eishockeyspiel um 19.45 Uhr in die Bossard-Arena gingen, gab es nicht mehr.

Apropos Sporthalle. Es war zu vernehmen, dass Zug United künftig die NLA-Heimspiele in der neuen Kantihalle durchführen wird. Wie ist da der Stand der Dinge?
Das ist noch offen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Die neue Kantihalle ist eine wirklich coole Halle, der Boden ist perfekt, alles stimmt. Aber mehr als 450 Zuschauer bringen wir dort nicht hinein. In der Stadthalle ist mehr Platz vorhanden. Aber? Aber dort ist die Infrastruktur mangelhaft. So können wir beispielsweise nur eine der Tribünen ausfahren, weil die anderen immer wieder defekt sind.

Das heisst?
Wir werden sehen. Aber, das gebe ich offen zu, die sinkenden Zuschauerzahlen geben uns zu denken.

Es harren einige Herausforderungen auf Sie und Ihre Vorstandskollegen.
Das ist so. Aber abschliessend möchte ich nochmals betonen, dass vieles in den vergangenen Monaten sehr gut gelaufen ist. Aktuell spielen noch unsere U16-Jungs um den Einzug in den Playoff-Final und unsere U21-Juniorinnen um den Aufstieg in die A-Klasse.

Quelle: "Zuger Zeitung", von Ruedi Burkart

 

Peter Bührer 89.238.131.133

19:18:27
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