04.
2010
„Es war schön, mal etwas ganz anderes zu erleben“
Der 25-jährige Natistürmer Adrian Zimmermann spielte in der abgelaufenen Saison wie Simon Bichsel bei Classic Tampere in Finnland. Classic spielte lange um den Qualifikationssieg mit, klassierte sich letztlich auf dem dritten Rang, gewann den Viertelfinal gegen die Espoon Oilers, scheiterte dann aber im Halbfinal am späteren Meister SSV Helsinki. Zimmermann gelangen in der Qualifikation 20 Tore und 4 Assists. Auch in den Playoffs skorte er regelmässig, bevor er mit einer Schulterverletzung ausfiel.
Adrian, wie zufrieden bist du aus sportlicher Sicht mit deiner Saison bei Classic?
Insgesamt bin ich recht zufrieden, wie es gelaufen ist. Trotz einer Verletzung ist es mir gelungen, rasch ins Team zu finden. Wir spielten lange an der Spitze mit und gewannen die Viertelfinalserie. Klar hätten wir dann in den Final gewollt, haben dieses Ziel jedoch nicht erreicht. Ganz zufrieden sein können wir also nicht, trotzdem war es aus meiner Sicht keine schlechte Saison.
Was hast du in deinem Spiel verändert in dieser Saison?
Es hat mir gut getan und war schön, mal etwas ganz anderes zu erleben, als ich mir bei Wiler gewohnt war. Das Spiel bei Classic ist völlig anders als das bei Wiler und lässt sich nur schwer miteinander vergleichen. Bei Classic spielten wir ein Konterunihockey. Konkret verbessern konnte ich deshalb das Konterspiel und spiele zielstrebiger, mit mehr Zug aufs Tor und gehe schneller in den Abschluss, wenn sich die Situation bietet. Da habe ich sicher einen Schritt vorwärts gemacht. Überhaupt nicht vergleichbar mit der Schweiz waren auch die Trainings.
Inwiefern?
Bei Classic trainierten wir jeweils zwei Stunden, wovon zuerst eine draussen, dann nur eine in der Halle. Vor dem eigentlichen Training gingen wir also joggen, machten Beweglichkeitsübungen oder etwa im Februar Intervalltraining, draussen in der eisigen Kälte.
Und worin bestehen die Unterschiede beim Training in der Halle?
Die Trainings in der Halle selbst waren weniger intensiv, als wir uns das gewohnt waren. Wir trainierten vor allem taktisch Dinge, viel Wert wurde auf das Passspiel gelegt und auch die Konter waren oft ein Thema, dazu Powerplay und Boxplay. Normal „gemätschlet", fünf gegen fünf, haben wir während der ganzen Saison eigentlich nie.
Du hast dir im letzten Viertelfinalspiel eine Verletzung zugezogen, was ist passiert?
Ja, das stimmt. Und es war sehr bitter, da ich gut in Form gekommen war auf die Playoffs. Die Halbfinals zuzuschauen war wirklich hart. Passiert ist es in einem Zweikampf hinter dem Tor, als ich zuerst am Ball war, dann aber unglücklich in die Bande stürzte. Beim Sturz habe ich mit dem Arm versucht den Kopf zu schützen. Beim Aufprall ist ein Muskel in der Schulter, der Supraspinatus, zu drei Vierteln gerissen.
Was bedeutet dies jetzt?
Die Länderspiele diese Woche sind leider kein Thema. Diese Woche gehe ich vier- bis fünfmal in die Physiotherapie. Da geht es darum, dem Muskel Platz zu verschaffen, um wieder zusammenzuwachsen. Gelingt dies nicht, muss ich operieren. Gelingt es, geht es mit Physio weiter. Mindestens zwei Monate dürfte es aber gehen, bis ich wieder voll fit bin.