03.
2011
„Ich spüre die Unterstützung der Mannschaft“
Am Samstag trifft Wiler-Ersigen im Cupfinal auf die Grasshoppers Zürich. Auch in dieser Saison belegte Wiler mit deutlichem Vorsprung Rang 1 der Qualifikation, im Playoff-Viertelfinal gegen die Kloten-Bülach Jets geriet der Titelverteidiger ebenfalls kaum in Bedrängnis. Für Aufsehen sorgte das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit mit Thomas Berger, die Thomas von Känel temporär zum Cheftrainer werden liess.
Thomas, wie beurteilst du die Ausgangslage vor dem Cupfinal gegen GC?
In einem Entscheidungsspiel, wie der Cupfinal eines ist, stehen die Chancen 50:50. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir dieses Spiel gewinnen und damit den Cupsieg holen werden.
Nur 50:50? Du bist seit bald drei Jahren bei Wiler und ihr habt seither noch nie gegen GC verloren?
Solche Quoten sehen vielleicht schön aus und mögen für die Medien interessant sein, bringen uns jedoch nichts. Wir wissen um die Qualitäten von GC, das eine gute Mannschaft hat und bislang eine starke Saison spielt. Auch sind wir uns bewusst, dass es ein schwieriges Spiel wird. Aber wie gesagt, bringen wir unsere Leistung und ziehen unser Spiel durch, dann gewinnen wir auch.
Wenn die gute Statistik gegen GC für dich keine Rolle spielt, dann gilt das gleiche wohl auch für die in den letzten Jahren eher mässige Cupfinalbilanz Wilers?
So ist es, wir kümmern uns nicht um sie. Zum einen haben wir ja einige Spieler im Kader, die entweder noch keinen oder schon lange keinen Cupfinal mehr gespielt haben und damit nicht viel mit diesen Statistiken zu tun haben. Zum anderen liegt bei uns der Fokus einzig auf diesem Spiel und auf unseren Vorbereitungen darauf, damit wir unsere Leistung zeigen. Alles, was in der Vergangenheit war, kann uns im Hinblick darauf nicht interessieren.
Wie hast du es erlebt, mitten in der Saison vom Assistenten zum Interims-Headcoach befördert zu werden? Was hat sich für dich damit geändert?
Die Situation war und ist sicher speziell. Das lässt sich jetzt aber nicht mehr ändern, vielmehr gilt es vorwärts zu schauen und den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Lösung mit mir und Olle Thorsell sowie Henrik Quist ist nicht nur vom Verein, sondern auch vom Mannschaftsrat abgesegnet worden. Die Rückendeckung von der Mannschaft zu haben, war für uns entscheidend, um diese Funktion übernehmen zu können. Für mich persönlich bedeutet diese Veränderung natürlich einen zeitlichen Mehraufwand, inhaltlich gesehen ist es eine grosse Herausforderung.
Wie hat sich diese Lösung in einer ersten Phase bewährt?
Ziemlich erfreulich. Ich spüre die Unterstützung der Mannschaft. Obwohl Olle Thorsell ja jetzt während den Spielen sogar noch als Spieler im Einsatz steht, kann er seinen Beitrag leisten. Ausserdem habe ich einen funktionierenden Staff um mich herum, bei dem sich insbesondere der verletzte Quist und Teamchef Eggs als wertvolle Hilfen erweisen, damit alles so gut funktioniert bisher.
Ihr habt die Quali und den Viertelfinal klar gewonnen. Gelingt es euch auch in diesem Jahr, voll durchzuziehen?
Dass Wiler immer den Anspruch hat, Titel zu holen respektive Meister zu werden, ist bekannt. Die grossen Erfolge der letzten Jahre haben da zu keinen grossen Veränderungen geführt. Wir wissen was es braucht, wir richten den Fokus auf uns und unsere Aufgabe. Die Tigers Langnau, auf die wir im Halbfinal treffen, haben eine gefährliche Mannschaft und sind gut in Form, aber wenn wir unsere Arbeit machen, bin ich überzeugt, dass wir wiederum in den Final kommen werden.
Ein kurzer Blick etwas weiter in die Zukunft. Nächste Saison wirst du wieder als Assistent amten, mit Heikki Luukkonen als Chef.
Ich blicke dem positiv entgegen. Ich schätze ihn als kompetenten und sympathischen Trainer ein, der Unihockey lebt. Auch als Person macht er einen guten Eindruck auf mich, so dass ich davon ausgehe, dass wir gut zusammenarbeiten können werden. Das war auch der Grund, weshalb ich bei Wiler als Assistent weitermache.