06.
2011
Vermarkter springt ab
unihockey.ch: Herr Bollinger, wie kann die Sport Mind AG einfach aus einem laufenden Vertrag aussteigen?
Daniel Bollinger: Wir haben mit dem Vermarkter einen verbindlichen „Letter of Intent", der im Prinzip einem auf fünf Jahre befristeten Vertrag entspricht und einseitig nicht frühzeitig kündbar ist. Nichtsdestotrotz befinden wir uns juristisch in einem Graubereich und wir müssen erst noch genauer prüfen inwiefern wir daraus Schadenersatzansprüche ableiten können oder überhaupt wollen. Im Vordergrund steht jetzt aber ohnehin die Frage, wie es nun weiter geht.
Mit welcher Begründung hat die Sport Mind das Mandat niedergelegt?
Wir haben noch keine ausführliche Begründung erhalten, ich kann zum jetztigen Zeitpunkt nur spekulieren. Wir haben angesichts der näher rückenden Frauen-WM Resultate gefordert - schliesslich müssen wir zu einem gewissen Zeitpunkt die Kommunikationsmittel mit den Sponsorenlogos produzieren. Vielleicht wurde dieser Druck zu hoch und die Erwartungshaltungen waren zu unterschiedlich.
Gemäss Martin Blaser von Sport Mind gebe es noch „ein, zwei Lücken" bei der Vermarktung der anstehenden Frauen-WM...
Wir müssen nun zuerst abklären, welche Gespräche und Verhandlungen wo stehen. Mein aktueller Kenntnisstand ist aber, dass die Lücken wesentlich grösser sind. Ich möchte aber gleichzeitig betonen, dass die WM deswegen nicht in Gefahr ist.
Hat der Rückzug der Sport Mind etwas mit der „5-Franken-Aktion" des Verbandes zu tun? Stichwort Erhebung dieses Betrages via Lizenz, damit dem WM-Vermarkter nichts abgegeben werden muss?
Das kann ich mir nicht vorstellen. Wir wollen mit diesem Beitrag ja auch nicht einfach die WM-Woche an sich, sondern nachhaltige Projekte für den Unihockey-Sport allgemein finanzieren. Für diese Projekte kann die WM aber natürlich als sinnvolles Instrument genutzt werden.
Wie geht es nun weiter?
Wir müssen zunächst feststellen, wo offene Gespräche der Sport Mind bestehen und wie diese weitergeführt werden. Gleichzeitig geht es darum möglichst rasch die Akquise weiterer WM-Sponsoren voranzutreiben. Das sind die Sofortmassnahmen bezüglich der Frauen-WM im Dezember. Weiter geht es um Gesamtvermarktung des Verbandes. Die bestehenden Sponsoren können wir selber betreuen - in einem nächsten Schritt müssen wir uns jedoch überlegen, ob oder für welche Bereiche wir einen neuen externen Partner suchen bzw. was wir künftig selber übernehmen.