06.
2014
Der HCR investiert
Der HC Rychenberg Winterthur verstärkt seine Anstrengungen in der Nachwuchsförderung und fürs NLA-Team. Finanziell bewegt sich der HCR jedoch auf dünnem Eis.
Der HC Rychenberg ist seit ein paar Jahren daran, seinen sportlichen Unterbau umzubauen, zu stärken und damit seine Zukunft zu sichern. In einem ersten Schritt hatte der Vorstand mehr sportliche Entscheidungsträger erhalten, in einem zweiten war die Nachwuchsförderung strukturell den Anforderungen angepasst worden und zuletzt wurde das Hauptaugenmerk auf die Trainer gelegt. Dies umfasst unter anderem, dass unter der Ägide von U21-Trainer Yves Mohr eine interne Trainerausbildung ins Leben gerufen wurde.
Zuschauerschwund sorgt für Defizit
Die damit verbundenen höheren Kosten sowie die Ausgaben für die Feier zum 30-jährigen Jubiläum hatten sich im Budget in einem Defizit von 9'455 Franken niedergeschlagen. Dank der Auflösung einer Rücklage zu Gunsten der Jubiläumsfeier konnte dieser Fehlbetrag bei einem unter den Erwartungen liegenden Aufwand von knapp 289'000 Franken unterschritten werden. Das Defizit von 5'055 Franken rührte im Wesentlichen von unter den Erwartungen gebliebenen Zuschauerzahlen (wie andernorts auch) und von höher als budgetiert ausgefallenen Ausgaben beim Spielmaterial. Dem stehen Einsparungen im Sekretariat und höhere Einnahmen in der Gastronomie gegenüber.
Finanzchef Marcel Kuhn machte den 77 Stimmberechtigten anlässlich der 31. ordentlichen Generalversammlung in der AMAG Winterthur klar, dass «wir noch keine Erhöhung der Mitgliederbeiträge beantragen, diese aber aus derzeitiger Sicht in einem Jahr unumgänglich sein wird.» Kuhn geht trotz einem Plus bei den Mitgliederbeiträgen von einem Defizit von 3'233 Franken im Rechnungsjahr 2014/15 aus, im Wesentlichen hervorgerufen durch höhere Hallengebühren und ein weiteres Mal steigende Verbandsabgaben.
Finanziell unter Druck, aber liquide
Schon jetzt steht der HC Rychenberg finanziell unter Druck. Seit zwei NLA-Vereine vor ein paar Jahren nur ganz knapp dem Konkurs entronnen waren, wird die Lizenz mit finanziellen Auflagen verknüpft: Das Eigenkapital muss mindestens zehn Prozente des Jahresaufwandes und mindestens 10'000 Franken betragen. Zudem muss jedwede Verbindlichkeit durch liquide Mittel gedeckt sein.
Seit deren Einführung hat der HC Rychenberg diese Auflagen stets erfüllt, momentan aber nur noch teilweise: Das Eigenkapital reduzierte sich auf gut 26'000 Franken und erreicht damit die geforderten zehn Prozente des Jahresaufwandes nicht mehr. Weiterhin gut sieht es beim HCR hingegen in Bezug auf die Liquidität aus. Diese konnte gegenüber dem Vorjahr noch einmal markant verbessert werden, auf nunmehr 111'000 Franken.
Kaum Retouchen im Vorstand
Trotz finanziellem Druck bleibt der Vorstand nahezu unverändert. In ihren Ämtern bestätigt wurden Rudolf Winkler (Präsidium), Marcel Kuhn (Finanzen), Nicole Dietrich (Marketing, Public Relations, Kommunikation), Thomas Kern (neu: Sport), Patrick Albrecht (NLA), Alain Georg (Junioren), Ralph Gerber (Breitensport) und Reto Lombardini (Organisation, Infrastruktur). Neu dazu kommt einzig Roland Jung. Er löst den neuen Sportchef Kern als Nachwuchschef ab.