07.
2011
"Nykky ist Nykky, Aksu ist Aksu"
In der vergangenen Woche kam Akseli Ahtiainen in der Bündner Herrschaft an. In der ehemaligen Wohnung von Esa Jussila quartierte er sich ein. In der kurzen Zeit hat der 39-jährige Finne aber schon einiges gesehen. „Flims, Laax, Arosa, ich liebe es in den Bergen zu wandern", sagt Ahtiainen strahlend. Dass der neue Trainer von Alligator Malans gut zu Fuss unterwegs ist, stellten die Malanser Spieler rasch fest. „Beim 5000 Meter-Lauf sahen wir nur seine Absätze", sagt Torhüter Martin Hitz schmunzelnd. Nicht nur seine konditionelle Verfassung unterscheidet sich von seinem Vorgänger Petteri Nykky. „Ich coache aktiver, versuche den Spielern direkt zu sagen, was sie anders machen können", sagt Ahtiainen über sich selber. Den neuen Schweizer Nationaltrainer kennt er bestens. Bis 2005 spielte er noch unter Nykky, ehe sie vor vier Jahren zusammen die Oilers trainierten.
Aktives Spiel verlangt
Nun tritt er also die Nachfolge des Weltmeister-Trainers in Malans an. Kein Bammel davor? „Nein, da mache ich mir gar keine Gedanken, Nykky ist Nykky, Aksu ist Aksu", sagt der ehemalige Internationale, welcher 1995 mit Finnland Europameister wurde und allenorten „Aksu" gerufen wird. Offensiver will er spielen lassen, nicht nur abwarten, sondern die Gegnerschaft mit aggressivem Forechecking unter Druck setzen. „Ich verlange ein aktives Spiel von meiner Mannschaft", sagt Ahtiainen, „auch wenn es dann möglicherweise auf beiden Seiten viele Tore geben kann." Mit Offensiv-Hockey wurde er in der vergangenen Saison Dritter der finnischen Meisterschaft. Im Halbfinale scheiterten seine Oilers nur knapp am nachmaligen Meister SSV Helsinki. „Den Unterschied hat vor allem Torhüter Henri Toivoniemi ausgemacht. Im einen Halbfinalspiel lag das Schussverhältnis bei 80 zu 40 für uns, aber SSV gewann 3:2", ärgert sich Ahtiainen immer noch ein wenig. Trotzdem ist der stolz auf seine letztjährige Mannschaft. „Wir hatten keine Stars in unserem Team, trotzdem konnten wir ganz vorne mithalten", so der 39-jährige.
Jussilas Lücke als Team füllen
Weniger Stars haben auch die Malanser Alligatoren in ihren Reihen. Torjäger Jami Manninen und Verteidiger Petri Hakonen kehrten zurück nach Finnland, Spielmacher Esa Jussila wechselte zu Wiler-Ersigen. Bis jetzt ist nur der Zuzug von Verteidiger Routinier Patrick Wardi, dem letztjährigen Oilers-Captain, bekannt. „In die Fussstapfen von Jussila zu treten ist schwer, wir werden vor allem versuchen, seine Lücke als Team zu füllen", so Ahtiainen. Ein Ziel hat er sich noch keines gesteckt. „Das schauen wir dann im Februar an", so der neue Trainer. Ein Bild von der Schweizer Meisterschaft konnte sich Akseli Ahtiainen bereits im letzten Jahr machen. Mit den Oilers weilte er vor einem Jahr am Champy Cup in Chur. „Damals hätte ich aber noch nicht gedacht, dass ich jemals in der Schweiz coache", sagt er schmunzelnd.
Team noch nicht komplett
Eine tolle Herausforderung sei es in der Schweiz zu leben und arbeiten, sagt Ahtiainen. So geht es auch vielen Landsleuten, welche derzeit die SML beinahe überschwemmen. „Die finnische Liga ist auf einem ähnlichen Niveau wie die schweizerische, so, warum nicht mal ein anderes Land sehen", fragt er mehr rhetorisch. Die übrigen Teams der Swiss Mobiliar League sind ihm bekannt, doch vorerst will er sich auf seine Mannschaft konzentrieren. Fleissig hat er die Namen der neuen Spieler auswendig gelernt. Gesehen hat er aber noch nicht alle, da einige noch in den Ferien sind. Bis zum Trainingslager anfangs August im Tessin sollte das Team komplett sein. Bis dahin können die Malanser auch noch ein wenig an ihren Läufer-Qualitäten arbeiten, damit ihr neuer Coach sie nicht wieder abhängt.