14.
09.
2011
NLA Männer | Autor: Voneschen Reto

"Eine neue Ära hat begonnen"

Bei Wiler-Ersigen hat sich im Sommer einiges verändert. Neuer Trainer, neue Spieler, neues System. Wir haben bei Assistenztrainer Thomas von Känel nachgefragt.

Esa Jussila und Heikki Luukkonen mit Petteri NykkyThomas von Känel gewann im Frühling als Interims-Coach den Meistertitel mit Wiler-Ersigen . Nach der Verpflichtung von Heikki Luukkonen als neuen Cheftrainer, ist von Känel aber wieder ins zweite Glied getreten. Nicht nur Luukkonen ist neu beim Meister. Mit ihm kamen auch mit Esa Jussila (von Malans) und Olli Oilinki (von Langnau) zwei neue Finnen, sowie mit Nico Berlinger (von Kloten) und Cédric Rüegsegger (von Dalen, Sd) zwei potenzielle Schweizer Nationalspieler. Daneben ging aber auch ein grosser Teil der alten Garde Wilers. Die bisherigen Resultate von Wiler-Ersigen waren noch nicht restlos überzeugend. Am Czech-Open schied der SVWE im Viertelfinale aus, im Masters erreichte er nur knapp das Finale, verlor dieses aber gegen die Zürcher Grasshoppers. Nur am Mittelland-Cup blieb der Schweizermeister siegreich. Zeit also, um beim neuen, alten Assi Thomas von Känel nachzufragen.

Thomas von KänelUnihockey.ch: Thomas von Känel, wie sind Sie mit der bisherigen Vorbereitung zufrieden?
Thomas von Känel: Es haben sich einige Sachen geändert bei uns, der finnische Stil hat Einzug gehalten. In diesem Sommer begannen wir viel früher mit dem Hallentraining. Bis jetzt war die Vorbereitung sehr positiv. Okay, beim Czech Open haben wir mehr erwartet, dort wäre gegen Tatran Stresovice auch mehr drin gelegen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Heikki Luukkonen? Was macht er anders als Thomas Berger?
Schwer zu sagen, es ist jetzt halt etwas ganz anderes. Jeder hat seine ganz persönlichen Stärken, so ist es nicht möglich die beiden zu vergleichen. Die Zusammenarbeit mit Heikki Luukkonen ist sehr angenehm. Wir tauschen uns sehr oft aus und er fragt mich auch immer um meine Meinung. Ich denke, wir ergänzen uns sehr gut.

Am Masters war aber zu sehen, dass noch nicht alles rund läuft. Vor allem die vielen Gegentore dürften euch gestört haben, oder?
Da spielten wir nicht in Topform, das Training in der Vorwoche war nicht aufs Masters ausgelegt, sondern auf den Meisterschaftsstart. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber die Planung war nicht darauf ausgelegt. Das neue System braucht noch etwas Zeit, wir haben in Zürich noch zu oft die falschen Entscheidungen auf dem Feld getroffen.

Wie wurde die Systemänderung denn im Team aufgenommen?
Die Spieler haben sehr positiv reagiert. Wir müssen jetzt halt noch etwas an der Feinabstimmung arbeiten, aber wir sind auf einem guten Weg. Das Masters hat uns allen gezeigt, wo wir noch überall daran arbeiten müssen.

Wie weit ist der Champions Cup anfangs Oktober schon im Hinterkopf?
Das ist ganz klar ein wichtiger Saison-Höhepunkt und auch ein grosses Thema, aber derzeit dreht sich alles um den Meisterschaftsstart. Wir freuen uns sehr, dass es endlich losgeht. Im Hinblick auf den Champions Cup sind Spiele gegen starke Gegner, wie GC am Sonntag, sicher von Vorteil.

Eine Menge routinierte Spieler haben letzte Saison ihren Rücktritt gegeben. Inwiefern spürt ihr das?
Es hat eine neue Ära begonnen, ganz klar. Wir haben einige wichtige Leute verloren, aber wir haben auch jetzt eine sehr gute Zusammensetzung. Mit Jussila und Oilinki kamen zwei sehr erfahrene Spieler zu uns. Wie gesagt, es ist jetzt halt einfach etwas anderes als früher. Die Hierarchie im Team muss neu gebildet werden. Aber wie sagt man so schön: der Teamprozess läuft auf Hochtouren.

Matthias HofbauerMit Matthias Hofbauer, Esa Jussila und Henrik Quist stehen drei internationale Top-Stars aus drei Nationen im Wiler-Kader. Wie verläuft die Zusammenarbeit mit ihnen?
Alle drei sind sehr unkomplizierte Typen, da ist von Starsein nichts zu spüren. Matthias Hofbauer ist natürlich ein sehr wichtiger Spieler, er hält das Team zusammen. Jussila ist ein Spieler, der Verantwortung übernehmen kann, so einen haben wir gesucht. Auch Quist ist ein Top-Spieler, der uns endlich auch wieder auf dem Feld viel helfen kann.

Ihr habt in diesem Jahr, sagen wir mal, sehr auffällige gelbe Trainerjacken bekommen. Wer wählt so etwas aus?
Ach, die haben wir, damit sich die Spieler beim Einlaufen nicht verlaufen (lacht.).

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