01.
2011
"Ich ziehe mich mehr in die Verantwortung"
Stürmer Thomas Wolfer (26) bestreitet seine dritte Saison im Diensten von Rychenberg Winterthur, zu dem er von Floorball Thurgau stiess. Massgeblich war er in der vergangenen Spielzeit am Vize-Meistertitel beteiligt. Kurz darauf kam Wolfer im Hauptbahnhof Zürich zu seinen ersten Länderspielen. In dieser Saison läuft es durchzogener, der HCR befindet sich momentan auf Platz neun und damit ausserhalb der Playoffränge.
Thomas, Rychenberg hat die beiden ersten Spiele des Kalenderjahres gewonnen. Habt ihr die Trendwende geschafft und startet zur Aufholjagd?
Bereits nach der Hälfte der Vorrunde legten wir den Fokus auf die Spiele im Januar, weil wir innert zwei Wochen vier Spiele gegen direkte Konkurrenten bestreiten. Somit erhalten wir Gelegenheit, viele Punkte im Kampf um die Playoffs zu sammeln. Von einer Wende würde ich aber erst sprechen, wenn wir die beiden nächsten Spiele gegen Lok Reinach und die Jets ebenfalls gewinnen. Denn nur so sind die Chancen auf die Playoffs weiterhin intakt.
Inwiefern wirkten sich der Abgang von Jonas Thomsson zu GC und das Comeback von Tom Weber auf das Team aus?
Thomsson ist ein sehr guter Spieler und hat viel zum letztjährigen Erfolg beigetragen. Deshalb hätte ich es begrüsst, wenn er weiter bei uns wäre. Allerdings muss bei ausländischen Spielern immer die Gesamtsituation betrachtet werden, weshalb ich seine Beweggründe für den Wechsel verstehe. Weber bringt uns die defensive Stabilität, die uns in engen Spielen gefehlt hat. Zudem ist er wichtig für unser Powerplay und ein absoluter Leader auf und neben dem Feld.
Trotz dem guten Start ins Jahr liegt ihr ausserhalb der Playoffplätze. Woran mangelte es hauptsächlich in der ersten Saisonhälfte?
Es gelang uns nicht, die gewichtigen Abgänge adäquat zu ersetzen. Jeder Spieler bekam dadurch eine neue Rolle im Team und musste sich zuerst daran gewöhnen. Wir haben zu Beginn der Saison einige vermeidbare Niederlagen eingefangen. Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten schwand und die Fehlerquote stieg dadurch von Spiel zu Spiel. Hinzu kamen die längeren Verletzungspausen von Kinnunen, Eichmann, Weder und Locher. Trotzdem zeigten wir zwischendurch, wozu wir fähig sind, wenn uns eine konzentrierte Leistung gelingt.
Auch deine Rolle hat sich vor dieser Saison geändert, du amtest jetzt als Captain. Was hat sich dadurch für dich verändert?
Das Amt des Captains verändert nicht unbedingt das Verhalten während dem Spiel, vielmehr sind es Dinge in der Vorbereitung und im Trainingsbetrieb die sich ändern. Auf dem Feld beurteile ich gewisse Situationen anders, bin noch intensiver beim Geschehen und ziehe mich selbst mehr in die Verantwortung. Insgesamt empfinde ich das Amt aber als spannend und herausfordernd.
Nächste Woche stehen die zweiten Mobiliar Games an, ihr trefft dabei bei der Neuauflage des Playofffinals auf Wiler. Sind der Event und dieses Spiel bereits präsent?
In der momentanen Lage kann unsere Priorität nicht auf dem Wiler-Spiel liegen. Trotzdem freuen wir uns auf den Event in der Hardauhalle. Jedes Spiel, welches mehr Zuschauer mobilisiert und das Interesse der Öffentlichkeit weckt ist ein Gewinn für unsere Sportart und eine Belohnung für uns Spieler.