05.
2011
„Es wäre dumm, alles zu verändern“
Der Weg der Kloten-Bülach Jets verlief in den letzten Jahren aufwärts. Gleich in der ersten SML-Saison gelang die Qualifikation für die Playoffs. Am Spielfeldrand kommt es nun zu einer Veränderung, Sascha Rhyner ersetzt den zu Wiler-Ersigen abgewanderten Heikki Luukkonen. Der 37-jährige Rhyner übernimmt erstmals ein Cheftraineramt in der SML. Dank einem Jahr als Assistent bei Rychenberg und weiteren drei in der gleichen Funktion bei den Grasshoppers ist er mit dem Zürcher und SML-Unihockey bestens vertraut.
Sascha, konntest du einen ersten Eindruck von deiner neuen Mannschaft gewinnen?
Ja, und er war positiv. Wir haben vorgestern mit dem Kick-Off den Trainingsbetrieb aufgenommen, heute Abend steht der Konditest auf dem Programm und dann geht's im gleichen Takt weiter. Den Spielern wird mit Sicherheit nicht langweilig in der nächsten Zeit.
Wie sieht das Sommertraining aus, wo setzt du die Schwerpunkte?
Im Grossen und Ganzen sieht das wohl ähnlich aus wie bei den meisten SML-Teams. Einerseits liegt der Fokus auf dem physischen Bereich, wir werden viel laufen, meistens in Intervallen, und auch einige Krafteinheiten sind geplant. Andererseits sind wir aber auch während dem Sommer regelmässig in der Halle und arbeiten mit hoher Intensität im technischen Bereich.
Wie gut hast du dich im neue Vereinsumfeld bereits eingelebt?
Die Jets sind ein eher kleiner Verein mit einem familiären Umfeld, deshalb geht dieser Prozess recht schnell und reibungslos voran. Als SML-Trainer werde ich auch zu Vorstandssitzungen eingeladen, was das Zurechtfinden ebenfalls beschleunigt. Ausserdem stehe ich in engem Kontakt zum Sportchef, vor allem was die Ausländersuche angeht.
Wie lautet dort der Stand der Dinge, zeichnen sich baldige Vertragsabschlüsse ab?
Wir sind mit verschiedenen Ausländern in Kontakt, bei denen es nicht schlecht aussieht. Aber was heisst das schon. Das Ziel wäre, auf jeder Reihe einen verpflichten zu können. Ich bin zuversichtlich, dass zumindest zwei dieser drei Positionen in Kürze definitiv sind. Was uns darüber hinaus noch fehlt, ist ein starker rechtsauslegender Flügel - und nicht zuletzt ist der Posten des Assistenztrainers noch zu vergeben.
Wirst du vieles umkrempeln oder das Erbe deines Vorgängers Luukkonen weiterführen?
Es wäre sowohl falsch wie auch dumm, alles zu verändern, wenn man in eine funktionierende und erfolgreiche Mannschaft hineinkommt. Mich freute etwa die gute Trainingskultur, die ich angetroffen habe. Deshalb werde ich sicher von Heikkis Arbeit profitieren und diese so gesehen auch weiterführen. Punktuell werde ich aber sicher meine eigenen Ideen einbringen und andere Akzente setzen.
Was wirst du zum Beispiel verändern? Und wo siehst du noch brachliegendes Potential?
Ich werde sicher nicht ganz das gleiche Defensivkonzept spielen lassen, wie dies bislang der Fall war. Denn ich finde, dass man als Trainer jenes System spielen lassen sollte, mit dem man am besten vertraut ist. Was das Potential betrifft, so glaube ich, dass die Mannschaft dank dem Jahr Erfahrung in der SML einen Schritt nach vorne machen wird, und auch die jungen Spieler werden sich nochmals verbessern.
Wie sehen denn die Resultatziele aus?
Es ist klar, dass es darum gehen wird, auch im nächsten Jahr um die Qualifikation für die Playoffs mitzuspielen. Wie realistisch dies im Vergleich zur Konkurrenz ist, wird sich am 31. August sagen lassen, wenn sämtliche Mannschaften alle ihre Transfers gemacht haben. Grundsätzlich habe ich im Moment den Eindruck, dass die Schere zwischen den Teams in den vorderen und jenen in der hinteren Regionen der Tabelle aufgehen wird.
Worin bestand deine Motivation, das Cheftraineramt bei den Jets zu übernehmen?
Für mich war es der logische Karriereschritt. Die Anfrage der Jets, erstmals als Hauptverantwortlicher zu arbeiten, kam zum richtigen Zeitpunkt und ich freue mich, konnte ich diese intakte Mannschaft, die ausserdem noch nahe gelegen war, übernehmen. Nicht nur ich, sondern auch mein Umfeld und sogar einige Vertreter von GC fanden, es sei der richtige Moment für diesem Schritt. Deshalb kam mir GC dankbarerweise entgegen und liess mich ziehen, obwohl ich eigentlich noch einen weiterlaufenden Vertrag gehabt hätte.