12.
2025
Ludwig Persson: „Sind nicht gut genug im Moment“
Die einst weisse Weste Wiler-Ersigens hat im Dezember schon zwei Flecken abbekommen. Ludwig Persson, der 31-jährige zweifache Weltmeister in Diensten der Berner, spricht nach der 2:4-Niederlage beim HC Rychenberg Klartext.
Bis Ende November war Wiler makellos, nun setzte es nach der Heimniederlage gegen die Tigers schon wieder eine Niederlage ab. Was ist los?
Ludwig Persson: Es begann schon mit dem Punktverlust in Uster. Gegen die Tigers verloren wir die Partie in den Schlussminuten und gegen GC waren wir in der ersten halben Stunde schwach. Gegen den HCR reichte unsere Leistung auch nicht. Wir wissen seit drei, vier Partien nicht mehr genau, wie wir spielen sollen, stellen die Linien um - es ist nicht unsere beste Phase.
Liegt es an den Verletzten? Bischofberger, Laubscher...
... natürlich hätten wir gerne alle dabei, aber wir verfügen auch bei Ausfällen über gute Optionen. Bei anderen Teams fehlen auch ständig Spieler. Das darf also keine Ausrede sein.
Das Niveau der Partie in Winterthur war beidseits nicht sonderlich hoch. Ein Argument gegen Spiele unter der Woche, da den berufstätigen Akteurern etwas der Fokus fehlt?
Auch das darf kein Grund für eine schlechte Leistung sein. Ich persönlich hatte am Spieltag frei. Ich habe das schon in Schweden so gehandhabt - bei Heimspielen unter der Woche nahm ich einen halben Tag frei, auswärts einen ganzen.
Was arbeitest du?
Da ich kein Schweizerdeutsch spreche, arbeite ich in einem Lager. Eine simple Arbeit. Ich mache, was mir aufgetragen wird.
Und in Schweden?
Da war ich in einem grossen Logistikunternehmen tätig.
Klingt ähnlich.
Nein, hier verrichte ich die schwere Arbeit (lacht).
Kennst du den Mundart-Ausdruck „Gango"?
Nein, was bedeutet das?
Der „Gango" macht. „Gang go", go do something.
Okay, dann bin ich hier der „Gango" (lacht). In Schweden gab ich die Aufträge.
Wie gefällt es dir in der Schweiz?
Abgesehen vom aktuellen sportlichen Tief sehr gut. Ich lebte in Schweden immer in der gleichen Stadt, in Växjö - ich stellte mir daher die Umstellung schwierig vor. Aber alle im Team kümmern sich um mich und landschaftlich ist die Schweiz wunderschön. Letzte Woche war ich in Davos- herrlich.
Normalerweise steht ein Ausländer sehr im Fokus, wenn er wie du als zweifacher Weltmeister in die Schweiz kommt. Stört es dich, dass die Schlagzeilen vor allem Galante Carlström gehören?
Das ist für mich ziemlich normal. Ja, ich bin gut und wurde zweimal Weltmeister. Aber ich zählte auch in Schweden nie zu den Superstars, in der Welt schon gar nicht. In Växjö wusste man, was man an mir hat, aber das Scheinwerferlicht zielt halt auf Spieler wie Galante. Auch wenn es manchmal etwas zu viel ist (lacht).
Galante wird nach nur einer Saison wieder nach Hause gehen - welche Pläne hast du?
Wir besprechen gerade, wie es nächste Saison weitergeht.
Hast du die Frauen-WM verfolgt? Schweden ohne Medaille, ein Skandal?
Ich verfolge das Frauen-Unihockey nicht so genau, habe aber die Kritik am schwedischen Staff mitgekommen. Eigentlich müssten die Spielerinnen ja gut genug sein, um mindestens Silber zu holen - das liegt in ihrer Verantwortung. Aber die Schweizerinnen waren im Halbfinal wirklich sehr stark, das habe ich gesehen.
Dann müssen wohl die schwedischen Männer bei der nächsten WM zur grossen Revanche blasen.
Falls ich dabei sein sollte, werde ich natürlich alles dafür tun.