04.
2019
Offene Ausgangslage im logischen Final
Die zwei besten Teams der Qualifikation duellieren sich am Samstag im Superfinal (20:15 Uhr) um den Titel des Schweizer Meisters 2019. Beide Aspiranten haben gute Argumente - gewinnen kann aber wie immer nur einer. Wir blicken voraus auf das spannende Duell zweier Teams, die sich erstmals in einem Superfinal gegenüberstehen.
Nachdem die Qualifikation in der höchsten Schweizer Männer-Unihockeyliga besonders ausgeglichen war und einige Überraschungen lieferte, verliefen die Playoffs eher einseitig - zumindest was die Anzahl Siege in den einzelnen Serien betrifft. Unerwartet deutlich schied etwa der Titelverteidiger Floorball Köniz aus, während GC gegen Malans nach einer 3:1-Führung noch ins Zittern kam und sich erst im 7. Spiel das Finalticket sicherte. Es war heuer die einzige Serie, die länger als fünf Spiele dauerte. Der SV Wiler-Ersigen ist nun bereits seit zwei Wochen ohne Ernstkampf, GC hatte nur vier Tage Zeit zur Vorbereitung auf das wichtigste Spiel der Saison. Ein Faktor, der GC zu Beginn der Partie und Wiler gegen Ende des Spiels ein paar kleine Vorteile verschaffen könnte.
Am Samstagabend stehen sich in Kloten die beiden besten Teams der Qualifikation gegenüber, genau wie es bei den Kollegen vom Eishockey der Fall war. Es ist insbesondere das Duell der beiden defensiv stabilsten und konstantesten Mannschaften der vergangenen Monate. Dementsprechend darf im Superfinal wohl kein Offensivspektakel wie beispielsweise vor drei Jahren zwischen GC und Köniz erwartet werden. Übrigens: Im fünften Superfinal der Geschichte gibt es zwar keinen neuen Final-Teilnehmer, es steht aber auch schon fest, dass weiterhin kein Team zwei Mal nacheinander in Kloten triumphieren kann - und die Affiche GC gegen Wiler gibt es zum ersten Mal, seit das einzelne Finalspiel 2015 eingeführt wurde.
Nati-Stars oder zweite Garde?
Ein Blick auf die Playoffs 2019 bei GC zeigt: Die Nationalspieler haben entscheidenden Anteil an den diesjährigen Erfolgen. Wer eine Starting Six mit lauter WM-Teilnehmern inklusive MVP der Titelkämpfe in Prag aufstellen kann, ist sowieso nicht zu beneiden. So sind Claudio Laely und Joel Rüegger die bisher eindeutig erfolgreichsten Playoff-Skorer der beiden Superfinalisten. Bei Wiler heisst der Playoff-Topskorer etwas überraschend Miro Lehtinen, in neun Spielen gelangen ihm elf Punkte. Dennoch kann erwartet werden, dass am Tag X die beiden Nati-Cracks Deny Känzig und Matthias Hofbauer ein Spiel beinahe im Alleingang entscheiden können, so wie in den Spielen 1, 4 und 5 gegen Köniz. Insgesamt scheint Wiler in der Breite etwas besser aufgestellt, doch auch bei GC darf man gespannt sein, was die "zweite Garde" zu leisten imstande ist - unter anderem mit Simon Laubscher, der vom Finalgegner Wiler dieses Jahr "ausgeliehen" wurden.
Wer bleibt 2019 ohne Titel?
Die Grasshoppers können auf eine eigentlich fast makellose Saison zurückblicken - andererseits wäre eine Niederlage Superfinal ein grosser Dämpfer, zumal bereits der Cupfinal verloren ging. Eine so starke Spielzeit ohne Titel: Es wäre eine bittere Pille. Bei Wiler-Ersigen wäre dies wiederum die absolute Ausnahme-Situation: In den letzten 15 Jahren gab es nur zwei Mal keinen nationalen Titel im reich dekorierten Trophäenschrank. Die letzten beiden Final-Duelle gingen jeweils an Wiler-Ersigen: Im Cupfinal 2018 und im Playoff-Final 2012 setzten sich die Berner jeweils relativ deutlich durch.
NLA Männer, Superfinal 2019
Grasshopper-Club Zürich - SV Wiler-Ersigen
20:15 Uhr - Swiss Arena Kloten / live auf SRF 2
Der Weg in den Final
SV Wiler-Ersigen
Viertelfinal 4:0 gegen UHC Uster (9:4, 5:3, 6:4, 3:2)
Halbfinal 4:1 gegen Floorball Köniz (7:5, 10:5, 4:5, 5:2, 6:5 n.V.)
Grasshopper Club Zürich
Viertelfinal 4:0 gegen HC Rychenberg Winterthur (2:1, 6:3, 9:2, 9:4)
Halbfinal 4:3 gegen UHC Alligator Malans (6:2, 3:7, 6:4, 8:6, 3:6, 5:3, 9:3)
Die letzten Direktduelle
09.09.2018 (NLA Qualifikation)
Grasshopper Club Zürich - SV Wiler-Ersigen 3:5
16.12.2018 (Schweizer Cup)
SV Wiler-Ersigen - Grasshopper Club Zürich 2:6
20.01.2019 (NLA Qualifikation)
SV Wiler-Ersigen - Grasshopper Club Zürich 6:2