09.
2018
NLA Männer, Saisonvorschau Teil 1
In sechs Tage beginnt die neue NLA-Saison der Männer. Einiges hat sich in der Liga und bei den Vereinen verändert. Wir nehmen für euch bis zum Saisonstart jeden Tag drei Teams etwas genauer unter die Lupe. Heute: UHC Thun, Kloten-Dietlikon Jets und Chur Unihockey.
UHC THUN: Die Berner Oberländer gingen seit dem Aufstieg vor vier Jahren mit ihren Trainern nicht gerade zimperlich um. Nach Matthias Gafner, Andreas Lindström und Daniel Steiner ist Sebastian Thomann schon der vierte Trainer. Thomann assistierte letzte Saison Steiner und nimmt seine erste Saison als NLA-Headcoach in Angriff.
Sein Kader besteht wie gewohnt vor allem aus jungen «regionalen» Spielern, gespickt mit ein paar Routiniers wie Jonas Wettstein oder Thomas Kropf. Mit David Simek konnte Thun einen der besten Skorer aus der tschechischen Liga verpflichten.
Die Berner Oberländer haben nicht viel an Qualität verloren, aber auch nicht unbedingt gewonnen. Für Überraschungen sind sie - wie im letzten Jahr gegen den späteren Meister Köniz - immer gut. Dennoch wäre es eine Überraschung, sollte Thun plötzlich um die Playoffplätze spielen. Immer auf die Auf-Abstiegsspiele hoffen, ist gefährlich.
ZUZÜGE: David Simek (Bohemians Prag/CZE), Yannick Bärtschi, Sven Wüthrich (beide Tigers), Luca Feiner (Sarganserland), Moris Stöckli, Timon Cerveny (beide Wiler U21), Elia Garbely, Remo Graber, Nicolas Ammann (alle Nachwuchs).
ABGÄNGE: Matti Taurama (Finnland), Thomas Fankhauser (Lions Konolfingen), Fabian Linder (Tornados Frutigen), Kaspar Bühler (Meiersmaad), David Brügger (unbekannt), Adrian Saurer, Alexander Frey (beide Rücktritt).
KLOTEN-DIETLIKON JETS: Bei den Jets ist nicht nur der Name neu, sondern auch die Philosophie bezüglich ausländischer Akteure. Dort wird nun vermehrt auf Qualität statt Quantität gesetzt. Statt fünf durchschnittlichen sind es nun mit Markus Kulmala, Johannes Jokinen und Mikael Karlsson nur noch drei Ausländer, die dafür Spiele entscheiden können. Vor allem von Altmeister Karlsson (36) darf man die eine oder andere spektakuläre Aktion erwarten.
Zudem ist mit Yannick Jaunin der verlorene Jets-Sohn aus Finnland zurückgekehrt. Der kräftige Flügel bringt viel Power aufs Spielfeld und ist vor allem auch als Leaderfigur wichtig für das Team. Als Ersatz für den zu GC abgewanderten Nationalspieler Tobias Heller kam Alain Kaiser sozusagen im Tausch. Nach etlichen Saisons in der dritten Formation kann er nun in Kloten mehr Verantwortung übernehmen.
Die Jets haben auf dem Papier klar zugelegt und sind für jeden Gegner unangenehm. Tritt die Defensive im Vergleich zur letzten Saison wieder gefestigter auf, werden sie bis zum Ende um einen Playoffplatz mitspielen.
ZUZÜGE: Johannes Jokinen (FIN, Kalmarsund/SWE), Mikael Karlsson (SWE, Ticino Unihockey), Yannick Jaunin (TPS, FIN), Alain Kaiser, Alexander Hess (beide GC), Michel Wüst (GC U21), David Rhyner (Malans), Janik Feiner (Sarganserland).
ABGÄNGE: Janis Rajeckis (LAT, Lekrings), Juuso Alin (TPS, FIN), Mikka Sokka (FIN, FBC Turku), Mikko Immonen (FIN, Happee), Thomas Schlatter (Floorball Köniz, 1 Liga KF), Tobias Heller (GC).
CHUR UNIHOCKEY: Die Bündner machten in der abgelaufenen Saison - der schlechtesten in der Vereinsgeschichte - wohl so alles falsch, was man falsch machen kann. Jani Westerlund, der Anfang Jahr vom abgesetzten Daniel Hahne übernahm, konnte nicht mehr viel vom zerbrochenen Glas retten. Der ehemalige Nationaltrainer (1999-2002) hatte nun aber den ganzen Sommer Zeit, mit dem Team zu arbeiten. Ob er so den Draht zu den nicht immer einfach zu führenden Spielern gefunden hat?
Potential hatte Chur schon immer, Wille und Ehrgeiz eher weniger. Wer mit Paolo Riedi, Jan Binggeli, Joel Hirschi und Sandro Cavelti so viel Offensivpower mit sich bringt, sollte eigentlich nicht um die Playoffs bangen müssen. Mit David Rytych haben die Churer einen guten Ersatz für den zurückgetretenen Curdin Furrer gefunden. Der Tscheche kommt mit einer Erfahrung von 78 Länderspielen. Sandro Aeschbacher, der verletzungsbedingt zurücktreten musste, ersetzt Lukas Thierstein als Assistenztrainer.
Wenn die Mannschaft Anführer Westerlund gehorcht und Ruhe in den Verein einkehrt, sollte sich Chur wieder unter den ersten Acht platzieren. Die Vereinsführung muss jedoch auch seinen Teil dazubeitragen.
ZUZÜGE: David Rytych (Mlada Boleslav/CZE), Filip Grapne, Dennis Blomberg (beide Djurgarden IF, SWE), Tino Mettier, Leon Schlegel, Gian-Luca Amato (alle Nachwuchs).
ABGÄNGE: Kalle Keskitalo (Esport Oilers, FIN), Janik Feiner (Jets), Renzo Mayer (Tigers Langnau), Ivano Torri, Remo Blumenthal (beide Sarganserland), Sandro Aeschbacher (Assistenztrainer), Markus Studer, Renato Schneider (beide Rücktritt), Curdin Furrer (Präsident).
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David Simek ist in Thun für die Punkteproduktion zuständig. (Bild: Hint Wilfried)