13.
03.
2021
NLA Männer | Autor: Streiter Constantin

Staub: "Den jungen Spielern gebührt grosses Lob"

Zug United gleicht im TV-Spiel die Serie gegen Wiler zum 1:1 aus. Die Zentralschweizer führten zwischenzeitlich mit vier Toren, am Ende wurde es aber noch einmal knapp. Nach dem Spiel konnten wir mit dem Zuger Verteidiger Manuel Staub über den gelungenen Auftritt seines Teams reden.

Staub: Manuel Staub ist einer der Leader in Zugs Defensive. (Bild: Dieter Meierhans)

Mit einem schnell ausgeführten Freistoss in Unterzahl ging Zug United gegen Wiler-Ersigen in der 44. Minute mit 5:1 in Führung, die Zentralschweizer waren auf dem Weg zum Ausgleich in der Serie gegen den Rekordmeister. Nach zwei Gegentreffern stellte Zug-Trainer Nicklas Hedstal auf zwei Linien um. Manuel Staub, der 2016 von GC als frisch gebackener Schweizer Meister in die Heimat zurück wechselte - Zug United spielte damals noch in der NLB - gab nach dem 6:4-Sieg Auskunft über das Spiel und die Entwicklung der United in den letzten Jahren.

Herzliche Gratulation zum Sieg, was gelang euch heute besser als noch im ersten Spiel?
Manuel Staub: Wir haben mehr Tore geschossen (lacht). Ich denke, es gibt diese Challenge: Linie 1 und Linie 2 in beiden Teams sind recht ausgeglichen. Bei der 3. Linie sehe ich uns aber im Vorteil, was wir heute nutzen konnten. Das war doch entscheidend heute. Ausserdem waren wir wohl doch noch ziemlich „angepisst" von der knappen Niederlage im Mittwoch und wollten unser „Heimspiel" dann wirklich auch unbedingt gewinnen.

Du sprichst es an - ein Heimspiel für Zug in Winterthur, ohne Zuschauer. Wie speziell war der heutige Tag?
Immerhin hatten wir den Bonus des TV-Spiels. Keine Zuschauer, aber dafür im Fernsehen, das gibt schon einen Extra-Push. Aber allgemein spürte ich keinen grossen Unterschied.

Nach dem 5:3-Anschlusstreffer durch Wiler habt ihr auf zwei Linien umgestellt. War das ein Schlüsselmoment in diesem Spiel und wie habt ihr es gemanagt, die letzten 12 Minuten noch gut zu überstehen?
Ich habe das gar nicht so gross mitgekriegt. Das ist eine Trainer-Entscheidung. Eventuell hätten wir sogar mit drei Linien durchspielen können, aber Wiler war schon ziemlich am Drücken, darum wurde vielleicht etwas mehr auf die erfahrenen Spieler gesetzt. In unserer dritten Linie sind halt die jüngeren Spieler. Diese machten heute in den 50 Minuten, die sie im Einsatz standen, einen tollen Job und sie haben das Spiel für uns gewonnen. Daher gebührt ihnen ein grosses Lob.

Letztes Jahr der Cupsieg, gegen Köniz wart ihr vor dem Saisonabbruch in Führung, nun eine Serie auf Augenhöhe gegen den Rekordmeister - was liegt noch drin für Zug? Nüchtern betrachtet ist ja jetzt einfach 1:1 mit Heimvorteil Wiler.
Ich finde, die Serie ist wirklich 50-50, jeder Match wird eng sein. Wir spüren es in der Mannschaft: Wir können gewinnen! Natürlich ist Wiler mit Ball noch etwas besser als wir, aber wir sind dafür frech und spielen es aus, dass wir doch noch eher der Underdog sind. Der Cupsieg war natürlich toll, aber jetzt ist eine neue Saison und wir wollen diesen nächsten Schritt, in den Playoff-Halbfinal, jetzt einfach machen.

Es gab einmal eine Aussage von Thomas Berger, der damals dein Trainer in der U19-Nati war und sagte, du solltest Zug lieber verlassen und zu einem „richtigen" Verein wechseln - wir wollen hier nicht gegen Berger schiessen, aber man darf nicht vergessen: Vor vier Jahren war Zug noch in der NLB! Wie hast du diese Entwicklung erlebt seit deiner Rückkehr von GC? 
Also, zuerst: Ich schätze Thomas Berger sehr. Der Wechsel zurück zu Zug damals war dadurch begründet, dass ich in Zug wohne und den Bauernhof meiner Eltern übernehmen werde. Ich hatte damals die Option, ein Jahr zu Zug in die NLB zu gehen, bei GC zu bleiben oder innerhalb der NLA zu wechseln und ich bereue den Schritt überhaupt nicht - ich kann hier den jungen Spielern als Leader etwas mitgeben. Mir passt es hier und mir passt auch der Weg von Zug - für mich spielt es auch keine grosse Rolle, dass wir vielleicht mal einen Ausländer mehr haben... Ich denke, man sieht, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Klar - wie gesagt, die Frage war absolut nicht gegen Berger gerichtet.
Man sieht es ja auch anderswo - RB Leipzig kam auch aus dem Nichts in die Bundesliga und spielt vorne mit. Ich bin jetzt nicht unbedingt Leipzig-Fan, aber ich meine: Es gibt immer wieder Vereine, die im Momentum gut arbeiten. Andere müssen längere Zeit untendurch. Ich finde, wir sind auf einem guten Weg. Auch heute traf mit Andri Flütsch wieder ein eigener Junior, der eine super Partie machte. Es waren nicht die Ausländer, die den Match entschieden haben! Die sind einfach Teil der Mannschaft und fighten wie jeder andere. Hier entwickelt sich etwas, und ich will dabei sein. Ich möchte mit Zug nach dem Cupsieg auch den ersten Meistertitel holen - es gibt nichts schöneres. Als Zuger mit Zug etwas gewinnen.

 

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